Saisonfinale in der deutschen Bundesliga: Der neue Meister fertigte Werder Bremen 5:1 ab. Sebastian Prödl blieb das Pech treu.
Wolfsburg. Manche trauten dem Frieden vor dem Finale um die deutsche Meisterschaft nicht, schließlich lehrt die Geschichte, dass man Bayern München bis zum Schluss auf der Rechnung haben muss. Aber diesmal half auch der übliche Dusel nichts, denn der VfL Wolfsburg gab die Tabellenführung nicht mehr aus der Hand. Die „Wölfe“ stürmten in der letzten Runde gegen Werder Bremen zu einem 5:1-Heimsieg, sicherten sich damit die erste Meisterschaft in der Klubgeschichte.
Trainer Felix Magath, der ehemalige Happel-Schüler, hatte vor dem finalen Duell mit dem Uefa-Cup-Finalisten gewarnt. „Es hätte die Gefahr bestehen können, dass man in so einer kleinen Stadt mit dem ganzen Rundherum und dem Trubel nicht umgehen kann. Aber ich habe eben eine Mannschaft, die imstande ist, genau dann Leistung zu bringen, wenn sie gefragt ist.“
Die Wolfsburger begannen die Partie wie entfesselt, nach nur 15 Minuten stand es bereits 2:0 für die Hausherren. Misimovic und Torjäger Grafite trugen sich in die Schützenliste ein. Die Abwehr der Bremer zeichnete sich bei beiden Aktionen nicht aus, auch Österreichs Teamverteidiger Sebastian Prödl schwamm gewaltig. Der Steirer verursachte dann auch noch das 3:0 der Wolfsburger – ausgerechnet das Eigentor war sein erster Treffer in der Bundesliga.
Magath verabschiedet sich als Meister, er hat in Wolfsburg ganze Arbeit geleistet. In nur zwei Jahren hat der Fußball-Lehrer, mit großer Machtfülle ausgestattet, die VW-Werkself auf Spitzenniveau gebracht. Das Erfolgsgeheimnis? „Ordnung, Disziplin, körperliche Fitness.“ das hat sich früher bei Ernst Happel auch nicht anders angehört. „Wir haben zu einer soliden Struktur und Stabilität gefunden. Aus einer starken Grundordnung kann auch Kreativität entstehen. Und unberechenbar waren wir auch – vor allem durch die beiden außergewöhnlichen Angreifer.“ Grafite, dem gegen Bremen ein Doppelpack gelang, holte sich mit 28 Saisontoren auch die Torjäger-Kanone. Sein Partner Dzeko machte mit 26 Treffern auf sich aufmerksam.
Trainer Magath verlässt Wolfsburg als großer Triumphator. Warum er zu Schalke wechselt? „Ich bin ein unruhiger Geist“, meint er in einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. „Ich suche das Abenteuer.“ Sein Nachfolger könnte Armin Veh werden. Der 48-Jährige hatte zuletzt Stuttgart betreut und 2007 zur Meisterschaft geführt.
Vizemeister wurde Bayern München (2:1 gegen die tapferen Stuttgarter). Für die Euro-League qualifizierten sich Hertha BSC und der Hamburger SV (3:2 in Frankfurt). Fixabsteiger sind Karlsruhe und Bielefeld. Cottbus erreichte den Relegationsplatz. wie
("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.05.2009)