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Rapid: Es bleibt die Hoffnung auf ein Wunder

Lou Louis Schaub war einer der Aktivposten im Spiel der Rapidler. Seine Leistungen wecken das Interesse anderer Klubs.(c) REUTERS (HEINZ-PETER BADER)
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Rapids Chancen auf eine Qualifikation sind durch das 0:1 gegen Schachtar Donezk in Wien drastisch gesunken. „Aber wir sind noch nicht fertig“, sagt Trainer Zoran Barišić.

Wien. Mircea Lucescu, Trainer von Schachtar Donezk, sparte nach dem 1:0-Sieg seiner Mannschaft im Hinspiel zum Champions-League-Play-off nicht mit Lob für den Gegner. Er sprach von einem „sehr wichtigen Sieg gegen ein sehr starkes Team“, von einer Vorentscheidung im Kampf um den Aufstieg hingegen nicht. „Es kann noch alles passieren, Rapid ist stark.“ Auch Taison, einer von fünf Brasilianern in der Startformation der Gäste, zollte den Hütteldorfern großen Respekt.

Der Mittelfeldmann hatte bereits vor drei Jahren in der Europa-League-Gruppenphase mit Rapid Bekanntschaft gemacht, damals trug er das Trikot von Metalist Charkiw. „Rapid hat sich seither sehr verändert, ist in vielerlei Hinsicht stärker geworden“, bemerkte der 27-Jährige und ergänzte: „Sie haben zwar keine großen Namen in ihrer Mannschaft, aber im modernen Fußball braucht man nicht unbedingt große Stars, um erfolgreich zu sein.“ Rapid verfüge demnach über „ein perfekt zusammengesetztes Team, das weiß, wie es sich präsentieren muss. Vor allem ihre taktische Leistung ist fantastisch.“

 

Wenn bei Rapid alles passt

Rapid hatte zwar erstmals seit 17 Pflichtspielen verloren und blieb nach knapp vier Monaten (0:0 gegen Wiener Neustadt) wieder einmal torlos, beim ukrainischen Vizemeister hinterließ man dennoch bleibenden Eindruck. Zoran Barišić fand positive Worte für die Leistung seiner Elf, sie stimme ihn für das Rückspiel „zuversichtlich“.

In der Defensive bot Rapid eine grundsolide Leistung, das Offensivquartett der Ukrainer rund um Spielmacher Alex Teixeira kam deshalb kaum zur Entfaltung. „Offensiv hat uns im letzten Drittel die Durchschlagskraft gefehlt“, meinte Barišić, dessen Mannschaft seiner Meinung nach an diesem verregneten Abend in Wien auch das Quäntchen Glück verwehrt blieb. „Vor dem Gegentor hatten wir durch Kainz eine super Chance, die hat der Torhüter hervorragend vereitelt. Auf diesem Niveau entscheiden Kleinigkeiten.“ Nach dem 0:1 tat sich Rapid schwer, Akzente zu setzen, was freilich auch mit der hohen Qualität des Gegners zu tun hatte. „Wir haben gegen eine europäische Spitzenmannschaft gespielt, das dürfen wir nie vergessen“, bemerkte Barišić, der zufrieden bilanzierte: „Mir war wichtig zu sehen, dass wir mit solch einer Klassemannschaft mithalten können. Wenn bei uns alles passt, sind wir auch für Schachtar ein unangenehmer Gegner.“

Die Chancen, erstmals seit 2005 doch noch die Gruppenphase der Champions League zu erreichen, sind nach dem Hinspiel beträchtlich gesunken. „Unsere Chancen sind minimal“, gestand Barišić, der seinem Team für das Rückspiel am Dienstag in Lemberg dennoch Zuversicht einimpfen wird. „Wir sind noch nicht fertig.“

 

Großes Interesse an Schaub

Für die Begegnung in der Ukraine hofft Rapid wie schon in Amsterdam auf eine glanzvolle Vorstellung von Louis Schaub, der 20-Jährige war beim 3:2-Sieg in den Niederlanden mit zwei Treffern maßgeblichen am Aufstieg beteiligt. Mittwochabend spielte sich Schaub vor Dutzenden Scouts abermals in die Auslage, auch HSV-Sportdirektor Peter Knäbel soll Gefallen an Schaub gefunden haben. Die Hamburger suchen dringend einen Spielmacher, das Transferfenster ist bis 31. August geöffnet.

Schaub steht bei Rapid noch bis 2017 unter Vertrag, besitzt aber eine Ausstiegsklausel. Ein Wechsel des im deutschen Fulda geborenen ÖFB-Nachwuchsteamspielers erscheint dennoch eher unrealistisch. „Darüber mache ich mir keine Gedanken. Ich möchte mit Rapid in dieser Saison europäisch spielen und Titel gewinnen.“

Titel gewinnen möchte auch Marc Janko mit dem FC Basel. Der Stürmer verfolgte das 2:2 seines Klubs im Play-off gegen Maccabi Tel Aviv ab der 15. Minute nur von der Bank aus, ein Stich im hinteren Oberschenkel machte ein Weiterspielen unmöglich. Über den genauen Grad der Verletzung war Donnerstagnachmittag noch nichts bekannt.

 

Champions League Play-off

Rapid – Schachtar Donezk 0:1. Valencia – Monaco 3:1, Basel – Maccabi Tel Aviv 2:2, Celtic – Malmö 3:2, Skenderbeu – Dinamo Zagreb 1:2, Astana – Apoel Nikosia 1:0, Lazio – Leverkusen 1:0, ManU – Brügge 3:1, Sporting – ZSKA Moskau 2:1, Borisow – Partizan 1:0.

AUF EINEN BLICK

Rapid verlor das Hinspiel zum Play-off der Champions League in Wien gegen Schachtar Donezk mit 0:1 (Marlos/44.). Das Rückspiel in Lemberg findet nächsten Dienstag (20.45 Uhr, live in ORF 1) statt. Neben den Wienern zittert auch der FC Basel um den Aufstieg in die Gruppenphase. Die Schweizer mussten sich gegen Maccabi Tel Aviv im Basler St.-Jakob-Park mit einem 2:2 begnügen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 20.08.2015)