Bieterkampf um Opel: Krisentreffen bei Merkel

Das Tauziehen um Opel geht weiter
Das Tauziehen um Opel geht weiter(c) AP (Michael Probst)
  • Drucken

Bei dem Treffen sollen die Angebote der potenziellen Investoren geprüft werden. Alle drei wollen angeblich Staatsgarantien in Milliardenhöhe und einen Stellenabbau. Laut "Spiegel" liegt Magna in einem GM-Ranking auf Platz eins.

Im Ringen um die Rettung von Opel hat die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat für Freitag mehrere Bundesminister und die Ministerpräsidenten der Opel-Länder zu einem Krisentreffen in Berlin zusammengetrommelt. Die Runde will die Angebote der drei potenziellen Investoren prüfen. Interesse haben der italienische Fiat-Konzern, der kanadisch-österreichische Zulieferer Magna sowie der US-Finanzinvestor Ripplewood.

In ihren Konzepten für einen Einstieg bei dem angeschlagenen Autobauer verlangen alle drei Firmen nach Informationen der "Bild"-Zeitung hohe Staatsgarantien. So wolle Fiat rund sieben Mrd. Euro Bürgschaften beantragen. Magna möchte demnach gerne fünf Mrd. Euro Garantien, um mit einem Konsortium die Mehrheit bei Opel zu übernehmen. Ripplewood plant dem Bericht zufolge ebenfalls eine Mehrheitsbeteiligung über seine belgische Tochterfirma RHJ, hat aber einen Kreditbedarf unter fünf Mrd. Euro.

Der Sprecher des federführenden Wirtschaftsministeriums in Berlin, Steffen Moritz, sagte der AP, die Konzepte würden intern bewertet und nicht öffentlich diskutiert.

Stellenabbau vorgesehen


In allen drei Konzepten ist laut "Bild" auch ein spürbarer Stellenabbau vorgesehen. Fiat wolle europaweit insgesamt 18.000 Arbeitsplätze streichen, auch in eigenen Fiat-Werken. Im Konzept von Magna sei von einem europaweit recht gleichmäßig verteilten Abbau von rund 10.000 Stellen die Rede. Auch das Ripplewood-Konzept sehe Stellenstreichungen in dieser Größenordnung vor. Laut "Spiegel" liegt Magna in einem Geheim-Ranking des Mutterkonzerns General Motors auf Platz eins, dahinter folgen Ripplewood und Fiat.

Hessens Ministerpräsident Roland Koch begrüßte den Bieterkampf und versprach eine rasche und genaue Prüfung der Konzepte. Als Kriterien für die Aufnahme von Gesprächen nannte er die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens, die Sicherung möglichst vieler Arbeitsplätze und den sorgsamen Umgang mit Steuergeldern.

An dem Spitzentreffen in der Hauptstadt nehmen nach AP-Informationen neben Merkel und Außenminister Frank-Walter Steinmeier auch Wirtschaftsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) und Arbeitsminister Olaf Scholz (SPD) teil. Zudem sind die Ministerpräsidenten der Bundesländer Hessen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein-Westfalen, Thüringen sind eingeladen. Opel beschäftigt in Deutschland rund 25.000 Mitarbeiter.

Opel an einen Treuhänder


Um zu verhindern, dass staatlich verbürgte Finanzmittel an General Motors abfließen, will die Regierung Opel einem Treuhänder übergeben. Der Bund erhofft sich davon, Opel aus einer wahrscheinlichen Insolvenz von GM heraushalten zu können. Diese wird möglicherweise am 28. Mai eröffnet.

Bund und Länder einigten sich unterdessen auch über eine Aufteilung der Zwischenfinanzierung für Opel. Das hessische Finanzministerium bestätigte, dass der Bund mit 750 Mio. Euro und Hessen mit 447 Mrd. Euro den Löwenanteil der von Opel benötigten Staatsbürgschaften in Höhe von 1,5 Mrd. Euro übernehmen. Nordrhein-Westfalen übernehme 150 Mio. Euro, Rheinland-Pfalz 102 Mio. Euro und Thüringen 51 Mio. Euro, sagte Ministeriumssprecher Michael Scheerer.

(Ag.)

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.