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Zwischen Qualle und Murmeltier: „Kunstgang“ durch Alpbach

(c) Barbara Grech
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Künstler aus der Europaregion Euregio präsentieren Werke zum Thema Ungleichheit. Ihre Ansätze und Ausführungen sind unterschiedlich.

Künstlerische Aktivitäten im öffentlichen Raum haben in Alpbach eine lange Tradition. Sechs Künstler aus der Europaregion Euregio (Tirol, Südtirol und Trentino) haben anlässlich des zehnjährigen Jubiläums ihre Werke zum diesjährigen Thema zur Verfügung gestellt.

Die Initiative ging vom Club Alpbach Südtirol Alto Adige aus, der das Jubiläum auf eine andere Art und Weise feiern wollte und daher an den Südtiroler Künstlerbund, Franzmagazine und das Europäische Forum Alpbach herangetreten ist.

Helga Aufschnaiter, Präsidentin des Südtiroler Künstlerbunds, zeigt sich zur Eröffnung der Ausstellung  alles andere als begeistert: „Ich bin wütend, weil wir seit jeher versuchen, den Menschen zeitgenössische Kunst näher zu bringen und zu vermitteln. Die Wertschätzung ist aber gering. Das beginnt schon damit, dass die Murmeltier-Installation komplett zugeparkt wurde.“ Für die 76-Jährige ein „eindeutiges Zeichen, dass zeitgenössische Kunst, darstellende wie bildende, noch nicht in der Gesellschaft angekommen sind und noch viel Arbeit zu leisten ist.“ Die insgesamt acht Werke von sechs Künstlern sind während des Forums frei zugänglich.

Marmota marmota: Die Installation von Irene Hopfgartner beschäftigt sich mit Ungleichheit in der Tierwelt. Die im Kreis stehenden Murmeltiere repräsentieren Harmonie und Gleichgewicht. Derdunkel gefärbte Nager hingegen steht für die Ausgrenzung, die es nicht nur bei Menschen gibt.

Die alten Schachteln: Auf der Terrasse des Congress Centrums findet sich die Skulptur von Peter Sandbichler, der Kartonschachteln als Vorlage für Betongüsse verwendet und diesen damit eine neue Bedeutung verleiht.

Gaps Ahead: Ungleichheit manifestiert sich auf ganz unterschiedlichen Ebenen und schwebt wie ein Damoklesschwert über uns – zu sehen am Dorfplatz vor der Kirche. Inspiriert ist der Spruch auf dem Plakat von der Warnung in der Londoner U-Bahn („Mind the Gap“). Für die Künstlerin Christine S. Prantauer bedeuten soziale Ungleichheiten zugleich auch weniger Chancen.

Untitled: Giancarlo Lamonaca wählte die Nordwand der St. Oswald-Kirche für seine fotorealistische Arbeit. Für den Rahmen wählte er die Stuckatur, die auch in der Kirche zu finden ist. Die Quallen wählte er,weil er bei seiner ersten Ortsbegehung Ungleichheit fühlte ob des starken Kontrasts zwischen der Tiroler Idylle und dem Forum selbst – und diesen Kontrast wollte er ebenfalls abbilden.

A: Hinter dem Namen steckt ein modifiziertes Klavier, das von Jacopo Mazzonelli konzipiert und gebaut wurde. Statt 88 Tasten kommt dabei nur eine zum Einsatz – jene, die den Kammerton „A“ spielt.

Uniforms: In der „Waschkuchl“ wurden von Anna Scalfi Eghenter die Tischfußball-Figuren mit Hilfe von kleinen Röcken aus dem 3D-Drucker in Frauen verwandelt.

GapTransfer: Die Sticker sind ebenfalls von Anna Scalfi Eghenterund sind in einigen Geschäften in Alpbach und Mailand zu finden. Dort erhalten Frauen 16,4 Prozent Rabatt. Dies soll die Einkommensschere abbilden.

Tipp:

Kostenlose Führungen 24.8., 29.8.-3.9., 14 und 18 Uhr. Treffpunkt beim Kircheneingang

>>> Zum Themenforum Alpbach


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