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Weniger Straftaten, weniger Aufklärung

Polizei im Einsatz in Wien
Polizei im Einsatz in WienAPA/GEORG HOCHMUTH
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Im Vergleich zu München hinkt Wien hinterher: ausgesuchte Kenndaten zur Kriminalität.

202.426. So viele Strafanzeigen hat Wiens Polizei im Jahr 2014 beantwortet. Das ist einerseits kein historischer Tiefststand, andererseits aber auch weit von jenen Werten entfernt, die Anfang des Jahrtausends die Bevölkerung beunruhigten. In den Jahren 2003/04 lag die Belastung um etwa 25 Prozent höher. Zurückzuführen ist der Rückgang einerseits auf die Zerschlagung organisierter Täterstrukturen, anderseits hat zuletzt auch der Täterdruck von außen nachgelassen.


34,7. Anteil der in Wien aufgeklärten Straftaten in Prozent. Die Exekutive der Hauptstadt hat damit die mit Abstand geringste Aufklärungsquote im Land. Die Polizei in München zeigt, dass es in Städten ähnlicher Größe und mit ähnlichen Personalressourcen auch anders geht. Dort werden annähernd zwei Drittel aller angezeigten Straftaten (63,9 Prozent) aufgeklärt. Wiens Behördenspitze argumentiert, dass die deutschen Daten mit einer anderen Methode als in Österreich erhoben werden und daher nicht unmittelbar vergleichbar seien. Trotzdem: Im Vergleich zum Land fällt Wien dennoch überproportional stark ab. In ganz Bayern ist die Aufklärungsquote mit 64,4 Prozent nämlich ähnlich hoch wie in München. In Österreich hingegen stehen die Bundesländer mit Quoten von 43 (Niederösterreich) bis 58 Prozent (Vorarlberg) erheblich besser da als die Hauptstadt.


35.623. Zahl der in Wien ermittelten Tatverdächtigen mit ausländischer Staatsbürgerschaft. Das entspricht einem Anteil von 47 Prozent. Vor 15Jahren noch betrug der Anteil 29Prozent. Der Anteil der Ausländer an der Wohnbevölkerung beträgt hingegen nur 23 Prozent. Trotzdem sind in Österreich wohnhafte Ausländer unterrepräsentiert. Das hat damit zu tun, dass die überwältigende Mehrheit der fremden Tatverdächtigen sozusagen als Touristen nach Wien reist, um hier Straftaten zu begehen. Zwölf Prozent der ausländischen Tatverdächtigen sind Asylwerber.


11.543. Das ist die sogenannte Häufigkeitszahl. Sie gibt die Zahl der angezeigten Straftaten pro 100.000 Einwohner an. Wenig überraschend ist die Kriminalitätsbelastung in Wien erheblich höher als zum Beispiel im Burgenland, das mit 3277 Straftaten pro 100.000 Einwohner den besten Wert in Österreich aufweist. Die nach Wien höchste Belastung im Bundesgebiet verzeichnet mit einer Häufigkeitszahl von 6112 übrigens Tirol.

Zum Vergleich: In München ist die Kriminalitätsbelastung ebenfalls deutlich geringer als in Wien. Trotz eines deutlichen Anstiegs zum Vorjahr beträgt sie aktuell 7800.

In Kürze

Gesamtbild. Knapp 200.000 Anzeigen im Jahr 2014 zeigten einen rückläufigen Trend bei der Kriminalität in Wien.

Häufigkeitszahl. Die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner ist dennoch deutlich höher als zum Beispiel in München.

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2015)