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Knapp am Wunder vorbei: Rapid scheitert an Donezk

CHAMPIONS LEAGUE: SCHACHTAR DONEZK - SK RAPID WIEN
CHAMPIONS LEAGUE: SCHACHTAR DONEZK - SK RAPID WIEN(c) APA/GEORG HOCHMUTH (GEORG HOCHMUTH)

Rapid führte in einem turbulenten Play-off-Rückspiel bereits 2:1, musste sich aber letztlich mit dem 2:2-Remis und der Europa League begnügen.

Mit einem großen Traum, viel Optimismus und einem 0:1-Rückstand war Rapid zum Play-off-Rückspiel der Champions League gegen Schachtar Donezk angereist. Doch die ersehnte dritte Teilnahme an der Gruppenphase nach 1996 und 2005 wurde für Grün-Weiß am Ende nur fünf Minuten lang Realität, der 2:2-Endstand bedeutet das bittere Aus und den Umstieg in die Europa League. „Wir haben ein gutes Spiel gegen eine gute Mannschaft gezeigt. Wir waren ganz knapp dran und hätten uns den Aufstieg verdient gehabt“, sagte Kapitän Steffen Hofmann.

Unterstützt von gut 1000 mitgereisten Fans wollten die Hütteldorfer in der Lemberger EM-Arena von 2012, wo der Vizemeister aufgrund der Unruhen im Osten des Landes seine Heimspiele austrägt, das Wunder schaffen. Doch zunächst spielte vor allem Schachtar, das die schnelle Entscheidung suchte. Rapid wirkte hingegen zu Beginn nervös und hektisch, kam kaum in die Zweikämpfe und wies im Defensivverbund eklatante Lücken auf. Insbesondere Sonnleitner zeigte sich gleich mehrmals indisponiert, so auch in der 10. Minute bei einem hohen Ball auf Teixeira – der Innenverteidiger zögerte und der Brasilianer zog vorbei. Novota konnte zwar klären, doch der Ball landete genau bei Marlos, der wie schon im Hinspiel den Ball sehenswert zum 1:0 im Netz versenkte.

Grün-weißer Doppelschlag

Der Schock in den grün-weißen Gesichtern hielt sich in Grenzen, waren für den Aufstieg in 90 Minuten doch ohnehin zwei Treffer vonnöten. Das erste davon fiel beinahe umgehend aus dem ersten herausgespielten Rapid-Angriff. Nach Flanke von Kainz traf Schaub im ersten Versuch noch einen Verteidiger, der zweite per Kopf aber saß (13.) – sein bereits zehnter Treffer im 17. Europacupspiel. Wenig später sollte die Stimmung im Gästesektor ihren Höhepunkt erreichen: Nach Foul an Beric trat Hofmann zum Freistoß an der Strafraumgrenze an und zirkelte den Ball zum 2:1 in die Maschen (22.) – Rapid stand erstmals in diesem Duell in der Gruppenphase.

Doch die spielbestimmende Mannschaft war nach wie vor Schachtar, das mit Tempovorstößen über die brasilianische Mittelfeld-Achse die grün-weiße Hintermannschaft immer wieder vor Probleme stellte. Die Ukrainer stürmten fast im Minutentakt an, den Weg zum Ausgleich ebnete allerdings das zweite Gastgeschenk. Wieder einmal stimmte die Zuordnung in der Rapid-Defensive nicht und Dibon servierte eine Hereingabe unglücklich dem völlig frei stehenden Gladkij, der Novota keine Chance ließ (27.). Zum Glück für die Hütteldorfer blieb es trotz Schachtars klarer Feldüberlegenheit bei diesem Pausenstand.

Zwei Matchbälle vergeben

Nach Wiederanpfiff verlor die Partie an Tempo, infolgedessen stand auch Rapid deutlich besser. Schachtars Angriffe wurden nicht mehr mit ganz so viel Nachdruck gespielt, allerdings vermochte Grün-Weiß lange Zeit kaum gefährliche Konter zu setzen – entweder wurde das Tempo verschleppt oder der letzte Pass fiel zu ungenau aus. Als Dibon einen Konter in höchster Not unterband und Schiedsrichter Marciniak abpfiff, um Gelb zu zeigen, war Rapid im Glück, denn Marlos wäre bei Vorteilsauslegung allein Richtung Tor gelaufen (68.).

Beinahe hätte auch diesmal die Rapid-Viertelstunde ihre Magie noch versprüht, doch in Unterzahl (Gelb-Rot für Sonnleitner 88.) vergaben zunächst Beric (90.) und dann Prosenik (95., Stange) den Matchball. Damit blieb es beim 2:2 - die Hütteldorfer wurden für ihren vor allem in der zweiten Hälfte beherzten Auftritt nicht belohnt und müssen sich nun mit der Europa League trösten.