Die Söhne von Do&Co-Chef Attila Dogudan haben in Manhattan eine Demel-Filiale eröffnet. Der Vater ist per Videokamera live dabei.
Mit den Kindern von prominenten Eltern ist das immer so eine Sache. Bereits in jungen Jahren stehen sie häufig im Rampenlicht, ob gewollt oder nicht. Trägt man dann noch dazu den gleichen Namen wie der berühmte Vater, ist ein gewisses Maß an öffentlicher Aufmerksamkeit nahezu unumgänglich.
„Mir ist schon klar, dass mich kaum jemand interviewen würde, wenn ich nicht der Sohn meines Vaters wäre“, sagt Attila Dogudan junior. Der 25-Jährige hat gemeinsam mit seinem Bruder Marius vor einem halben Jahr in New York ein Demel-Kaffeehaus eröffnet. Im Untergeschoß des bekannten Plaza-Hotels in Midtown Manhattan verkaufen die beiden Söhne des Do&Co-Chefs Attila Dogudan Kaffee und Torten. „Unser Ziel ist es, in New York ein internationales Flaggschiff aufzubauen“, sagt Dogudan junior.
Bis dahin dürfte es aber noch ein langer Weg sein. „Derzeit läuft es ein wenig stockend“, sagt der Jungunternehmer ehrlich. Zu gering sei die Kundenfrequenz (trotz freudiger Artikel in der „New York Times“), zu wenig sei los im Untergeschoß des Hotels. „Aber das wird sich hoffentlich bald ändern“, meint er. Das Kaffeehaus ist Teil einer Luxus-Shoppingmall, die im Zuge der Renovierung des Plaza-Hotels eröffnet wurde. Dass der Zeitpunkt für die Demel-Expansion inmitten der Wirtschaftskrise unglücklich gewählt wurde, glaubt Dogudan nicht. „Die Leute verzichten eher auf ein teures Abendessen als auf ein Stück Torte mit Kaffee.“
Den Kaffee für seine Gäste bereitet Dogudan jedenfalls persönlich zu. Gemeinsam mit vier anderen Servicekräften und der Geschäftsführerin Theresia Graf steht der studierte Wirtschaftswissenschaftler regelmäßig hinter der Theke, Bruder Marius lebt nicht ständig hier. „Ich wollte genauso mitarbeiten wie alle anderen. Da gehört Abwaschen ebenso dazu wie Kaffeekochen.“ Das habe auch der Vater so gewollt. Um Mitarbeiter ordentlich zu führen, müsse man zunächst das grundlegende „Handwerk“ erlernen, so die Philosophie des Do&Co-Chefs. Mit dem Catering-Imperium, zu dem auch die ehemalige Hofzuckerbäckerei Demel gehört, erzielt Dogudan sen. einen Jahresumsatz von 355 Millionen Euro.
Und inwiefern hat der Papa beim Führen der Filiale in New York die Hände mit im Spiel? „Er lässt uns relativ viel Spielraum.“ Nur bei wichtigen strategischen Entscheidungen fragen die beiden Jungunternehmer um Rat: „Da kommt uns seine Erfahrung zugute.“
Außerdem ist Dogudan sen. stets live per Video mit den Söhnen verbunden. Zwei Kameras sind in der Filiale montiert, von Wien aus kann sich der Do&Co-Chef jederzeit einloggen und die elektronischen Augen durch das Kaffeehaus schwenken.
„Er schaut vor allem darauf, dass alles sauber ist, und gibt uns Ratschläge, was wir besser machen könnten“, erklärt Dogudan jun., der sich durchaus vorstellen kann, eines Tages in die Fußstapfen des Vaters zu treten. „Bis dahin ist es aber noch ein langer Weg. Zunächst müssen wir uns mal mit dem New Yorker Demel beweisen.“
Der nächste Schritt ist schon geplant: ein weiterer Standort in Manhattan, am besten einer mit großer Fensterfront. Man sei bereits auf der Suche, wahrscheinlich werde man an der noblen Upper East Side ein weiteres Kaffeehaus eröffnen. Dabei dürfte es sich nicht um die letzte Neueröffnung handeln. Über kurz oder lang will Dogudan neben Wien, Salzburg und New York auch in anderen Städten Demel-Filialen.
Zu viele Demel-Filialen will der Jungunternehmer aber nicht aufsperren. „Wir wählen unsere Standorte ganz spezifisch aus. Da müssen alle Voraussetzungen passen. Demel soll schließlich nicht Starbucks werden“, sagt Dogudan.
Auf einen Blick
■Attila Dogudans Söhne Marius und Attila junior haben im November ein Demel-Kaffeehaus im Plaza-Hotel in Midtown Manhattan eröffnet. Auch wenn das Geschäft noch stockt, will man bald eine zweite und dritte Filiale eröffnen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.05.2009)