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Kritik an FPÖ: Auch evangelische Kirche schaltet sich ein

MICHAEL BUENKER
(c) APA (Georg Hochmuth)
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Nach Kardinal Schönborn kritisiert nun auch der evangelische Bischof Bünker FP-Chef Strache: "Er besitzt nicht die Legitimation, für religiöse Anliegen zu sprechen". Es sei eine Grenze überschritten worden.

Die kirchliche Kritik an der FPÖ-Wahlkampagne reißt nicht ab: Nach der katholischen schaltet sich nun auch die evangelische Kirche in die Debatte ein. Der evangelische Bischof Michael Bünker sagte am Freitag in der "Kleinen Zeitung": "Hier werden von einer politischen Partei religiöse Themen aufgegriffen und ausschließlich für politische Zwecke missbraucht". FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache "besitzt nicht die Legitimation, für religiöse Anliegen zu sprechen".

Der EU-Wahlkampf der FPÖ sorgt seit Tagen für heftige Kritik, nicht nur wegen des Slogans "Abendland in Christenhand", sondern auch, weil Strache bei einer Demonstration gegen den Bau einer Moschee in Wien mit einem Kreuz aufgetreten war. Auch FP-Zeitungsinserate, auf vor einem EU-Beitritt Israels gewarnt wird, sorgen für Empörung.

"Es ist ganz bestimmt eine Grenze überschritten worden, und ich bin froh, dass die Kirchen, der Kanzler und der Bundespräsident klar Stellung bezogen haben", sagte Bünker zum Kreuz-Auftritt.  Der evangelische Bischof sieht allerdings auch ein "Dilemma" für die Öffentlichkeit, "denn man fragt sich ja immer, ob man darauf reagieren soll oder nicht". Es sei "zu befürchten, dass sein (Straches, Anm.) Kalkül aufgeht. Zumindest die Aufmerksamkeit wird erhöht."

Kritik auch von Diözesanbischof Scheuer

Auch der Innsbrucker Diözesanbischof Manfred Scheuer tritt gegen "eine Instrumentalisierung des Glaubens" ein. Nach seiner Ansicht sei "der politische Gebrauch des Kreuzes ein klarer Missbrauch", sagte Scheuer in der Freitagausgabe der "Tiroler Tageszeitung". Denn das Kreuz stehe für "Feindesliebe und für Gewaltfreiheit".

Zum FPÖ-Plakat in Sachen "Christenhand" erklärte Scheuer, das "christliche Verständnis beruht nicht auf Nationen und dem Trennen von Inländern und Ausländern. Die Kirche strebt keine Monopolstellung an."

 

(Ag.)