Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Rapid und das Geschick der ruhenden Bälle

SOCCER - BL, Rapid vs Admira
GEPA pictures
  • Drucken

"Wenn man sich schwertut, kann eine Standardsituation der Dosenöffner sein", sagt Rapid-Torschütze Christopher Dibon nach dem Sieg gegen Admira.

Freistoß Hofmann, Kopfballtor Schwab. Rapid überraschte beim 2:0-Erfolg gegen Admira Wacker erneut mit Gefährlichkeit aus Standardsituationen. Während die Hütteldorfer über eine geglückte Reaktion nach zuletzt zwei Niederlagen in der Liga und die erneute Tabellenführung jubelten, haderten die bisher so effektiven Admiraner auch mit der Chancenverwertung.

"Das ist eine komische Geschichte", meinte Rapid-Trainer Zoran Barisic über Rapids plötzliche Stärke bei Standardsituationen. Obwohl sich das Trainerteam in diesem Bereich viel überlege, so Barisic, hätte es lange mit den ruhenden Bällen nicht nach Wunsch geklappt. "Irgendwann haben wir ihnen gesagt sie sollen den Ball einfach in die Gefahrenzone reinschießen. Komischerweise funktioniert es jetzt", erklärte Barisic.

Bereits am Donnerstag beim 2:1-Sieg über Villarreal im Europa-League-Gruppenspiel hatte Stefan Schwab nach einer Freistoßflanke von Steffen Hofmann das 1:1 erzielt. Auch am Sonntag klappte es neben Schwabs 1:0 auch beim letztendlich vorentscheidenden zweiten Treffer. Christopher Dibon köpfelte nach einer Ecke von Florian Kainz gegen seinen Ex-Club zum 2:0 ein.

"Wenn man sich schwertut, kann eine Standardsituation der Dosenöffner sein", betonte Dibon nach dem Spiel, während Admira-Goalie Jörg Siebenhandl haderte: "Viele große Chancen haben sie nicht gehabt, aber die Standards haben uns das Genick gebrochen. Wir müssen das schnell wieder in den Griff bekommen."

Mitentscheidend für den letztendlich ungefährdeten sechsten Saisonsieg der Grün-Weißen, die damit zwei Punkte vor Admira und vier vor Salzburg und der Austria liegen, war auch eine schadlos überstandene Drangphase der Admira unmittelbar nach der Halbzeitpause. "Wenn wir da das 1:1 machen, schaut die Partie vielleicht anders aus", meinte Admira-Trainer Ernst Baumeister und sprach von einem mentalen Einbruch infolge des 2:0. Danach war die Partie entschieden. "Wir sind dann doch müde geworden, haben ihnen zu viele Räume gegeben", gestand Ex-Rapidler Dominik Starkl.

In seinem ehemaligen "Zuhause" ließ Starkl zwei Topchancen gegen den sicheren Rapid-Goalie Jan Novota ungenützt. "Das Problem war bei zwei, drei Spielern, die Ex-Rapidler sind, dass sie übermotiviert waren. Die wollten zu viel", glaubte Baumeister, eine mögliche Erklärung für Starkls Ladehemmung vor dem Tor gefunden zu haben.

Auf der Gegenseite gab Beric-Nachfolger Matej Jelic ein unauffälliges Startelf-Debüt. "Wir waren nicht imstande, ihn öfters in Abschlussposition zu bringen. Man hat schon gesehen: Das ist ein guter Spieler, der uns weiterhelfen wird, aber auch noch Zeit brauchen wird, um sich zu adaptieren", meinte Barisic über den 24-jährigen Kroaten.

Mit dem 2:0-Arbeitssieg gelang den Hütteldorfern nach zwei Niederlagen in der Liga wieder ein Sieg. "Es war sehr wichtig für uns, nach den zwei Niederlagen wieder zu gewinnen. Das haben wir geschafft, es war eine schöne Woche für uns", betonte der Rapid-Coach.

Den fünf internationalen Partien ließ die Barisic-Elf bis auf eine Ausnahme (2:4 gegen Mattersburg, Anm.) stets einen Sieg in der Meisterschaft folgen. Der Trainer bewertete den Auftritt gegen die Admira daher als neuerlich bestandenen Charaktertest. "Dieser Sieg ist ganz hoch anzusiedeln für mich. Ich wollte sehen, ob meine Mannschaft bereit ist für so ein Spiel. Sie hat von der ersten Minute weg spürbar gemacht, dass da eine Mannschaft am Platz steht, die wirklich alles gibt."

Das sah auch der toll aufspielende Schwab so: "Es kommt in diesen Spielen wirklich darauf an, dass man vom Kopf her über die Grenze geht." Der Grenzgang sei gegen die Südstädter aber nicht schwierig gewesen. "Ich denke, es war heute sowieso Ansporn genug, dass wir uns die Tabellenführung zurückholen", meinte Ex-Admiraner Schwab. Barisic wollte der Spitzenposition nicht allzu große Bedeutung beimessen. "Das ist mir wurscht. Die Meisterschaft geht noch sehr, sehr lange. Tatsache ist, dass ich mit dem ersten Saisonviertel nicht unzufrieden bin. Wir sind auf einem guten Weg."