Mailänder Scala startet 2009/10 neuen "Ring"

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Guy Cassiers inszeniert, Daniel Barenboim dirigiert - Projekt bis 2013 - Saisoneröffnung mit "Carmen" - Zwei Koproduktionen mit den Wiener Festwochen - Einladung Lissners an Muti

Neun neue Produktionen stehen auf dem Programm der kommenden Saison der Mailänder Gala. Dies gab der Scala-Intendant und Musikdirektor der Wiener Festwochen, Stephane Lissner, gestern, Dienstag, bekannt. Zu diesen zählt der Auftakt zu einer Neuproduktion von Wagners "Ring des Nibelungen" durch den belgischen Regisseur Guy Cassiers und den Dirigenten Daniel Barenboim in einer Koproduktion mit der Berliner Staatsoper Unter den Linden. Im Mai 2010 startet das Projekt mit "Das Rheingold", im Dezember 2010 folgt "Die Walküre2, im Oktober 2012 "Siegfried" und im Mai 2013 die "Götterdämmerung".

Die Scala eröffnet ihre Saison 2009/10 am 7. Dezember mit Bizets "Carmen" unter der Leitung von Daniel Barenboim. Die 1967 geborene Sizilianerin Emma Dante, eine der prominentesten Theaterregisseurinnen Italiens, wird die Regie führen. Die Rolle der Carmen übernimmt die aus Georgien stammende Debütantin Anita Rachvelishvili, den Don Jose singt Jonas Kaufmann, den Escamillo Erwin Schrott.

Zwei Koproduktionen mit Festwochen

Zwei Koproduktionen mit den Wiener Festwochen stehen auf dem Spielplan: Patrice Chereaus meisterhafte Inszenierung von Janaceks "Aus einem Totenhaus" aus dem Jahr 2007 wird ab 28. Februar gezeigt, Peter Steins "Lulu"-Inszenierung, die kürzlich in Lyon Premiere hatte und 2010 in Wien gezeigt wird, ist zuvor ab 6. April 2010 an der Scala zu sehen.

Der Litauer Eimuntas Nekrosius inszeniert Gounods "Faust" (Premiere: 18. Juni 2010). Der spanische Startenor Placido Domingo wird im April 2010 in einer neuen Aufführung von Verdis "Simon Boccanegra" auftreten. Am 9. Dezember wird Domingo den ersten Akt der "Walküre" singen und damit den 40. Jahrestag seines Debüts an der Mailänder Scala feiern.

In der neuen Saison feiert die Scala die Rückkehr des Stardirigenten Claudio Abbado, der nach 18 Jahren wieder in Mailand dirigieren wird. Er wird vom 4. bis 6. Juni 2010 Mahlers achte Symphonie dirigieren. Statt einer Gage werden von der Stadt Mailand 90.000 Bäume in Parks der Industriemetropole gepflanzt.

Hoffen auf Muti

Lissner, der seit 2005 das Mailänder Opernhaus leitet und zuletzt auf einem Dreiervorschlag für die Salzburger Festspiele stand, sagte, dass die neue Saison für ihn ein Meilenstein sei. "Dieses Programm liegt meiner Idee der Scala am nächsten. Einerseits wird die Tradition des Theaters respektiert, zugleich steht das Programm neuen Erfahrungen offen", sagte Lissner.

Die Mailänder Bürgermeisterin Letizia Moratti äußerte die Hoffnung, dass Riccardo Muti, der sich 2005 im Streit von der Scala getrennt hatte, wieder in Mailand auftreten könnte. "Ich wünsche mir von Herzen, dass er an die Scala zurückkehrt. Wenn er es wünscht, stehen ihm die Tore immer offen", so Moratti. Lissner bestätigte, dass er Muti für die Saison 2013 eingeladen habe. "Ich habe ihm einen Brief geschickt, jedoch noch keine Antwort bekommen. Vielleicht liegt es an der italienischen Post", scherzte Lissner.