„Der ideale Investor gibt nicht nur Geld“

Win-Win: Wenn Konzerne von Start-ups lernen.

Früher, so erzählt Birgit Hofreiter, Chefin des Informatics Innovation Center der TU Wien, früher wollten die Uni-Absolventen zu den Big Playern: PriceWaterhouse Coopers, Boston Consulting Group, IBM, um nur ein paar zu nennen. Und jetzt? „Jetzt wollen sie eher in ein kleines Unternehmen oder gleich selbst ein Start-up gründen“, sagt Hofreiter.

Gehen damit den „Riesen“ die klugen Köpfe aus? Oder haben sie nicht vielmehr die Chance, von den ambitionierten Gründern zu lernen? Können umgekehrt nicht auch Start-ups von etablierten Unternehmen profitieren? Wolfgang Anzengruber (Verbund), Christian Kern (ÖBB), Markus Noga (SAP), Ali Mahlodji (Whatchado), Alexander Rinke (Celonis) und Hofreiter waren sich bei einer der Breakout Sessions am Mittwoch schnell einig, dass sich aus der Symbiose von großen, kleinen, jungen und alten Unternehmen nur dann eine „Win-Win“-Situation ergibt, wenn bestimmte Voraussetzungen gegeben sind. Das bedeutet, dass ein „idealer Investor“ nicht nur Geld, sondern auch Know-how gebe.

Der Software-Spezialist SAP „arbeitet nur mit Partnern zusammen, die unserer DNA entsprechen“, sagte Noga. SAP kooperiert bereits mit einer ganzen Reihe von Start-ups, erst vor zwei Tagen wurde eine neue Plattform gegründet. Celonis entstand aus der Zusammenarbeit mit SAP. Der Konzern ist Kunde von Whatchado.
Kooperationen gehe man allerdings nicht aus reiner Gefälligkeit ein, „es muss für uns ein Vorteil rausspringen“, sagte ÖBB-Chef Kern. Es gebe etliche Bereiche, wo sich die Bahn Know-how zukaufe. Das macht auch der Verbund. Wobei Anzengruber davor warnte, dass Großkonzerne die Mentalität und Strukturen von Start-ups übernehmen. „Wir werfen unsere bisherigen Strukturen nicht weg, wir brauchen sie ja, wir lassen aber parallel etwas Neues zu.“ (eid)

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