Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Lebensräume mit Türmen, Mühlen und Geschichte

Land- und Herrenhäuser. Traditionelle Anwesen in unverbaubarer Grünruhelage.

Zweihundertfünf Zimmer, Küche, Bad: Wenn es um den Verkauf historischer Immobilien geht, sind die Zahlenangaben in den Portfolios der Makler doch um einiges imposanter als bei der herkömmlichen Innenstadtwohnung. Das fängt bei der Zahl der Zimmer an und hört bei jener der Vorbesitzer noch lang nicht auf.
Bei dem derzeit zum Verkauf stehenden Schloss im Trentino kommen zu den 205 Wohnräumen 26 Vorbesitzer hinzu. Das aus dem zwölften Jahrhundert stammende Anwesen in Tassullo im Val di Non ist seit 26 Generationen im Besitz des Geschlechts der Spaur, deren Graf Ulrich es seit Jahrzehnten bewohnt. Besitzverhältnisse, die dafür gesorgt haben, dass das Haus mit seinen knapp 4500 Quadratmetern Wohnfläche auch nach aufwändigen Sanierungsarbeiten seinen ursprünglichen Charakter bewahrt hat. So finden sich im Inneren rosenverzierte Decken, Parkettböden und imposante Kronleuchter, Kamine und Kachelöfen sorgen dafür, dass das Haus ebenso im Winter ein angenehmer Ort ist. Und bieten damit auch zukünftigen Besitzern mit Plänen in Richtung Events oder Hotellerie diverse Optionen. Das gut 140.000 Quadratmeter große Grundstück ist mit Weinbergen und Obstbäumen, Gärten und Rosenbeeten bepflanzt, und ein aus der Römerzeit stammender 44 Meter hoher Turm mit beeindruckendem Ausblick verleiht dem Begriff „unverbaubare Grünruhelage“ eine ganz neue Bedeutung. Das Schloss liegt oberhalb des kleinen Orts Tassullo inmitten von Hügeln, Obstgärten und Apfelplantagen in der Nähe bekannter Dolomiten-Skigebiete wie Madonna di Campiglio, eine halbe Autostunde von Bozen und Trient entfernt. Vermarktet wird das Anwesen über Engel&Völkers, Preis auf Anfrage.

Wohnburg mit Komfort

Als „renovierte Wohnburg mit allem Komfort“ wird derzeit die altehrwürdige Burg Geyersberg – oder Geiersberg, je nach Schreibweise – im kärtnerischen Friesach vermarktet. Eine Widmung, an die bei der Errichtung der Felsenburg am Nordende der Stadt wohl noch niemand gedacht hat. Einst von Herzog Engelhard von Kärnten als Stützpunkt erbaut, hat auch diese Anlage seit dem 13. Jahrhundert jede Menge Vorbesitzer zu verzeichnen, von denen nicht alle willkommen oder in friedlicher Absicht eingezogen waren. So ging das imposante Anwesen etwa durch die Hände von Salzburger Ministerialen, Erzherzögen und ungarischen Besatzern, musste Mitte des 17. Jahrhunderts einen Großbrand überstehen und fristete bis 1912 sein Dasein als Halbruine.
Wilhelm von Dietrich baute die Festung danach teilweise auf, ehe Geyersberg 1957 wieder zu Wohnzwecken genutzt werden konnte. Heute finden sich auf dem knapp 40.000 Quadratmeter großen Grundstück mit einer terrassierten Parkanlage Annehmlichkeiten wie ein Pool, ein Saunagebäude und ein Sandtennisplatz, außerdem gehören zur Außenanlage ein Pförtnerhaus und eine eigene Kapelle aus dem 16. Jahrhundert. Im Wohntrakt, der mit dem Bergfried verbunden ist, wurden auf vier Etagen 450 Quadratmeter stilgerecht renovierte Wohnfläche samt Holzböden und Kaminen gewonnen. Angeboten wird die Burg über Herzog Immobilien, der Kaufpreis beträgt 1,5 Millionen Euro.

Haferlmühle im Weinviertel

Weniger wehrhaft, dafür umso arbeitsreicher ist die Geschichte der alten Haferlmühle in Bad Pirawarth, die aktuell über Spiegelfeld Immobilien vermittelt wird. Das Mühlanwesen im Weinviertel wird erstmals im Jahr 1793 urkundlich erwähnt und wurde bis in die 1960er-Jahre als Getreidemühle betrieben. Nach der Stilllegung ging das Anwesen in den 1970er-Jahren an die heutigen Besitzer über, die es seitdem als Wohnhaus genutzt haben. Der Wohntrakt verfügt auf zwei Ebenen über 280 Quadratmeter Wohn- und Nutzfläche: Der Wohnsalon sowie vier Schlafzimmer befinden sich im Obergeschoß, im Erdgeschoß gibt es Küche und Speisezimmer, Wirtschaftsräume und ein Gästezimmer. Außerdem ist der alte Mühlentrakt erhalten, teilweise sogar noch in der alten Originaleinrichtung.

Hammerherrenhaus

Auf dem insgesamt 8400 Quadratmeter großen Grundstück stehen darüber hinaus ein Freisitz, eine Holzscheune für die Gartengeräte und ein schöner alter Weinkeller. Zwei eigene Brunnen sorgen außerdem für Unabhängigkeit bei der Trinkwasserversorgung, ein großer alter Baumbestand – inklusive etlicher Walnussbäume im hinteren Bereich – für eine verwunschene Atmosphäre. Zu haben ist das Anwesen für 480.000 Euro.
Auf eine wechselvolle Geschichte kann auch ein herrschaftliches Anwesen nahe Stift Admont zurückblicken, das aktuell vom Re/Max-Immobilien verkauft wird, und ursprünglich im 16. Jahrhundert als Hammerherrenhaus errichtet wurde. Diese typischerweise mit einem Krüppelwalmdach und vielen Gaupen versehenen Häuser dienten in der Renaissance den Hammerherren genannten Besitzern der Hammerwerke als angemessene Unterkunft. Inkludiert waren üblicherweise neben Rechten zur Wassernutzung auch Wälder zur Holzkohlegewinnung und eine Landwirtschaft zur Versorgung ihrer Arbeiter. Besitzverhältnisse, die auch die spätere Umwidmung des historischen Anwesens nachvollziehbar machen: So wurde es zunächst als Jagdschloss genutzt, ehe es im 19. Jahrhundert eine neue Fassade erhielt und Ende der 1960er-Jahre neu adaptiert wurde. Seit den 1970er-Jahren ist das Jagdschloss in Privatbesitz und wird mit seinen 700 Quadratmetern Wohnfläche als großzügiges Wohnhaus genutzt. Für den Fall, dass das als eher beengend empfunden wird, können weitere 400 Quadratmeter ausgebaut werden. Ab 2008 ist das Anwesen nach und nach umfassend renoviert worden, wobei unter anderem unter den Stein- und Parkettböden auch Fußbodenheizungen eingebaut wurden. Auch die Außenanlagen auf dem 13.000 Quadratmeter großen Grund wurden vor wenigen Jahren neu gestaltet: In Handarbeit gefertigte Schmiedearbeiten vom Tor über die Fenstertröge bis zum Pavillon und antike Steintröge zollen der Geschichte des Hauses Tribut. Der Moderne tragen dann eher wieder der im Preis enthaltene Rasentraktor sowie die Schneefräse Rechnung. Wenn diese zum Einsatz kommt, kann das Jagdschloss noch einmal zusätzlich mit seiner Lage punkten: Die örtliche Langlaufloipe führt nämlich in nur 50 Metern Entfernung am Haus vorbei. Preis auf Anfrage. (SMA)