Österreich verbesserte sich zwar im Ranking des Beratungsunternehmens A.T. Kearney: Große Forschungsfreude und enges politisches Korsett bestimmen Investitionslaune.
„Investoren sind am Standort Österreich im Vergleich mit Deutschland oder gar der Schweiz relativ gut abgesichert. Aber sie werden für ihre Investitionen verhältnismäßig schlecht belohnt“, sagt Florian Haslauer, Geschäftsführer und Partner bei A.T. Kearney Österreich. Das Land erreicht im globalen Vergleich gerade noch einen Platz in den Top 20 - hat sich aber immerhin von Platz 20 auf Platz 18 verbessert.
Innovationsspitzenreiter ist die Schweiz. Deutschland belegt Platz 12. Das geht aus dem Global Innovation Index 2015. Er gilt weltweit als wichtigstes Instrument, um die Innovationsfähigkeit von Ländern zu messen. Der GII 2015 beruht auf 79 einzelnen Indikatoren für 141 Länder. Er wird von der französischen Business School INSEAD, der Cornell University und der World Intellectual Property Organization (WIPO) der Vereinten Nationen herausgegeben.
Die Spitzenposition im GII 2015 nimmt die Schweiz ein, gefolgt von Großbritannien und Schweden. Finnland (2014 noch Rang 4) stieg auf den sechsten Platz ab – die Niederlande und die USA kletterten auf Rang 4 beziehungsweise 5. Ebenfalls unter den Top Ten: Singapur, Irland, Luxemburg und Dänemark.
Regulatorische Enge und hohes Bildungsniveau
Österreich wird auf Platz 18 gelistet. Gute Voraussetzungen für Innovationen bieten hier vor allem die politische Stabilität und das Vertrauen in gesetzliche Rahmen.
Zudem kann sich die Wirtschaft auf gut ausgebildete Arbeitnehmer und einen hohen Forschungswillen verlassen. Die Gesamtausgaben für Forschung und Entwicklung sind die siebthöchsten weltweit und entsprechen 2,9 Prozent des BIP. Über 4,6 Prozent aller Österreicher arbeiten in der Forschung und Entwicklung neuer Produkte, Lösungen oder Systeme. Die Qualität der universitären Ausbildung liegt weltweit auf dem siebten Rang – und damit weit vor Deutschland und nur einen Platz hinter dem Innovationsweltmeister Schweiz.
Wenn es allerdings um die Neugründung von Unternehmungen geht, stellen sich diese Rahmenbedingungen als Hemmschuh heraus. „Gut ausgebildete Menschen in einem engen politischen Korsett – das schlägt leider auch auf die Investitionslaune“, sagt Haslauer.
Nicht in Österreich kommerzialisiert
„Häufig werden Dinge in Deutschland erfunden, aber anderswo kommerzialisiert – ähnlich wie in Österreich“, erklärt Kai Engel, Partner bei A.T. Kearney und Leiter des globalen Kompetenzteams Innovation.