Augsburg hadert mit Bayern-Pleite, Frankfurt feiert Alexander Meier.
München. Nach dem Schlusspfiff in München gingen bei Augsburg die Wogen hoch. Der Außenseiter hatte sich Meister Bayern nur unter kräftiger Hilfe des Schiedsrichters mit 1:2 geschlagen geben müssen. Als Douglas Costa im Strafraum auf Markus Feulner auflief und zu Boden ging, verließ sich Schiedsrichter Knut Kircher auf die Anzeige seines Assistenten und entschied auf Elfmeter – Thomas Müller verwandelte sicher (90.).
„Eine Frechheit. Wir sind beschissen worden“, schimpfte Augsburg-Trainer Markus Weinzierl, und Kapitän Paul Verhaegh legte nach: „Ich bin mir zu 100 Prozent sicher, dass dieser Elfmeter für uns hier nicht gepfiffen worden wäre“ Selbst der Unparteiische gestand seinen Fehler ein. „Da lag der Assistent falsch, wir hätten nicht pfeifen dürfen“, sagte Kircher und entschuldigte sich persönlich bei den Augsburger Verantwortlichen. Ein schwacher Trost für die Gäste, die lange mit der Sensation spekulieren durften. Völlig entgegen dem Spielverlauf (80 Prozent Ballbesitz für Bayern) waren sie mit der ersten Chance in Führung gegangen (43.), doch Lewandowski (77.) und Müller rissen sie aus ihren Träumen.
Für den 1. FC Köln setzte es in Frankfurt die erste Saisonniederlage, die Mannschaft von Peter Stöger schlitterte in ein 2:6-Debakel. Überragender Spieler auf dem Platz war Eintracht-Profi Alexander Meier, der nach über fünfmonatiger Verletzungspause sein Comeback gab und prompt drei Treffer erzielte. „Man probiert, einfach gut zu spielen, und das hat ganz gut geklappt“, gab sich der Torschützenkönig der vergangenen Saison, der sich im April einem Eingriff an der Patellasehne unterziehen musste, bescheiden.
Bremen feierte Zlatko Junuzovic, der beim 3:1-Last-Minute-Sieg gegen Hoffenheim doppelt traf (45., 93.). Das zweite Werder-Tor von Ujah (92.) bereitete Rückkehrer Claudio Pizarro, 36, vor.
Schrecksekunde bei Okotie
In der zweiten deutschen Liga sorgte ÖFB-Teamstürmer Rubin Okotie für eine Schrecksekunde. Der 1860-Profi ging bei der 0:3-Niederlage in Düsseldorf ohne Fremdeinwirkung bewusstlos zu Boden (75.). Kurz zuvor war er von einer Faustabwehr des gegnerischen Torhüters getroffen worden. Eine Computertomografie in der Uniklinik zeigte jedoch keine Auffälligkeiten, weshalb die Ärzte den 28-Jährigen entließen. (swi)
("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.09.2015)