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Zweifel an Kreditwürdigkeit: USA bangen um AAA

One-hundred-dollar notes are placed on a desk for counting at the Korea Exchange Banks headquarters s headquarters
(c) Reuters (Jo Yong-hak)

Erst jüngst zog die Ratingagentur Standard & Poor's eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit Großbritanniens in Betracht. Nun geraten die USA in die Schusslinie. "Auch große Länder sind antastbar", sagen Experten.

Die Ratingagentur Standard & Poor's hat erst jüngst die Herabstufung der Kreditfähigkeit Großbritanniens in den Raum gestellt. Nun könnten auch die USA um ihr AAA-Rating zittern. Der Dollar fiel zum Euro bereits auf den tiefsten Stand seit vier Monaten. Der Euro notierte am Freitag zum US-Greenback bei 1,3945 Dollar.

Und auch das Wall Street Journal urteilt: "Der Status des Dollars als Reservewährung der Welt schützt die USA davor, ihr AAA-Rating zu verlieren. Aber die Gläubiger weltweit fällen ihr eigenes Urteil zur fiskalischen Glaubwürdigkeit der USA auf einer täglichen Basis, und diese Urteile werden sich im Wert des Dollars und den Erträgen bei Staatsanleihen niederschlagen." Die Annahme der US-Regierung, dass der Schuldenstand bis 2011 70 Prozent erreichen werde, beruhe auf rosigen Annahmen zum Wirtschaftswachstum, schreibt das "Handelsblatt".

US-Finanzminister will Staatsdefizit senken

US-Finanzminister Timothy Geithner hat bereits reagiert und verspricht laut Nachrichtenagentur Bloomberg, das Budgetdefizit der USA zu senken. "Es ist wichtig, dass der Kongress und der Präsident jene Politik auf den Weg bringen, die das Defizit mittelfristig auf ein nachhaltiges Niveau senken", so Geithner.

Das hat wichtige Akteure wie den Co-Investmentchef des weltweit größten Anleihen-Investors Pimco aber nicht überzeugt. Er hält es durchaus für möglich, dass die USA schließlich ihr AAA-Rating verlieren könnten. Er sagte in einem Bloomberg-Interview zwar, dass dies nicht über Nacht geschehen werde, die Finanzmärkte aber beginnen, die Möglichkeit einzukalkulieren.

Dollar auf Talfahrt

Laut "Financial Times Deutschland" dominiert 2009 die Dollarskepsis. Zwar hoffen die Investoren auf ein baldiges Ende der weltweiten Rezession, der US-Haushalt würde aber Anlegern zunehmend Sorgen bereiten. Und: Die steigende Staatsverschuldung der USA würde mit einem großen Refinanzierungsbedarf an den Anleihenmärkten einhergehen.

Laut "Handelsblatt" vertrauen Investoren der US-Regierung nicht mehr, sie seien daher mit ihrem Geld zurückhaltend. Gründe dafür seien

  • der Druck, den der Staat auf die Bank of America ausgeübt habe, um Merrill Lynch zu übernehmen
  • sowie die Bevorzugung der Chrysler-Gewerkschaften gegenüber den Gläubigern.

"Denn sie wissen nicht, was sie tun"

Der Grund, warum die Alarmglocken läuten, ist die Drohung der Ratingagentur Standard & Poor's, die Kreditfähigkeit Großbritanniens herabzustufen. "Diese Entscheidung von Standard & Poor's widerspricht der These, dass die Bonitätsnoten großer Länder nicht angetastet werden. Das wird jetzt wahrscheinlich Spekulationen anheizen, dass weitere Länder folgen könnten", sagen Unicredit-Experten laut der "Financial Times Deutschland".

Experten der Commerzbank hingegen sind angesichts der Aufwertung des japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar skeptisch. In einer Analyse schreiben sie laut "Financial Times Deutschland" unter dem Titel "Denn sie wissen nicht, was sie tun": "Wer aus Angst vor einer zu hohen Staatsverschuldung in den USA ernsthaft den japanischen Yen als Fluchtwährung in Erwägung zieht, weiß offenbar nicht, was er tut. Besonders in Japan sind die Staatsfinanzen zerrüttet".