Der Chef der US-Großbank Goldman Sachs, Lloyd Blankfein, hat die chinesische Führung für ihre Finanz-und Wirtschaftspolitik harsch kritisiert. Die jüngsten Eingriffe von China zur Stabilisierung der Börsen seien "unbeholfen" und "schludrig" gewesen, sagte Blankfein.
"Die haben nicht viel Erfahrung mit solchen Markt-Angelegenheiten." Er würde "derzeit nicht in China investieren", fügte Blankfein hinzu.
Nach einem heftigen Auf und Ab an den chinesischen Börsen und vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um die Konjunktur hatte Peking zuletzt ein ganzes Bündel von Maßnahmen ergriffen, um die Märkte zu beruhigen und die Wirtschaft anzukurbeln. Blankfein sagte dazu, die chinesische Führung kenne "die Probleme", Änderungen der Politik seien aber "richtig schwer".
Goldman Sachs hatte kürzlich geschätzt, dass die chinesische Wirtschaft derzeit aufs Jahr gerechnet lediglich rund sechs Prozent zulegt, während offiziell für das erste und zweite Quartal 2015 jeweils sieben Prozent genannt wurden. Auch wenn die offiziellen Zahlen zutreffen, handelt es sich um das geringste Wachstum seit 1990. Das befeuert die Angst vor einer Konjunkturabkühlung, die die gesamte Weltwirtschaft in Mitleidenschaft ziehen könnte.