Flüchtlingsquoten hätten "keinen Sinn", sagt Regierungschef Sobotka. Präsident Zeman nennt Junckers Vorstoß "irrational".
Tschechien hat am Mittwoch seine strikt ablehnende Haltung zu verpflichtenden Flüchtlingsquoten bekräftigt. Die Regierung habe dem Innenminister Milan Chovanec für das Treffen der EU-Minister am Montag (14. September) ein entsprechendes Mandat erteilt, wie Premier Bohuslav Sobotka auf einer Pressekonferenz bekanntgab.
Flüchtlingsquoten hätten "keinen Sinn", weil sie die Debatte "von der Lösung der Ursachen der Migrationswelle ablenken". Tschechien sei bereit zu helfen, allerdings nur freiwillig und entsprechend der ökonomischen Möglichkeiten des Landes.
Staatspräsident Milos Zeman bezeichnete den Vorschlag von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker zur Verteilung von weiteren 120.000 Flüchtlingen unter die EU-Staaten als "unsinnig". Es handle sich um einen "irrationalen Vorschlag, weil die Migranten sowieso nach Deutschland wollen".
Chovanec "nicht überrascht"
Für Chovanec war die Rede von Juncker "keine Überraschung". "Wir lehnen die Quoten weiterhin ab, weil sie nichts lösen können. Das ist nur Verschieben des Problems (...) Wie sollen wir tausende Menschen aufnehmen, die bei uns nicht sein wollen? Ich verstehe das nicht. 99 Prozent wollen nach Deutschland", sagte Chovanec. Die Regierung habe nicht die Absicht, die Zahl der Flüchtlinge aus Griechenland und Italien zu erhöhen, zu deren Aufnahme sie sich bereits freiwillig verpflichtet hatte. Dazu "gibt es keinen Grund", so Chovanec. Tschechien will also weiterhin 1100 Flüchtlinge übernehmen.
(APA)