Am Vorabend hat die Fed die erste US-Zinserhöhung seit 2006 einmal mehr vertagt.
Die Wiener Börse hat heute, Freitag, bis Mittag ihre Verluste ausgeweitet. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.274,88 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 15,55 Punkten bzw. 0,68 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -2,00 Prozent, FTSE/London -0,44 Prozent und CAC-40/Paris -1,59 Prozent.
Die Feierstimmung blieb an den Aktienmärkten somit trotz der aufgeschobenen Zinswende in den USA aus. Am Vorabend hatte die Chefin der Federal Reserve (Fed), Janet Yellen, auch mit Hinweis auf die angespannte konjunkturelle Situation Chinas die erste US-Zinserhöhung seit 2006 einmal mehr vertagt. Vor allem, dass seitens der Fed die Inflations- und Wirtschaftswachstumserwartungen gesenkt wurden, hinterließ an den Märkten Katerstimmung.
"Wir gehen davon aus, dass die Fed auf der Sitzung am 16. Dezember mit der Normalisierung der Geldpolitik beginnen wird. Auf Basis der Erfahrung der Fed-Politik der letzten Quartale ist aber auch diese Prognose von großer Unsicherheit geprägt, da eine Zinsanhebung im Dezember erneut mit der gleichen Argumentation wie dieses Mal verschoben werden könnte", konstatiert ein Raiffeisen-Analyst.
Neben der Verarbeitung der verschobenen US-Zinswende stehen zum Wochenausklang keine wesentlichen Konjunkturdaten auf der Agenda. Die Vorgaben von den asiatischen und New Yorker Handelsplätzen fielen negativ aus, neben der Wiener Börse präsentierten sich auch die übrigen europäischen Handelsplätze allesamt defizitär.
In Wien gerieten Andritz mit minus 3,04 Prozent auf 41,31 Euro ins Hintertreffen. Zuvor hatten die Analysten von Goldman Sachs ihr Kursziel für die Papiere der Andritz im Rahmen einer Sektorstudie von 59 auf 55 Euro gesenkt. Die Kaufempfehlung "Buy" bleibt aber weiter aufrecht.
Auch einige andere Wiener Schwergewichte wurden billiger gehandelt, darunter die Aktien von Raiffeisen (minus 1,83 Prozent), voestalpine (minus 2,55 Prozent) und Erste Group (minus 1,43 Prozent).
An der Indexspitze fanden sich mit plus 4,24 Prozent auf 2,16 Euro die Titel der Immofinanz wieder. Die Analysten der Societe Generale haben die Aktien der Immofinanz von "Hold" auf "Buy" angehoben und zugleich ihr Kursziel von 2,9 auf 2,7 Euro gesenkt. Sie betonen den negativen Bilanzeffekt des Russlandsgeschäfts und haben mit Hinblick auf die Ergebnisse ihren Ausblick gesenkt und ihr Kursziel reduziert.
Wolford verbilligten sich um 0,02 Prozent auf 22,00 Euro, der Vorarlberger Strumpfhersteller wird erstmals seit drei Jahren eine Dividende ausschütten. Sie wurde am Vorabend in der Höhe von 20 Cent je Aktie auf der Hauptversammlung des Konzerns beschlossen.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 2.290,97 Punkten, das Tagestief lag gegen 10.50 Uhr bei 2.269,22 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,63 Prozent tiefer bei 1.156,84 Punkten. Im prime market zeigten sich elf Titel mit höheren Kursen, 26 mit tieferen und einer unverändert. In drei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 3.836.364 (Vortag: 2.662.730) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 74,271 (57,13) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher voestalpine mit 227.421 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 14,72 Mio. Euro entspricht.
(APA)