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ÖFB: Der erste von drei Euro-Matchbällen

Teamchef Koller scheint zuversichtlich zu sein
Teamchef Koller scheint zuversichtlich zu seinAPA/ROBERT JAEGER
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Österreichs Nationalmannschaft kann heute Abend mit einem Punktgewinn in Schweden auch die letzten theoretischen Zweifel an einer erfolgreichen Qualifikation beseitigen.

Immer, wenn die österreichische Fußballnationalmannschaft auf dem Flughafen Schwechat auftaucht, sind ihre Fans nicht weit. Hier ein Selfie, dort ein Autogramm, und es ist längst nicht mehr nur Bayern-Superstar David Alaba, der die Blicke auf sich zieht. Die gesamte Truppe begeistert, sie polarisiert. Man darf getrost von einer Einheit sprechen, auf und abseits des Platzes. „Es herrscht eine familiäre Atmosphäre“, bekräftigte England-Legionär Sebastian Prödl, ehe er samt Kollegen, Reportern und Sponsorvertretern mit dem Austrian-Airlines-Charter OS 2651 die Reise nach Stockholm antrat.

Die Zeit während des rund zweistündigen Flugs vertrieb sich mancher Spieler mit dem Studieren von Zeitungsartikeln über das Nationalteam. Andere wiederum, wie Julian Baumgartlinger oder Michael Madl, suchten ihr Glück beim Würfelpokern. Ein wenig Glück könnten die Österreicher womöglich auch heute Abend gut gebrauchen. Denn die ÖFB-Auswahl steht unmittelbar vor der Krönung ihres Reifeprozesses. Wenn das Spiel (20.45 Uhr, live in ORF 1) in der Friends-Arena zu Solna, einem Vorort von Stockholm, gegen Schweden nicht verloren geht, sind die allerletzten Zweifel beseitigt. Dann fährt die Koller-Elf 2016 zur EM nach Frankreich. Über ein mögliches zweites Qualifikationsszenario spricht derweil niemand. Sollte Russland in Liechtenstein stolpern, stünde Österreich ebenfalls als einer von 24 EM-Teilnehmern fest.

Es entspricht (nicht mehr) der rot-weiß-roten Kickermentalität, sich über derartige Eventualitäten den Kopf zu zerbrechen. Das über Jahre erarbeitete Selbstvertrauen tragen die Teamspieler nun offen zur Schau. Man macht sich nicht mehr kleiner, als man ist, verkauft sich aber auch nicht als Europameister in spe. Es herrscht eine gesunde, realitätsnahe Stimmung. Insofern passt es ins Gesamtbild, dass Kollers Mannen einem möglichen Ausfall von Schwedens Superstar Zlatan Ibrahimović (Bauchmuskelprobleme) nicht zu viel Bedeutung beimessen wollten. Prödl: „Wenn er spielt, werden wir uns auf ihn einstellen. Wenn jemand anderer spielt, werden wir uns auf jemand anderen einstellen.“

Ein Punkt, der die EM bedeutet

Am Montag nahm Schwedens Kapitän jedenfalls am Mannschaftstraining teil. Teamchef Erik Hamren wollte sich dennoch nicht in die Karten blicken lassen. „Alles ist möglich: dass er gar nicht dabei ist, vorerst nur auf der Bank sitzt oder von Beginn an spielt.“ Es ist allerdings von einem Starteinsatz auszugehen. Auch Ibrahimović spielt gern Fußball für sein Land.

Das rot-weiß-rote Pendant zu Ibrahimović heißt Marc Janko, der vor seinem 47.?Länderspieleinsatz immense Vorfreude verspürt. „Es kribbelt gehörig“, meinte der Basel-Stürmer, der tunlichst davon abriet, auf ein Remis zu spielen. „Die Schweden haben dasselbe in Russland probiert. Man hat gesehen, was passiert ist.“
Doch Österreichs Team ist ohnehin auf Sieg gepolt, zuletzt gelangen immerhin sechs Pflichtspielerfolge en suite. Ein siebenter Sieg würde einen Eintrag in die ÖFB-Geschichtsbücher mit sich bringen. Über allen Statistiken aber thront der Gedanke der erstmaligen sportlichen EM-Qualifikation. Dafür genügt ein Punkt aus den Spielen gegen Schweden, Montenegro (9.?Oktober) und Liechtenstein (12.?Oktober in Wien). Prödl: „Wir haben drei Chancen. Es wäre schön, wenn wir nur eine brauchen.“