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Europa League: Wer gegen große Gegner nichts zu verlieren hat

FUSSBALL: TIPICO BUNDESLIGA / CASHPOINT SCR ALTACH - SK RAPID WIEN
Steffen Hofmann(c) APA/DIETMAR STIPLOVSEK (DIETMAR STIPLOVSEK)
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Villarreal ist Rapids erster Gruppengegner, Steffen Hofmann erinnert an große Spiele im Europacup: HSV, Aston Villa. Rückschläge wie in Altach aber irritieren.

Wien. Nach einem Jahr Absenz mischt Rapid wieder in der Europa League mit. Vergessen sind das blamable Aus im Vorjahr gegen HJK Helsinki, abgehakt ist das 2:2-Remis gegen Donezk und die damit knapp verpasste Champions-League-Qualifikation. Nun beginnt wieder der Alltag im Europacup, für Rapid-Evergreen Steffen Hofmann ist es geradezu „Business as usual“. Der Kapitän startet am Donnerstag (19 Uhr/live, Puls 4) gegen Villarreal in seine bereits fünfte Saison in der zweithöchsten Europacup-Etage.

In Gruppe E warten neben dem spanischen Topklub noch Tschechiens Champion Viktoria Pilsen und Dinamo Minsk, zur Erinnerung: Die Weißrussen hatten sich gegen Salzburg durchgesetzt.

Hofmann nennt schnell die Ziele des Klubs. Ein Platz in den Top 2 der Gruppe sowie der Aufstieg ins Sechzehntelfinale wurden bislang immer verpasst. Heuer soll alles anders sein, Hofmann sagt es energisch. „Villarreal ist Favorit. Ein spanisches Team, das in der Europa League spielt, hat viel Qualität“, so der Deutsche, der seit 2002 mit einem Jahr Unterbruch (1860 München) für Grün-Weiß spielt. „Aber wir wollen erneut so spielen wie gegen Ajax oder Donezk. Wir haben alle Chancen.“

Ein Erfolgserlebnis gegen den Salzburg-Bezwinger der Vorsaison wäre ein Europa-League-Highlight, zu denen Hofmann auch den 3:0-Sieg über den HSV 2009 zählt. Zwei erfolgreiche Vergleiche mit Aston Villa fielen ihm ein, solche Partien vergesse man eben nie.

Aber auch die Rückschläge blieben erinnerlich. 2014 HJK, 2010 die Heimniederlage gegen Sofia, der 35-Jährige ließ kein Tief unerwähnt. Da darf das 0:2 gegen Altach in der vergangenen Meisterschaftsrunde nicht fehlen. Die enttäuschende Darbietung hatte eine heftige Reaktion von Sportdirektor Andreas Müller („Rapid-unwürdig“) zur Folge. Der SCR-Kapitän sagt: „Ich finde es okay, wenn wir bei einer schlechten Leistung kritisiert werden. Wir werden ja auch gelobt, wenn wir gut spielen.“ Hofmann stößt sich auch selbst daran, dass Rapid international Glanzleistungen abliefert, in den zwei jüngsten Ligaspielen jedoch viel schuldig blieb. „Es schaut blöd aus, wenn man gegen große Gegner tolle Spiele macht und dann gegen vermeintlich Kleine Punkte liegen lässt. Das darf nicht passieren.“

Es ist wie immer alles eine Frage der Sichtweise. Von bisher 65 Europacupspielen haben ÖFB-Klubs nur elf gewonnen. Dem stehen sechzehn Remis und 38 Niederlagen gegenüber. Das Torverhältnis ist deutlich, 50:140. Von den letzten sechs Pflichtspielen hat Rapid eines (gegen Grödig) gewonnen. Villarreal, aktuell Vierter der Primera Division, ist aber ein ganz anderes Kaliber. Also wird Rapid getrost ganz anders spielen. (fin)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.09.2015)