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ÖFB-Jubel: "Schöner kann man Qualifikation nicht fixieren"

Alaba, Harnik und Dragovic
Alaba, Harnik und DragovicGEPA pictures
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Teamchef Marcel Koller und die Spieler feierten das vorzeitige EM-Ticket ausgelassen. Kapitän Fuchs: "Kann es noch gar nicht begreifen."

Es war ein Bild mit Symbolkraft: Österreichs Teamspieler zelebrierten das 4:1 gegen Schweden und den damit verbundenen EM-Startplatz ausgerechnet in jenem Bereich der Friends Arena von Solna, von dem aus Zlatan Ibrahimovic vor knapp zwei Jahren mit einem Schuss ins lange Eck die WM-Träume der ÖFB-Auswahl beendet hatte.

Die Enttäuschung von damals ist spätestens seit Dienstag Schnee von gestern. Die Schützlinge von Teamchef Marcel Koller jubelten mit den 2200 mitgereisten Fans, legten mit ihren übergestreiften "Frankreich WIR kommen"-T-Shirts minutenlange Freudentänze auf den Rasen hin und schupften Koller, Sportdirektor Willi Ruttensteiner und ÖFB-Präsident Leo Windtner in die Luft.

Alaba und Martin Harnik betätigten sich via Megafon als Einpeitscher, flankiert von Aleksandar Dragovic mit einer rot-weiß-roten Perücke als Kopfschmuck. Auch Marko Arnautovic beteiligte sich intensiv an den Feierlichkeiten und meinte danach: "Wir haben bewiesen, dass wir nicht nur eine Mannschaft sind, sondern eine Familie."

Fuchs: "Wer hätte das vorher gedacht?"

Ihr eigener Gala-Auftritt versetzte die ÖFB-Internationalen in eine Stimmung zwischen Euphorie und Verblüffung. "Ich kann es noch gar nicht richtig begreifen und tu' mir schwer, das alles einzuordnen", gab Christian Fuchs nach dem siebenten Pflichtspiel-Erfolg en suite zu. "Wer hätte das vorher gedacht, dass wir so durchmarschieren? Vorher hätte ich auch unterschrieben, dass wir uns nur knapp qualifizieren", sagte der Teamkapitän.

Sebastian Prödl sprach von einem "Wahnsinnsspiel" und einer "Wahnsinnsleistung". "Schöner kann man die Qualifikation nicht fixieren. Wir haben die Schweden hochverdient auseinandergenommen, es hat fast alles gestimmt. Wir sind froh, dass wir es geschafft haben. Und die Art und Weise, wie wir es geschafft haben, ist das Sahnehäubchen."

Alaba: "Lange und hart dafür gearbeitet"

Laut David Alaba hat sich das Nationalteam nun für die Mühen der vergangenen Jahre belohnt. "Wir haben sehr lange und hart daran gearbeitet, so einen Erfolg zu feiern", erklärte der Bayern-Star und wies darauf hin, dass der Sieg höher hätte ausfallen können.

Allerdings hätte das Spiel auch eine andere Wendung nehmen können, schließlich übten die Schweden zu Beginn großen Druck aus. "Da sind wir zu tief gestanden", meinte Julian Baumgartlinger. Man habe sich dann innerhalb der Mannschaft darauf verständigt, weiter nach vorne zu rücken und früher zu attackieren, womit man den Hausherren den Schwung nahm.

Windtner: "Kleine Sensation in Fußball-Europa"

Wie Teamchef Marcel Koller wurde auch ÖFB-Präsident Leo Windtner von den österreichischen Teamspielern dermaßen durch die Luft gewirbelt, dass ihm kurzfristig Hören und Sehen verging. Bald danach aber hatte sich der Oberösterreicher wieder gefangen und sprach von einem Nationalteam-Auftritt historischen Ausmaßes. "Die Mannschaft hat Fußball-Geschichte geschrieben. Man schlägt Schweden nicht nebenbei mit 4:1, noch dazu auswärts. Das ist eine kleine Sensation in Fußball-Europa."

Der Siegeswille der ÖFB-Auswahl sei ab der ersten Minute spürbar gewesen. "Und die Art und Weise, wie dieser Sieg eingefahren wurde, spricht für die nachhaltige Leistung während der gesamten Qualifikation."

Wie weit es die Mannschaft bei der EM 2016 bringen kann, wollte Windtner nicht prophezeien. "Wir stellen jetzt keine Kalkulationen oder Spekulationen an, sondern möchten die Qualifikation ordentlich zu Ende bringen, weil es ja auch noch um Topf zwei bei der Auslosung geht. Nach der Quali werden wir uns dann gründlich auf die EM vorbereiten."

Österreich derzeit in EM-Topf zwei

Für das Abschneiden in Frankreich könnte auch die Topfeinteilung eine nicht unwesentliche Rolle spielen. Ersten Berechnungen zufolge stieß das ÖFB-Team in der dafür maßgeblichen Uefa-Rangliste nach den jüngsten Siegen in Topf zwei vor, könnte aber bei einem Punkteverlust am 9. Oktober in Montenegro und drei Tage später in Wien gegen Liechtenstein wieder zurückfallen.

Allein schon deshalb sei im abschließenden EM-Quali-Doppel höchste Konzentration gefragt, so Doppeltorschütze Martin Harnik, der gemeinsam mit Fuchs, Prödl, Ramazan Özcan und György Garics zu jenen aktuellen Teamspielern zählt, die schon bei der Heim-EM 2008 Turniererfahrung auf höchstem Level gesammelt haben. "Wir werden alles dafür tun, um in einen guten Lostopf zu kommen. Jeder Rückschlag, der zu vermeiden ist, muss vermieden werden", forderte der ÖFB-Teamspieler nach dem siebenten Pflichtspiel-Sieg in Serie.

Dieser Erfolgslauf hat noch einen positiven Nebeneffekt: In der am 1. Oktober erscheinenden Fifa-Weltrangliste dürfte die Nationalmannschaft ihr zuletzt erreichtes Allzeit-Hoch noch einmal übertreffen und um zwei Ränge auf Platz elf vorrücken.

(APA)