Griechenland: Flüchtlinge prügeln sich um einen Fährplatz nach Piräus

Tausende kommen täglich auf den grieichischen Ägäisinseln an.
Tausende kommen täglich auf den grieichischen Ägäisinseln an.REUTERS

EU-Kommissions-Vertreter fahren am Freitag nach Kos, um sich ein Bild von der angespannten Lage zu machen. Tausende Flüchtlingen warten auf griechischen Ägäisinseln auf eine Weiterreise.

Auch auf den griechischen Ägäisinseln warten tausende Flüchtlinge auf eine Weiterreise. Täglich kommen neue Flüchtlinge von der Türkei über das Mittelmeer auf die kleinen Inseln, die dem Ansturm der Menschenmassen nicht gewappnet sind. Tagelang warten die Flüchtlinge dort unter sengender Sonne auf eine Fähre, die sie zum griechischen Festland bringen soll. Auf den griechischen Inseln Lesbos und Kos ist es daher zu Rangeleien und Schlägereien gekommen.

Auf Lesbos setzte die Polizei Freitagfrüh Blendgranaten ein, um rund 1.000 aus Afghanistan stammende Flüchtlinge daran zu hindern, mit Gewalt auf die Fähre "Blue Star 1" zu kommen, die nach Piräus auslaufen sollte. Das Schiff konnte rechtzeitig ablegen, wie Augenzeugen berichteten. Auch auf Inseln der Ostägäis herrschen teils chaotische Zustände. Hunderte Migranten schlafen im Freien und werden nur mangelhaft versorgt. Am Donnerstagabend war es auf der Insel zu Schlägereien zwischen Migranten und Einheimischen gekommen. Die Polizei setzte Tränengas ein. Bei den Ausschreitungen wurden nach Berichten örtlicher Medien mehrere Menschen leicht verletzt.

Zentrale Aufnahmestelle in Piräus geplant

Die EU-Kommission will Griechenland in einem ersten Schritt 33 Millionen Euro zahlen, damit das Land die hohe Zahl an Flüchtlingen besser bewältigen kann. Um sich ein Bild von der Lage zu machen, wollen EU-Kommissions-Vizepräsident Frans Timmermans und der für Migrationsfragen zuständige EU-Kommissar Dimitris Avramopoulos am Freitag nach Kos reisen. Im Mittelpunkt der Gespräche stand laut Regierungskreisen die Einrichtung einer zentralen und personell gut ausgestatteten Aufnahmestelle in Piräus, die zuständig für die Registrierung der Tausenden Migranten sein soll. Nach Angaben des griechischen Ministeriums für Handelsschifffahrt sind seit Jahresbeginn bis einschließlich August 230.000 Migranten in Griechenland eingetroffen. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres waren es nur etwa 17.500.

Rund 2.500 Flüchtlinge trafen Freitagfrüh in der Hafenstadt Piräus ein. Sie kamen an Bord der Fähre "Eleftherios Venizelos". Die Fähre hatte die Menschen am Vortag von den Inseln Kos, Kalymnos, Leros und Lesbos abgeholt. Am Donnerstagabend war eine andere Fähre mit mehr als 1.700 Migranten aus Lesbos in Piräus eingelaufen, wie ein Offizier der Küstenwache der Deutschen Presse-Agentur am Donnerstagmorgen mitteilte. Die beiden Fähren sollten am Freitag erneut zu den Inseln der östlichen Ägäis fahren.

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(APA/dpa)