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Galaxy Note 5: Hoffnung lebt vorerst

Vice President of Product Strategy and Marketing for Samsung Electronics America, Justin Denison, demonstrates a Samsung Galaxy Note 5 at the product's launch event in New York
Alles nur Inszenierung von Samsung?REUTERS
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Das Galaxy Note 5 kommt nicht nach Europa. Samsung verärgert damit vorsätzlich seine Kundschaft. Doch Hinweise auf einen inszenierten Marketing-Coup verdichten sich.

Das war eine Überraschung, wenn auch keine sonderlich erfreuliche, als Samsung seine neuen Herbstmodelle, das Galaxy S6 Edge Plus und das Note 5, präsentierte, um Letztgenanntes den europäischen Kunden nur vor die Nase zu halten. Denn lediglich in Nordamerika und Asien wird das Gerät auf den Markt kommen.

Die Galaxy-Note-Serie ist mit einem unsichtbaren Faden mit Europa verbunden. Wurden die letzten vier Modelle doch bei der internationalen Funkausstellung (IFA) präsentiert. Doch dieses Jahr ist alles anders, denn das Phablet wurde in New York von J.K. Shin (Samsung-Chef) mit den einleitenden Worten „Wir hören darauf, was unsere Kunden wollen, und geben es ihnen“ vorgestellt.

Dem ist aber anscheinend nicht so, denn die Empörung ist groß. In sozialen Netzwerken wurden Gruppen gegründet, und eine Onlinepetition wurde ins Leben gerufen. Nach nur einer Woche zählt die von der britischen Plattform Clove gestartete Initiative über 6000 Unterschriften, und es werden täglich mehr. Man plane nach Aussagen von Jon Love, die Resultate in absehbarer Zeit Samsung zu präsentieren.

Alles Kalkül? Doch die Frage, die sich aufdrängt, ist, ob ein Smartphone all die Aufregung wert ist – und ob es sich dabei nicht um einen sehr groß aufgezogenen Marketing-Gag handelt.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Samsung einen Marktstart für gewisse Regionen ausschließt, um dann doch eine Kehrtwende zu machen. Ein kleines, aber dafür effektives Wörtchen in der Aussendung der deutschen Samsung-Niederlassung lässt darauf hoffen. Denn während hierzulande auf das Galaxy Note 5 nicht einmal eingegangen wird, ist dort zu lesen, dass es vorerst nicht in Deutschland auf den Markt kommen werde. Es ergibt auch viel mehr Sinn, dass Samsung sich einen einfachen, aber effektiven Marketing-Schachzug ausgedacht hat, um die Nachfrage nach dem Gerät zu erhöhen.

Phönix aus der Asche. In einschlägigen Internetforen wird ein mögliches Szenario für am wahrscheinlichsten gehalten: Auf der IFA (4. bis 9. September in Berlin) wird erneut J.K. Shin die Bühne betreten und mitteilen, dass man die Reaktionen der Kunden klar und deutlich gehört habe und man das Galaxy Note 5 doch nach Europa bringen werde. Dass das auch deutlich nach hinten losgehen kann, sollte Samsung bewusst sein (sofern es tatsächlich so angedacht ist), denn auch noch so treue Kunden fühlen sich damit vielleicht getäuscht und ein wenig betrogen.
Eine Pressekonferenz wird es auf der IFA jedenfalls geben. Laut Samsung soll sich dabei alles um Wearables drehen, aber für die bedeutende Tech-Messe wäre das zu wenig. Da scheint ein Ass beziehungsweise Galaxy Note 5 im Ärmel doch mehr als plausibel.

Denn das Galaxy S6 Edge Plus ist keine wirkliche Alternative für Multimedia-User und sogenannte Prosumer, die das Note gewöhnlich als Arbeitsgerät wegen des Stiftes und der auf Multitasking ausgerichteten Software gern und häufig verwenden. Das Gerät bietet im direkten Vergleich (zumindest auf dem Papier) keine nennenswerten Vorteile gegenüber dem im März vorgestellten Galaxy S6 Edge, das ebenfalls ein an beiden Seiten abgeschrägtes Display hat. Und bei der Größe sind es lediglich 0,6 Zoll Unterschied...

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.08.2015)