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Studie: "Die Presse" ist relevant und transparent

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Eine Qualitätsstudie der Akademie der Wissenschaften stellt den Medien ein gutes Zeugnis aus. Jedoch gibt es Defizite am Boulevard.

Die Akademie der Wissenschaften hat im Auftrag der RTR die Qualität des Informationsangebots von 36 österreichischen Medien (TV, Radio, Print, Online) untersucht. Beurteilt wurden Transparenz, Vielfalt, Relevanz und Professionalität. "Der österreichische Journalismus sieht sich generell der Qualitätsnorm verpflichtet", resümierte Josef Seethaler am Montag bei der Präsentation der Studie.

Seethaler und seine Kollegen vom Institut für Medien- und Kommunikationsforschung analysierten über 25.000 Beiträge aus dem Jahr 2014. Auch 438 "Presse"-Artikel wurden unter die Lupe genommen und durchgehend sehr positiv bewertet. In der Frage der Transparenz (Nennung von Urhebern, Quellen) landete die „Presse“ ebenso im vordersten Spitzenfeld wie bei der Relevanz (Anteil der „Hard News“). Die "Presse" zählt für die Studienautoren zu jenen Medien, die die Qualitäten eines Nachrichten- und
Diskursforums in sich vereinen, die "den Parteien als demokratisch legitimierten Vertretern der Bevölkerung breiten Raum in der Berichterstattung einräumen" und sich "um eine hohe Diskursqualität" bemühen, etwa, indem sie ein Offenes Ohr für NGOs haben. Die Mitglieder dieser Gruppe würden in der Studie auch "in Sachen Transparenz und authenticher Meinungsvielfalt" heißt es in der Studie.

Gratis-Boom schwächt Qualität

Defizite ortet der Kommunikationswissenschafter im Segment der Boulevard-Titel. "Bedauerlicherweise sind die Boulevardmedien bei fast allen Qualitätsindikatoren im unteren Drittel bis Viertel anzusiedeln, sodass hier ein Nachhol- und Nachdenkbedarf besteht." Namentlich nennt die Studie etwa "Heute", "Kronen Zeitung", "Österreich" und oe24.at. Hier könne von einem "Qualitätsdefizit gesprochen werden, das durch die in den letzten Jahren erstarkende Marktposition der Gratiszeitungen verstärkt worden ist".

Der Anteil der "Hard News" ist in Österreichs Medien relativ hoch: In Print betrug er 77 Prozent, beim Radio 72, im Fernsehen 71 und in Online-Medien 64 Prozent. Negativer Aspekt dabe ist: Je höher der Anteil der "Hard News", desto weniger Frauen kommen vor. Das bilde die gesellschaftliche Realität aber nicht ab, meint Seethaler. Positiv fiel die Studie in punkto Objektivität der Medien aus: "Das journalistische Selbstverständnis definiert sich in Österreich zu einem Großteil über die Objektivitätsnorm", stellte Seethaler fest. Hier stünden die Programme des ORF "ganz oben" - das sei ein Zeugnis, das die Erfüllung des Programmauftrags des ORF verdeutlicht.

>> Link zur RTR-Studie

(apa/i.w.)