Am Wochenende wird füllen sich die Notunterkünfte in Österreich wieder mit Flüchtlingen. Ebenso überqueren tausende Flüchtlinge geordnet die Grenzen nach Deutschland. Es folgt ein Ticker mit den wichtigen Ereignissen am Freitag:
Sonntag, 20. September:
19.23 Uhr - Die Sperre der A4 (Ostautobahn) beim Grenzübergang Nickelsdorf ist am Sonntag gegen 19.00 Uhr wieder aufgehoben worden, das teilte die LPD Burgenland und der ÖAMTC der APA am Sonntagabend mit. Die Ostautobahn war um 14.55 Uhr gesperrt worden.
19.21 Uhr - Rund 1.000 Flüchtlinge haben sich am Sonntagabend auf dem Weg nach Kärnten befunden. Wie Polizeisprecher Rainer Dionisio im Gespräch mit der APA mitteilte, werden die Flüchtlinge aus Nickelsdorf im Notquartier am Klagenfurter Südring, in einer ehemaligen Druckerei, untergebracht. Die ersten neun Busse mit rund 450 Flüchtlingen wurden für 22 Uhr erwartet.
18.58 Uhr - In Nickelsdorf ist die Zahl der anwesenden Flüchtlinge im Bereich des Flugdachs bei der Grenze am Abend auf 4.500 geschrumpft. "Sehr, sehr viele sind mit Taxis weitergefahren. Außerdem sind einige Busse unterwegs, mit denen die Menschen in Quartiere in anderen Bundesländer gebracht werden", sagte Polizeisprecher Gerald Pangl auf Nachfrage der APA. Man habe Quartiere "bis runter nach Kärnten". "Es lockert sich hier alles auf. Die Schlange von heute Nachmittag hat sich halbiert. Es fahren laufend Busse, viele Taxis sind unterwegs." Die Lage könnte sich allerdings bald wieder ändern. "Es gibt Gerüchte, dass 3.000 Personen in Ungarn unterwegs sind und hier herkommen. Aber bestätigt haben wir das nicht", sagte Pangl.
18.07 Uhr - Das Rote Kreuz hat am Sonntag mit rund 15.000 Übernachtungen von Flüchtlingen in Österreich kalkuliert. "Rund 7.000 Personen sind noch in Nickelsdorf, 9.000 sind schon unterwegs zu Quartieren", sagte Bundesrettungskommandant Gerry Foitik der APA. "Sowohl Transport- als auch Quartierkapazitäten sind mittlerweile sehr gering", sagte Foitik. So waren die Notunterkünfte in Wien beispielsweise bereits am führen Abend ausgelastet. Flüchtlinge wurden auch weiter in Unterkünfte in der Steiermark, Kärnten, Oberösterreich und Salzburg gebracht, sagte Foitik. Einen genauen Überblick, wie viele Schutzsuchende sich in Österreich befinden, gebe es nicht, da ja niemand registriert werde, erklärte der Bundesrettungskommandant. "Aber auch heute werden wieder bis zu 5.000 Menschen in Nickelsdorf übernachten, es können nicht alle weitergebracht werden", sagte Foitik. "Solange es keine politische Lösung gibt wird es so weitergehen", betonte der Bundesrettungskommandant.
18.04 Uhr - Die USA wollen im kommenden Jahr 15.000 Flüchtlinge mehr als geplant aufnehmen. Außenminister John Kerry sagte am Sonntag nach Gesprächen mit seinem deutschen Kollegen Frank-Walter Steinmeier und einem Treffen mit syrischen Flüchtlingen in Berlin, damit werde die Aufnahme-Obergrenze für 2016 auf 85.000 erhöht. 2017 sollten dann 100.000 Hilfesuchende in den USA Zuflucht finden. Wie viele Syrer dabei sein sollen, sagte er nicht.
17.33 Uhr - In Salzburg ist die Flüchtlingssituation am Sonntag tagsüber weiterhin stabil verlaufen. In den späten Nachmittagsstunden befanden sich rund 600 Menschen am Hauptbahnhof, allerdings wurde mit einem weiteren Zustrom gerechnet. Höchststand in der Tiefgarage waren heute rund 800 bis 900 Personen, teilten Stadt und Land Salzburg am Sonntag kurz nach 17.00 Uhr nach einer Einsatzbesprechung mit. Das Notquartier am Gelände der ehemaligen Autobahnmeisterei bei Salzburg-Mitte steht weiterhin bereit. 350 Flüchtlinge wurden im Lauf des Tages bereits in diese Unterkunft gebracht. Diese Menschen machten sich zumeist selbstständig auf den Weg nach Deutschland. Schwierig war allerdings ein Ausblick auf den Abend. Denn ob noch weitere Sonderzüge mit einer größeren Anzahl an Notreisenden nach Salzburg kommen beziehungsweise ob weitere Sonderzüge nach Deutschland zur Verfügung stehen werden, war zum Zeitpunkt der Besprechung noch offen. Weiterhin eingestellt blieb auch am Wochenende der planmäßige Zugverkehr nach und von Deutschland ab Salzburg.
17.17 Uhr - Insgesamt sind seit Jahresbeginn rund 217.000 Flüchtlinge nach Ungarn gekommen, teilte das ungarische Landespolizeipräsidium am Sonntag laut MTI mit. Insgesamt 201.335 seien über die serbisch-ungarische Grenze ins Land gekommen, 15.833 reisten über Kroatien ein. Allerdings hat sich die Route des Flüchtlingsstroms in den vergangenen Tagen deutlich verändert, seitdem Ungarn mit einem Grenzzaun die Grenze zu Serbien dicht gemacht hat. So wurden am Samstag nur mehr 166 Flüchtlinge an der serbischen Grenze aufgegriffen, während 4.740 Menschen über die kroatische Grenze nach Ungarn kamen. Am Sonntag kamen allein bis sechs Uhr früh weitere 105 Menschen über die serbische Grenze und weitere 3.100 über die kroatische.
16.23 Uhr - Ein Reuters-Kameramann berichtet, dass Ungarn offensichtlich die Schließung der Grenze bei Beremend vorbereitet. Bautrupps rammen drei Meter hohe Zaunpfähle in den Boden und errichten ein Tor am Übergang. Über den Grenzübergang hat Kroatien in den vergangenen Tagen ohne Absprache Tausende Flüchtlinge nach Ungarn abgeschoben, was zu scharfen Protesten des EU-Nachbarlandes geführt hat. Aus dem kroatischen Grenzort Beli Monastir sind noch weitere Busse mit Migranten unterwegs nach Beremend.
15.49 Uhr - Von Samstagfrüh bis Sonntagmittag strömten nach Polizeiangaben über 22.000 Menschen vor allem aus Ungarn nach Österreich. Am Sonntag kamen bis zum frühen Nachmittag 10.700 Menschen im Burgenland an, das waren mehr als am gesamten Vortag. Damit könnten in den nächsten Tagen auch wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen.
15.32 Uhr - Die A4 (Ostautobahn) beim Grenzübergang Nickelsdorf im Burgenland ist erneut gesperrt worden. Die Sperre wurde am Sonntag um 14.55 Uhr verfügt, sagte ein ÖAMTC-Sprecher der APA. Wie lange sie aufrecht bleibe, sei noch nicht abschätzbar.
15.25 Uhr - Rumänien hat zwei Not-Aufnahmezentren für Flüchtlinge nahe der serbischen Grenze in den Orten Lunga und Stamora Moravita eingerichtet. Außerdem hätten die zuständigen Beamten eine Übung für den Umgang mit einem Massenandrang von Migranten abgehalten, teilt das rumänische Innenministerium mit. Rumänien spüre zwar keinen unmittelbaren Andrang von Flüchtlingen, sagt der stellvertretende Ministerpräsident Gabriel Oprea. Aber es sei nötig, die Fähigkeiten zu testen, um auf eine dynamische Entwicklung der Lage vorbereitet zu sein.
15.18 Uhr - In Nickelsdorf fahren die Flüchtlinge sowohl mit Bussen, Zügen und Taxis innerhalb Österreichs weiter. Taxis stehen allerdings etwa 200 Meter weiter weg und sollen nicht zum Flugdach-Bereich, wo die Flüchtlinge in Schlangen auf ihre Weiterfahrt warten. Die Taxilenker können ihre Fahrgäste zu Fuß abholen, die Polizei koordiniert. Auch ein Sonderzug soll um etwa 15:00 Uhr mit 400 Personen von Nickelsdorf Richtung Wien abfahren, hieß es von der Polizei. Außerdem fahren weiterhin immer wieder Busse Richtung Wien. Bereits um 11:00 Uhr ging am Sonntag ein Sonderzug in Richtung Wien mit 450 Personen.
14.26 Uhr - Die deutsche Arbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) erwartet angesichts der vielen Flüchtlinge eine höhere Arbeitslosigkeit in Deutschland. "Wir denken, dass im nächsten Jahr der Zustrom auf den deutschen Arbeitsmarkt deutlich ansteigt. Ich rechne auch damit, dass die Arbeitslosenzahlen steigen", sagte Nahles im Deutschlandfunk. Damit Flüchtlinge nicht nur Deutschland, Österreich und Schweden ansteuern, strebt Innenminister Thomas de Maiziere feste, großzügige EU-Flüchtlingskontingente für eine legale Zuwanderung an. Viele EU-Länder, gerade in Osteuropa, sperren sich gegen verbindliche Quoten. Fraglich ist, ob der innenpolitisch angeschlagene de Maiziere seine Kollegen bei einem neuen Treffen der Innen- und Justizminister am Dienstag in Brüssel davon überzeugen kann. Am Mittwoch folgt dort ein Sondergipfel der Staats- und Regierungschefs.
14.16 Uhr - In Summe 11.000 Flüchtlinge sind am Samstag über die Grenzübergänge im Burgenland und der Steiermark nach Österreich gekommen, berichtete ein Sprecher des Innenministeriums der APA. Via Twitter dankte das Ministerium allen Beteiligten für die "herausragende Leistung" bei der Versorgung dieser Menschen. Auch am Sonntag hielt der Flüchtlingsstrom nach Österreich an. Am frühen Sonntagnachmittag befanden sich rund 7.000 Flüchtlinge im burgenländischen Nickelsdorf an der Grenze zu Ungarn. Erneut sollte ein Zug in Hegyeshalom in Ungarn mit bis zu 2.000 Personen ankommen, die in Folge wieder in Nickelsdorf zu erwarten sind, hieß es vonseiten der Einsatzkräfte vor Ort.
10.40 Uhr - Die Nacht auf Sonntag haben insgesamt 5.000 Flüchtlinge in Notquartieren der Stadt Wien verbracht. 770 etwa übernachteten im Ferry-Dusika-Stadtion, das Platz für 1.500 Personen hätte. Die Kapazitäten waren ausreichend, eine so große Zahl an "Schutzsuchenden unterzubringen, ist aber zweifellos eine Herausforderung", sagte der stellvertretende Magistratsdirektor, Wolfgang Müller, der APA. Dank der guten Zusammenarbeit mit den Einsatzkräften, Hilfsorganisationen und NGOs sei es der Stadt wieder gelungen, dass kein einziger Flüchtling die Nacht am Bahnhof verbringen musste. In Wien gibt es insgesamt 8.000 Notschlafplätze, ca. 6.500 werden vom Fonds Soziales Wien (FSW) in Zusammenarbeit mit NGOs verwaltet. Die Flüchtlinge sollen im Laufe des Tages zu den Bahnhöfen gebracht werden, um weiter Richtung Westen zu reisen.
13.58 Uhr - Insgesamt 25.000 Flüchtlinge haben seit Mittwoch Kroatien erreicht, das hat das kroatische Innenministerium am Sonntag bekannt gegeben. Rund 4.000 Menschen hielten sich laut der Nachrichtenagentur Hina Sonntagmittag noch rund um den Bahnhof der Grenzstadt Tovarnik auf. Die aus Serbien eingereisten Flüchtlinge warteten auf Busse oder Züge, um Richtung Ungarn oder Slowenien weiterzufahren. Am Samstag waren rund 1.500 Flüchtlinge mit Bussen und 1.000 weitere per Zug von Tovarnik zur ungarischen Grenze gebracht worden. Außerdem waren weitere 4.000 Migranten von Aufnahmezentren in anderen Teilen Kroatiens Richtung Ungarn gelenkt. Die meisten der Flüchtlinge stammten laut Hina aus den Bürgerkriegsländern Syrien und dem Irak. Viel waren erschöpft, nachdem sie bereits wochenlang unterwegs waren.
13.53 Uhr - Beim Zusammenstoß einer Fähre mit einem Schlauchboot mit 46 Flüchtlingen an Bord sind am Sonntag vor der türkischen Küste mindestens 13 Flüchtlinge ertrunken, 13 weitere wurden noch vermisst. Nach Angaben der türkischen Nachrichtenagentur Dogan war das Boot auf dem Weg von Canakkale zur griechischen Insel Lesbos. Unter den Toten waren demnach auch vier Kinder. 20 weitere Insassen konnten geborgen werden. Welcher Nationalität die Flüchtlinge waren, blieb zunächst unklar. Es ist bereits das zweite Unglück in der Ägäis binnen weniger Stunden. Zuvor war ein Boot mit vermutlich 46 Flüchtlingen kurz vor Lesbos in Schwierigkeiten geraten und gesunken. 20 der Passagiere konnten gerettet werden, die restlichen wurden noch vermisst. Unter ihnen sind nach Angaben der griechischen Nachrichtenagentur ANA ebenfalls Kinder. Am Samstag war bei einem Unglück mit einem Flüchtlingsboot eine fünfjährige Syrerin ertrunken, elf Menschen konnten gerettet werden. Die restlichen der vermutlich mindestens 26 Insassen wurden ebenfalls vermisst.
13.25 Uhr - Einen regen Flüchtlings-Zustrom hat es Sonntagmittag wieder in Salzburg gegeben. Rund 600 Personen befanden sich zu Mittag am Bahnhof. Etwa 200 weitere wurden mit Zügen aus Wien und Graz noch erwartet. Vorsorglich aktivierte man die Notunterkünfte beim ehemaligen Asfinag-Gebäude sowie das alte Zollamt am Grenzübergang, teilte Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) in einer Presseaussendung mit. Weitere 400 Personen waren in einem Sonderzug aus Nickelsdorf unterwegs. Hier werde daran gearbeitet, dass diese Menschen in einen Sonderzug nach Deutschland umsteigen können, hieß es in der Aussendung. Ziel sei die Aufrechterhaltung des geordneten Betriebes am Salzburger Hauptbahnhof.
13.15 Uhr - Der deutsche Innenminister Thomas de Maiziere (CDU) steht wegen der schleppenden Bearbeitung der Asylverfahren in Deutschland weiter in der Kritik. Der stellvertretende Vorsitze der mitregierenden SPD Ralf Stegner legte de Maiziere den Rücktritt nahe, wenn er die Probleme bei der Bearbeitung der Asylanträge nicht in den Griff bekomme. De Maiziere müsse "endlich die Asylverfahren beschleunigen, wie das Länder und Kommunen seit vielen Monaten fordern", sagte Stegner der "Bild am Sonntag". "Wenn er bei diesem Kernproblem weiter versagt, reicht es nicht, wenn nur der BAMF-Chef abtritt. Dann sollte de Maizière als verantwortlicher Minister zurücktreten." Der Chef des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF), Manfred Schmidt, war am Donnerstag nach wochenlanger Kritik an seiner Behörde zurückgetreten. Hilfe bei der Bearbeitung der sich stauenden Asylanträge erhofft sich de Maiziere von Beamten, die aus dem Ruhestand zurückgeholt werden. Nach Informationen von "Bild am Sonntag" meldeten sich inzwischen 220 ehemalige Staatsdiener zum Dienst - darunter einfache Sachbearbeiter und ein früherer Staatssekretär.
12.44 Uhr - Die EU will einem Bericht zufolge angesichts der vielen Flüchtlinge in Kroatien und Slowenien nun auch Schutzsuchende aus diesen Ländern auf die EU-Staaten verteilen. Wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" unter Berufung auf einen Entwurf für das EU-Innenministertreffen am Dienstag berichtete, arbeiten Kommission und Ratspräsidentschaft an entsprechenden Plänen. Umsiedlungen sollten auch aus jenen "Mitgliedstaaten im Südosten, die am stärksten vom Flüchtlingsstrom auf der Westbalkanroute betroffen sind", möglich sein, heißt es darin. EU-Kommissionschef Jean-Claude Juncker hatte vorgeschlagen, insgesamt 160.000 Asylsuchende aus den Haupt-Ankunftsländern Griechenland, Ungarn und Italien auf die 28 EU-Mitgliedstaaten umzuverteilen. Er fordert eine verbindliche Quotenregelung für die künftige Flüchtlingsverteilung.
10.28 Uhr - Die Notunterkünfte in der Steiermark sind momentan ausgelastet, teilte die Polizei am Sonntag mit. Nachdem am Samstag rund 350 Personen über Gornja Radgona und rund 300 über Spielfeld nach Österreich gekommen sind und auf die Quartiere aufgeteilt wurden, sucht man nun nach Unterbringungsmöglichkeiten in anderen Bundesländern. In Unterpremstätten wurden bereits vor Ankunft der neuen Flüchtlinge am Samstag rund 700 Menschen betreut, die von der ungarischen Grenze dorthin gebracht worden waren. Ein Teil von ihnen ist Sonntagfrüh mit dem Zug nach Deutschland weitergefahren, trotzdem sind die Unterkünfte derzeit voll. Es ist aber zu erwarten, dass die meisten Personen in nächster Zeit weiterreisen werden, da am Wochenende bisher nur 36 Asylanträge in der Steiermark gestellt wurden.
12.50 Uhr - Die Zahl der in Bayern ankommenden Flüchtlinge ist wie schon in den Tagen zuvor auch am Samstag zurückgegangen: Rund 2.700 Menschen erreichten an dem Tag den Freistaat. Dies teilte ein Sprecher des beim Innenministerium angesiedelten Stabes "Asyl Oktoberfest" am Sonntag mit, nachdem zuvor verschiedene Angaben bei den einzelnen Behörden für Verwirrung gesorgt hatten. Auch für den Sonntag rechnete der Stab mit weiteren Migranten. "Eine Prognose abzugeben, ist schwierig. Wir leben im Zwei-Stunden-Modus", sagte der Sprecher. In Passau kamen am Sonntagmorgen bereits zwei Züge mit jeweils rund 500 Flüchtlingen an. Am Münchner Hauptbahnhof hingegen verzeichnete die deutsche Bundespolizei kaum neue Ankünfte - die Züge von der deutsch-österreichischen Grenze werden derzeit um München herum geleitet, weil der Hauptbahnhof ohnehin mit zahlreichen anreisenden Oktoberfest-Besuchern ausgelastet ist.
10.27 Uhr - In Summe 11.000 Flüchtlinge sind am Samstag - also zwischen Freitag und Samstag Mitternacht - über die Grenzübergänge im Burgenland und der Steiermark nach Österreich gekommen, berichtete ein Sprecher des Innenministeriums der APA. Via Twitter dankte das Ministerium allen Beteiligten für die "herausragende Leistung" bei der Versorgung dieser Menschen.
09.52 Uhr - In Nickelsdorf werden sich laut Polizei in Kürze 7.000 Flüchtlinge befinden. "Vor Kurzem gab es Meldungen, dass zwei Züge nach Hegyeshalom kommen. Diese Züge mit 1.900 und 1.100 Personen dürften nun angekommen sein. Gerade treffen Flüchtlinge hier bei uns ein", schilderte Polizeisprecher Gerald Pangl heute, Sonntagvormittag, der APA die Lage. In Heiligenkreuz befinden sich aktuell 250 Personen. In der Nacht sei bereits ein Sonderzug mit 400 Personen von Nickelsdorf in Richtung Linz gefahren. "Heute um 09.00 Uhr wurden weitere 400 mit einem Sonderzug nach Salzburg gebracht", sagte Pangl. Wie schon am Samstag nutzen viele Flüchtlinge Taxis, um weiterzureisen. "Busse sind bereitgestellt, allerdings ist es sehr schwer Quartiere zu finden", erläuterte der Polizeisprecher.
08.43 Uhr - Nachdem am Samstag 200 Personen in Spielfeld von Slowenien aus nach Österreich gekommen sind, haben sich in der Nacht wieder rund 100 Menschen dort eingefunden, um die Grenze zu passieren. Sie wurden allerdings von der Polizei zurückgewiesen und blieben daher im sogenannten "Niemandsland", teilte die Polizei auf APA-Anfrage mit. In den steirischen Notquartieren herrscht ein Kommen und Gehen, so verließen 300 Personen die Schwarzlhalle in Unterpremstätten, um Sonntagfrüh mit dem Zug nach Deutschland weiterzufahren. Derzeit sind dort 500 Schutzsuchende untergebracht, in Graz-Webling sind 450 und in Feldkirchen nächtigten 400.
07.54 Uhr - Nach dem Untergang eines Flüchtlingsbootes vor der griechischen Insel Lesbos werden 26 Migranten vermisst. 20 Menschen seien aus dem Wasser gerettet worden, teilt die Küstenwache mit.
07.06 Uhr - Die kanadische Regierung will die Aufnahme von Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak beschleunigen. Für diese Menschen werde es ein vereinfachtes Asyl-Verfahren geben, kündigte Einwanderungsminister Chris Alexander am Samstag in Toronto an. Zudem würden mehr Mitarbeiter zur Bearbeitung der Anträge abgestellt. Die Mehrheit der Anträge solle so innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen werden. Damit werde Kanada seine Zusage, 10.000 Menschen aus Syrien aufzunehmen, 15 Monate früher als geplant umzusetzen.
06.53 Uhr - Derzeit sind etwa 1.400 Flüchtlinge in Graz und Graz-Umgebung in Notquartieren untergebracht. 300 Personen seien in der Früh von Graz nach Salzburg gebracht worden, teilte die Landespolizeidirektion Steiermark am Sonntag auf Anfrage der APA mit. Die Lage an den Grenzübergängen Spielfeld und Bad Radkersburg sei in der Nacht ruhig gewesen. Die insgesamt über 600 Flüchtlinge, die am Samstagabend in Bad Radkersburg und Spielfeld waren, sind mittlerweile in Notquartieren wie etwa der ehemaligen Bellaflora-Halle in Feldkirchen bei Graz untergebracht.
06.33 Uhr - Der CDU-Europapolitiker Elmar Brok fordert eine Registrierung von Flüchtlingen schon vor ihrer Ankunft in der EU. Die Europäische Union sollte die Registrierungszentren für Flüchtlinge nicht nur in Italien und Griechenland einrichten, sondern auch in Transitstaaten wie der Türkei, Jordanien, dem Libanon, Ägypten und Serbien. Das sagte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im EU-Parlament der Zeitung "Welt am Sonntag". "Wer gute Chancen auf Asyl hat, kann in diesen Staaten das Verfahren bereits beantragen und er wird auf sicherem Weg nach Europa gebracht." Eine solche Maßnahme würde die EU-Länder deutlich entlasten und die Flüchtlinge vor einer gefährlichen Flucht schützen. Zudem könnten Migranten ohne Aussicht auf Asyl oder eine Einreiseerlaubnis gleich dort abgewiesen werden.
06.25 Uhr - Die Schweiz sollte aus Sicht der Chefin des Schweizer UNHCR-Büros, Anja Klug, einen größeren Anteil der Syrer als Flüchtlinge anerkennen. Klug kritisiert, dass die Mehrheit der Syrer nur vorläufig aufgenommen wird. "Die Schweiz verfolgt gegenüber syrischen Asylsuchenden eine zu restriktive Politik", sagte die Mitarbeiterin der UNO-Flüchtlingshochkommissariats (UNHCR) im Interview mit der "NZZ am Sonntag". Während die europäischen Staaten laut Klug im Schnitt 70 Prozent der Syrer als Flüchtlinge anerkennen, liegt die Quote in der Schweiz bei 35 Prozent. "Vorläufig Aufgenommene müssen jederzeit damit rechnen, dass sie aus der Schweiz weggewiesen werden", sagte Klug weiter. Außerdem dürften sie ihre Familienmitglieder oft nicht nachreisen lassen, hätten nur erschwerten Zugang zum Arbeitsmarkt und dürften das Land nicht von sich aus verlassen. Die Praxis der Schweiz sende auch ein "katastrophales Signal" an die Bevölkerung aus: Sie erwecke den Eindruck, "dass die betroffenen Asylsuchenden gar nicht gefährdet und gar nicht auf Schutz angewiesen" seien. Klug empfiehlt, den syrischen Asylsuchenden einen speziellen Schutzstatus zuzuerkennen.
05.01 Uhr - Die insgesamt mehr als 600 Flüchtlinge, die sich am Samstagabend in Bad Radkersburg und Spielfeld befunden haben, sind mittlerweile in Notquartiere wie jenes in der ehemaligen Bellaflora-Halle in Feldkirchen bei Graz gebracht worden. Das teilte die Polizei Steiermark in der Nacht auf Sonntag auf Anfrage mit. In Spielfeld hätten mehrere Personen Asyl beantragt. In Bad Radkersburg waren am frühen Samstagabend rund 350 Flüchtlinge zu Fuß aus Slowenien eingetroffen. Rund 320 weitere Personen waren von Samstagnachmittag bis zum Abend von Slowenien nach Spielfeld gekommen.
04.27 Uhr - Die wegen des starken Flüchtlingszustroms wieder eingeführten Kontrollen an verschiedenen Grenzen in Europa werden nach einer Umfrage von den Deutschen mehrheitlich begrüßt. 51 Prozent der Befragten befürworteten die Kontrollen, darunter auch an den deutschen Grenzen, "voll und ganz", während 27 Prozent die Kontrollen als "eher geeignet" einstuften. "Ganz" und "eher" ablehnend antworteten elf und fünf Prozent von insgesamt 1.108 Befragten in der YouGov-Umfrage, deren Daten zwischen dem 14. und 18. September erhoben wurden.
04.18 Uhr - Die deutsche Bundesregierung will syrische Flüchtlinge in der Region mit einer Soforthilfe von 20 Millionen Euro unterstützen. Das Geld gehe an das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen, sagte Bundesentwicklungsminister Gerd Müller der "Welt am Sonntag". Damit könnten rund 500.000 Flüchtlinge in der Region drei Monate lang mit Nahrungsmitteln versorgt werden. Dass den UN-Organisationen jetzt das Geld ausgehe, um die Versorgung mit Lebensmitteln vor Ort sicherzustellen, sei nicht hinzunehmen. "Ich hoffe, dass andere Staaten unserem Beispiel folgen", sagte Müller. Deutschland habe bereits Syriens Nachbarländer Jordanien, Libanon und Türkei zur Versorgung der Bürgerkriegsflüchtlinge mit 1,5 Milliarden Euro unterstützt.
03.14 Uhr - Rund 3.000 Flüchtlinge haben sich in der Nacht auf Sonntag in Nickelsdorf befunden, zwischen 1.000 und 1.500 weitere wurden bis in die Morgenstunden noch dort erwartet, wie es vom Einsatzstab der Polizei Burgenland auf Anfrage hieß. Laufend würden Menschen in Notunterkünfte gebracht, im Moment vorwiegend mit Bussen. In Heiligenkreuz hielten sich unterdessen etwa 300 Flüchtlinge auf.
01.26 Uhr - Die Zahl der gefassten Schlepper in Deutschland ist laut einem Zeitungsbericht in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Allein im August seien deutschlandweit 440 Schlepper festgenommen worden, teilte die Bundespolizei nach Angaben der Zeitung "Welt am Sonntag" ("WamS") mit. Dies sei weit mehr als in den Monaten zuvor: 213 Schlepper waren es laut "WamS" im Jänner, 301 im Februar, 157 im März, 200 im April, 230 im Mai, 319 im Juni und 365 im Juli.
Zuletzt zeichnete sich dem Bericht zufolge aber wieder ein Rückgang ab: Bis Mitte September wurden demnach 111 mutmaßliche Schlepper gefasst. Ein Großteil der dieses Jahr festgenommenen Verdächtigen stammt laut "WamS" aus dem Balkan. "Es wurden 611 Schleuser festgestellt, die aus dieser Region stammen", teilte das Präsidium der deutschen Bundespolizei der Zeitung mit.
Samstag, 19. September:
19.56 Uhr - Rund 350 Flüchtlinge sind am frühen Abend zu Fuß in Bad Radkersburg eingetroffen. Sie waren einige Stunden in einer Halle in Gornja Radgona (Oberradkersburg) festgehalten worden, ehe sie Slowenien zu Fuß in Richtung Steiermark verlassen durften. Um circa 17.20 Uhr ließen die slowenischen Behörden sie in Richtung Österreich weitermarschieren. Die Menschen wirkten deutlich erleichtert, machten das Victory-Zeichen. Unter den Flüchtlingen befand sich eine große Anzahl von Kindern.
19.19 Uhr - In Deutschland sind am Samstag erneut deutlich weniger Flüchtlinge angekommen als an den Vortagen. In Passau wurden nach Angaben der Bundespolizei rund 600 Menschen aufgegriffen, in Freilassing kam ein Zug mit weiteren 400 an. Am Mittwoch hatten die deutschen Behörden noch rund 7.000 Migranten registriert, danach war die Zahl stetig gesunken. Für Sonntag erwartet die Bundespolizei zwei Sonderzüge aus Österreich mit Migranten. Ab Montag seien dann täglich jeweils fünf Züge angekündigt, sagte ein Sprecher.
18.35 Uhr - Vor der libyschen Küste sind am Samstag mehr als 4.500 Flüchtlinge aus dem Mittelmeer geborgen worden. Die Menschen seien von zivilen Schiffen sowie Polizei- und Militärschiffen aus 20 Booten gerettet worden, teilte die italienische Küstenwache mit. Auch ein Marineschiff der deutschen Bundeswehr war demnach involviert. Die geborgenen Menschen stammten nach Angaben von beteiligten Rettern unter anderem aus Eritrea, Libyen, Nigeria, Somalia und Syrien. Eine Frau sei tot aufgefunden worden.
18.47 Uhr - Im Burgenland sind am Samstagabend erneut 1.800 Flüchtlinge, die zuvor mit dem Zug in Hegyeshalom angekommen waren, zu Fuß auf dem Weg nach Nickelsdorf gewesen. Das teilte Polizeisprecherin Alexandra Hareter der APA mit. Zuvor hatte man gerüchteweise von dieser Zahl gehört, eine Bestätigung gab es aus Ungarn dazu aber nicht, hieß es von der Exekutive. Generell waren am Samstagabend insgesamt noch rund 3.400 Flüchtlinge im Burgenland. Rund 2.400 befanden sich in Nickelsdorf und knapp unter 1.000 in Heiligenkreuz. Die neuen Ankömmlinge in Nickelsdorf werde man laut Hareter nun versorgen. Beim Weitertransport setze man derzeit auf Taxis. Bereits in den vergangenen Stunden hätten sich Flüchtlinge auf diese Art um ihr Weiterkommen gekümmert. Busse seien zwar vorhanden, aber man warte auf Informationen betreffend der Destination. Deshalb seien diese derzeit leer, man befülle sie zunächst nicht.
18.28 Uhr - In Freilassing in Oberbayern ist am frühen Abend ein Zug aus Graz mit rund 400 Flüchtlingen angekommen. Die Menschen würden registriert und anschließend nach Hanau gebracht, sagte ein Sprecher der Bundespolizei.
17.35 Uhr - Im Ort Gornja Radgona haben die slowenischen Behörden am Samstag um circa 17.20 Uhr die rund 350 Flüchtlinge in Richtung Österreich weitermarschieren lassen. Diese befinden sich nun auf dem Weg zu Fuß zur österreichischen Grenze und werden in den nächsten Minuten in Bad Radkersburg erwartet. Die Menschen wirkten deutlich erleichtert, machten das Victory-Zeichen. Unter den Flüchtlingen befindet sich eine große Anzahl von Kindern. Sie wirkten alle sehr glücklich, weitermarschieren zu dürfen.
Der Sprecher von Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP), Hermann Muhr, dementierte unterdessen gegenüber der APA NGO-Informationen, wonach es eine Absprache zwischen österreichischen und slowenischen Behörden gegeben habe. "Es gibt keinen Korridor und keine Absprachen dazu. Es gibt keine Sonderregelungen." Man sollte keine falschen Erwartungen wecken, so Muhr.
17.23 Uhr - Am Samstagnachmittag sind rund 150 Flüchtlinge in Spielfeld von Slowenien nach Österreich gekommen. Sie wurden vom Roten Kreuz erstversorgt und werden nach Graz und Feldkirchen in die Notunterkünfte gebracht. Zwei Kinder und eine Frau mussten ins Krankenhaus transportiert werden, so Rot-Kreuz-Sprecher August Bäck auf APA-Anfrage. Die 150 Flüchtlinge wurden zunächst auf einem Lkw-Parkplatz an der B67 vom Roten Kreuz versorgt. "Eine Mutter dürfte ihr Kind auf der Flucht bekommen haben und musste ins Spital", so Bäck. Die Menschen sollen mit Bussen nach Graz in ein ehemaliges Shopping-Center und nach Feldkirchen in die frühere Bellaflora-Halle gebracht werden.
16.00 Uhr - Seit Mitternacht kamen erneut tausende Flüchtlinge über Ungarn in die Grenzgemeinde - und das ohne Vorankündigung, kritisierte Bürgermeister Gerhard Zapfl (SPÖ) am Samstag im APA-Gespräch. Er sieht deshalb nun Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) gefordert. "Ich appelliere hier an den Außenminister. Kurz soll mit seinem ungarischen Amtskollegen Gespräche führen. Es muss eine vernünftige, diplomatische Ebene geschaffen werden. Nichts ist schlechter, als nicht miteinander zu reden", so der Ortschef, der wie viele andere noch am Freitag davon ausgegangen war, "dass diese Geschichte ein Ende hat". "Ich finde es traurig und schade, dass die Kommunikation mit Ungarn nicht funktioniert." Durch den plötzlichen Ansturm in der Nacht auf Samstag habe eine neue Geschichte begonnen, für die erst wieder Freiwillige, die bereits von ihrer Arbeit der vergangenen Tage und Wochen erschöpft waren, motiviert werden mussten. "Wir hatten zunächst einen eklatanten Personalmangel", sagte Zapfl.
15.57 Uhr - Am Samstag ist es am Münchner Hauptbahnhof ruhig geblieben. Ein Sprecher der deutschen Bundespolizei sagte am frühen Nachmittag, die Lage sei "sehr entspannt". Bis 13.00 Uhr wurden etwa 60 Flüchtlinge gezählt. Züge mit Flüchtlingen sollten nach Behördenangaben wegen des Wiesn-Auftakts möglichst um München herumgeleitet werden. An der deutsch-österreichischen Grenze wurden am Samstag auch deutlich weniger ankommende Migranten festgestellt als an den Vortagen. In Niederbayern waren es nach Angaben der Bundespolizei in Freyung bis 14.00 Uhr etwa 500 Flüchtlinge. Für Oberbayern lagen zunächst keine aktuellen Zahlen vor.
15.30 Uhr - Bis Samstagnachmittag sind bereits rund 2.000 Flüchtlinge von Wien in den Westen gereist. "Sie sind mit Tickets in regulären Zügen weitergefahren", sagte Polizeisprecher Paul Eidenberger. Am Wiener Haupt- und am Westbahnhof befanden sich gegen 15.00 Uhr jeweils rund 200 Flüchtlinge. Seit Freitagmittag wurden in Wien 113 Asylanträge gestellt, sagte der Sprecher.
15.22 Uhr - Ungarn wird den Bau des Zauns an der Grenze zu Kroatien an den Stellen beschleunigen, wo es nötig sei, kündigt Ungarns Außenminister Peter Szijjarto an.
15.13 Uhr - Der deutsche Finanzminister Wolfgang Schäuble erwägt einem Medienbericht zufolge weitere Milliarden-Einsparungen, um die Flüchtlingshilfe zu finanzieren. Der CDU-Politiker wolle bis zu zwei Milliarden Euro zusätzlich aus dem Haushalt 2016 für die Versorgung der Flüchtlinge abschöpfen, berichtete der "Spiegel" am Samstag. Reiche dies nicht aus, werde das Ministerium den Ressorts weitere Sparvorgaben machen, um das angepeilte Volumen zu erreichen. Ein Sprecher des Finanzministeriums wollte sich zu dem Bericht nicht äußern. Bisher war lediglich ein Sparprogramm von 500 Millionen Euro bekannt, das auf die Ministerien umgelegt werden soll.
15.04 Uhr - Erstmals sind Flüchtlinge über die slowenisch-steirische Grenze nach Österreich gekommen. Die Gruppe von zwölf Personen habe bei Langegg die Grenze überquert, erklärte die steirische Polizei auf APA-Anfrage. Die Flüchtlinge seien zur weiteren Betreuung nach Spielfeld gebracht worden.
13.37 Uhr - Finnland nimmt in Tornio im Norden des Landes an der Grenze zu Schweden Kontrollen auf. Asylbewerber können nun nicht mehr ohne Registrierung in Tornio weiterreisen, teilt das Innenministerium mit. An der Grenze demonstrieren nach einem Bericht des Senders YLE rund 100 Finnen gegen die Flüchtlinge und fordern auf Plakaten "Schließt die Grenzen!"
14.47 Uhr - Im burgenländischen Nickelsdorf erwartet die Polizei gegen 15.00 Uhr den ersten "Schwung" jener Flüchtlinge, die kurz nach 14.00 Uhr im ungarischen Grenzort Hegyeshalom an Bord eines ungarischen Sonderzuges aus Györ angekommen sind. Seitens der Einsatzkräfte rechne man mit bis zu 2.000 Leuten, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. Ein APA-Reporter hatte zuvor von rund 2.500 Menschen gesprochen. In Nickelsdorf sei man jedenfalls gerüstet, sagte Marban. "Es handelt sich hierbei um jene große Anzahl an Menschen, mit der wir auch gerechnet haben." Man sei froh, dass dieser Zug nach Hegyeshalom gekommen sei und die Flüchtlinge nun Nickelsdorf erreichen werden, denn dort sei dieser Ansturm aufgrund der Gegebenheiten und der Größe - anders als in Heiligenkreuz - stemmbar. Die Polizei hatte zu Mittag mit etwa 3.000 Flüchtlingen, die in Ungarn unterwegs waren, gerechnet. Die Exekutive wusste allerdings nicht, ob die Menschen nach Heiligenkreuz oder Nickelsdorf kommen würden.
14.35 Uhr - In Slowenien haben sich offenbar rund 250 Menschen zu Fuß von Maribor und dem benachbarten Lenart auf den Weg Richtung Sentilj an der österreichische Grenze gemacht. Die Polizei versuche die Menschen davon zu überzeugen, in Flüchtlingslager zurückzukehren, meldete die kroatische Agentur STA am Samstag. Die Beamten würden jedoch keine Gewalt anwenden, um sie vom Grenzübertritt abzuhalten. In Gornja Radgona (Oberradkersburg) an der Grenze zum steirischen Bad Radkersburg erwartet die Polizei zudem nach eigenen Angaben rund 350 Flüchtlinge. Man werde versuchen, sie nach Spielfeld umzuleiten.
14.03 Uhr - Im ungarischen Hegyeshalom ist am Samstagnachmittag ein Sonderzug mit rund 2.500 Flüchtlingen eingetroffen. Die Menschen hätten sich zu Fuß in Richtung österreichischer Grenze und Nickelsdorf auf den Weg gemacht, berichtete ein APA-Reporter. Nach Angaben ungarischer Journalisten kam der Zug direkt aus Györ, in dessen Nähe sich das Sammellager Vamosszabadi befindet. Die Garnituren seien bereits seit den Vormittagsstunden erwartet worden und nach Hegyeshalom geschickt worden, weil Heiligenkreuz keine Aufnahmekapazitäten mehr habe.
13.17 Uhr - Kroatien schickt nach ungarischen Angaben immer weiter Flüchtlinge ins Nachbarland. Allein am Freitag seien 8000 Migranten aus Kroatien angekommen, sagt ein Sicherheitsberater der Regierung. Es gebe keine Anzeichen dafür, dass der Flüchtlingsstrom bald abebbt.
12.44 Uhr - Nach einem vorübergehenden Rückgang der Flüchtlingsankünfte in den vergangenen Tagen werden am Samstag erneut 10.000 Schutzsuchende im Burgenland erwartet, 6.700 trafen bis zum Vormittag bereits ein. Zuvor hatte Ungarn die Menschen aus Kroatien überraschend seine Grenze passieren lassen. Der Schwerpunkt lag einmal mehr im südburgenländischen Heiligenkreuz, wo von Mitternacht bis 8.30 Uhr früh 4.500 Menschen ankamen, in Nickelsdorf waren es 2.500. Die Flüchtlinge wurden in der Nacht zum Teil bereits mit Bussen in Richtung Graz und Wien-Westbahnhof weitertransportiert. In Wien kamen in den Vormittagsstunden zehn Busse mit 500 Menschen an, 600 weitere werden laut Polizei noch erwartet. Zudem ist nach Angaben der burgenländischen Polizei ein Sonderzug Richtung Graz und weiter nach Salzburg geplant. Ungarn hatte die aus Kroatien kommenden Menschen zuvor überraschend seine Grenze passieren lassen. Busse transportierten die Schutzsuchenden daraufhin in die beiden offenen Sammellager Szentgotthard, direkt an der Grenze zu Heiligenkreuz, sowie Vamosszabadi nahe Györ und Nickelsdorf. Von dort machte sich der Großteil der Menschen unmittelbar auf den Weg Richtung Österreich. Dies sei für die burgenländische Polizei durchaus "überraschend" gewesen, sagte Polizeisprecher Helmut Marban. "Der Informationsfluss läuft schon, aber er könnte durchaus besser sein."
12.07 Uhr - Die bulgarische Polizei nimmt in der Hauptstadt Sofia bei einer Razzia in Hostels und kleinen Hotels 137 Flüchtlinge fest. Die am Vorabend Aufgegriffenen haben sich nach Angaben des Innenministeriums als Syrer ausgegeben. Bulgarien ist Mitglied der EU, gehört aber nicht zum Schengen-Raum, in dem Grenzkontrollen nicht vorgesehen sind. Zur Sicherung seiner 160 Kilometer langen Grenze zur Türkei baut das Land einen Zaun, verstärkt die technische Überwachung und beordert zusätzliche Polizisten und Soldaten an die Grenzanlagen.
12.05 Uhr - In Deutschland sind am Freitag deutlich weniger Flüchtlinge angekommen als an den Vortagen. Insgesamt seien 1985 illegale Einreisen registriert worden, sagt ein Sprecher der Bundespolizei in Potsdam. Über die Entwicklung am Samstag macht der Sprecher keine Angaben und verweist darauf, dass zwei Sonderzüge aus Österreich mit Flüchtlingen angekündigt sind. An der deutsch-österreichischen Grenze bei Passau sind nach Polizeiangaben von Mitternacht bis 12.00 Uhr knapp 100 Flüchtlinge aufgegriffen worden.
11.50 Uhr - Das Haus von Josef F. in Amstetten, in dessen Keller er seine eigene Tochter 24 Jahre lang gefangen gehalten und mit ihr sieben Kinder gezeugt hatte, könnte Kriegsflüchtlingen als Unterkunft dienen. Das hat Masseverwalter Walter Anzböck laut einem Bericht der "Kronen Zeitung" angeboten: "50 bedauernswerte Menschen könnten in Amstetten sofort einziehen." Wie die "Krone" am Samstag schreibt, will Anzböck am kommenden Montag mit Konkursrichter Markus Sonnleitner das leer stehende Objekt dem Innenministerium zur Verfügung stellen. Dieses verfüge über alle sanitären Einrichtungen und wird schon lange - offenbar erfolglos - um 200.000 Euro auf dem Immobilienmarkt angeboten. Der Masseverwalter war für eine Bestätigung zunächst nicht erreichbar.
11.32 Uhr - Vor dem Hintergrund kroatisch-ungarischer Spannungen in der Flüchtlingskrise will Budapest nun den Beitritt Kroatiens zum Schengen-Raum blockieren. Dies kündigte der designierte Kabinettschef von Premier Viktor Orban, Antal Rogan, am Samstag an. Anders als Ungarn ist Kroatien bisher zwar EU-, nicht aber Schengen-Mitglied. Zagreb hatte in der Nacht auf Samstag nach Angaben der ungarischen Polizei 7.852 Flüchtlinge an die ungarische Grenze gebracht, ohne dies mit Ungarn zu akkordieren. Trotz ungarischem Protests kündigte der kroatische Premier Zoran Milanovic an, dies auch weiter so betreiben zu wollen: "Wir haben sie mehr oder weniger gezwungen, die Flüchtlinge anzunehmen, und wir werden das weiter tun", sagte er am Samstagvormittag.
11.31 Uhr - Für eine Lösung der Flüchtlingskrise will Österreich stärker mit der Türkei zusammenarbeiten. "Die Türkei ist ein wichtiger Player", sagte Kurz am Samstag in Ankara. "Wir werden nicht nur über die Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der Europäischen Union diskutieren, sondern eine ganzheitliche Lösung für die Flüchtlingsfrage und den Syrienkonflikt suchen", so Kurz vor Journalisten. Es gehe auch um die Ursachenbekämpfung. Wien wolle Ankara bei der Flüchtlingsversorgung in der Türkei helfen, erklärte Kurz. Zudem wolle man gemeinsam Schlepper bekämpfen. Um den Schutz der im syrischen Bürgerkriegsland verbliebenen Zivilbevölkerung besser zu sichern, befürworte er die Einrichtung einer Schutzzone in Syrien. Details müssten aber noch geklärt werden.
11.16 Uhr - Trotz der Berge unerledigter Asylanträge sind nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung beim deutschen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge noch immer rund 400 Stellen offen. Von den im Nachtragshaushalt 2015 bewilligten zusätzlichen 750 Planstellen für die Behörde wurden demnach bis zum 1. September nur 330 besetzt. Bis Ende November sollten die übrigen besetzt werden, zitiert die Zeitung aus der Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linke-Abgeordneten Caren Lay. "Für die offenbar schleppende Einstellungspraxis habe ich wenig Verständnis", sagte diese der Zeitung.
11.09 Uhr - Von rund 150.000 Flüchtlingen, die seit dem Jahresbeginn Serbien passiert haben, haben nur 600 auch um Asyl angesucht, wie Außenminister Ivica Dacic heute, Samstag, gegenüber dem staatlichen TV-Sender RTS erklärte. Nach Angaben der Belgrader Behörden werden derzeit rund 85 Prozent der Flüchtlinge, die nach Serbien kommen, auch registriert. Ihnen werden auch Fingerabdrücke genommen. In den letzten Tagen sind täglich durchschnittlich 2.000 Flüchtlinge aus Mazedonien nach Serbien eingereist. Die meisten setzten sofort nach der Registrierung in Presevo die Reise Richtung Kroatien fort. In Mazedonien wurden binnen Monatsfrist laut offiziellen Angaben 35.600 Flüchtlinge registriert, seit Jahresbeginn rund 300.000, wie heute, Samstag, das Internetportal "24 vesti" berichtete.
11.06 Uhr - Vor der griechischen Insel Lesbos ist ein kleines Flüchtlingsmädchen ertrunken. Bis zu 13 Flüchtlinge würden noch vermisst, teilt die griechische Küstenwache mit. Elf Schiffbrüchige seien gerettet worden, ein Flüchtling habe bis zur Küste schwimmen können.
10.52 Uhr - Nachdem in der Nacht auf heute, Samstag, erneut tausende Flüchtlinge ins Burgenland gekommen sind, bitten das Rote Kreuz und der Samariterbund um Mithilfe von Freiwilligen. Auf Facebook teilten beide Organisationen mit, Unterstützung zu benötigen. Das Rote Kreuz erklärte, man brauche wegen "des neuerlichen Ansturms" Leute in Nickelsdorf, der Samariterbund suchte Helfer für Wiesen. "Es haben sich schon viele Helfer bei uns für Nickelsdorf gemeldet", sagte Rotkreuz-Sprecher Tobias Mindler im APA-Gespräch. Er war am Samstag in Heiligenkreuz im Einsatz, wo man trotz der "sehr vielen Menschen" zunächst keine Unterstützung benötigt hat. "Hier ist alles wesentlich kompakter, da schaut es recht gut aus", schilderte er.
10.40 Uhr - In der Nacht auf Samstag sind rund 550 Personen von der ungarischen Grenze in die Steiermark gebracht wurden. Der Transport erfolgte mit Bussen von Nickelsdorf und Heiligenkreuz. Die Flüchtlinge wurden im Notquartier im Schwarzl Freizeitzentrum in Unterpremstätten versorgt. Nachdem seit Mitternacht rund 6.700 Menschen aus Ungarn im Burgenland angekommen sind, erfolgen laufend Weitertransporte nach Graz. Nachdem zunächst 550 Personen angekommen sind, werden weitere Busse erwartet. Es war auch von einem Sonderzug die Rede, der in die Steiermark geführt werden könnte.
09.27 Uhr - Die slowenische Polizei hat an der Grenze zu Kroatien gegen hunderte Flüchtlinge, darunter Kinder, Tränengas eingesetzt. Am Grenzübergang Harmica demonstrierten am Freitagabend hunderte Flüchtlinge mit Aktivisten aus Kroatien und Slowenien dafür, aus Kroatien nach Slowenien einreisen zu dürfen. Nach einer Stunde setzte die slowenische Polizei schließlich Tränengas gegen die Flüchtlinge ein, die versuchten, die am Grenzübergang postierten Polizisten zurückzudrängen. In der Menge waren auch Kinder. Sloweniens Ministerpräsident Miro Cerar hatte am Freitag erklärt, wenn weiterhin so viele Flüchtlinge einträfen, könnte sein Land Transitkorridore einrichten. Am Freitag registrierten die slowenischen Behörden etwa tausend Flüchtlinge, etwa 700 weitere warteten noch am kroatisch-slowenischen Grenzübergang Obrezje, etwa 20 Kilometer westlich der kroatischen Hauptstadt Zagreb. "Es kommen ständig neue Flüchtlinge an und deswegen ist es schwierig, genaue Zahlen zu nennen", sagte Polizeisprecherin Alenka Drenek der Nachrichtenagentur AFP zur Lage in Obrezje.
09.19 Uhr - Die deutsche Bundespolizei hat am Freitag an der deutsch-österreichischen Grenze rund 2.000 ankommende Flüchtlinge gezählt. Das waren rund 1.700 Menschen weniger als am Donnerstag; bereits am Mittwoch war die Zahl der Migranten deutlich zurückgegangen. Zudem wurden am Freitag drei Schlepper festgenommen, wie ein Sprecher der Bundespolizei Rosenheim am Samstag sagte.
09.53 Uhr - Ungarn mobilisiert Reservisten der Armee, um der Flüchtlingssituation Herr zu werden. Dies berichtet die Nachrichtenagentur MTI.
08.27 Uhr - Slowenien ist nach den Worten seiner Botschafterin in Deutschland zur Aufnahme von bis zu 10.000 Flüchtlingen bereit. "Wenn die Flüchtlinge bei uns Asyl beantragen, nehmen wir sie auf und schützen sie", sagte Marta Kos Marko der "Rheinischen Post" vom Samstag. Slowenien habe Kapazitäten für "bis zu 10.000 Flüchtlinge". Wenn mehr Menschen aufgenommen werden sollten, müsse Slowenien aber um europäische Hilfe bitten.