Mit 71,4 Prozent wies Österreich 2008 nach den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Großbritannien die fünfthöchste Beschäftigungsquote auf, die Langzeitarbeitslosigkeit war niedrig.
Berlin (e.m.). Österreich steht, was sein Sozialmodell betrifft, in Europa gut da. Bei einem Ranking der EU-Staaten, durchgeführt von der deutschen Denkfabrik „berlinpolis“, erreicht Österreich mit Platz 10 das „vordere Mittelfeld“. Untersucht wurden – anhand von 35 Indikatoren – folgende fünf Dimensionen: Einkommensverteilung und soziale Absicherung, Inklusion in den Arbeitsmarkt, (Aus-)Bildungschancen, Geschlechtergleichstellung und Generationenverhältnis.
Mit 71,4 Prozent wies Österreich 2008 nach den skandinavischen Ländern, den Niederlanden und Großbritannien die fünfthöchste Beschäftigungsquote auf, die Langzeitarbeitslosigkeit war niedrig. Bei der „Ungleichheit der Einkommensverteilung“, also der Schere zwischen Reich und Arm, liegt Österreich auf Platz 9: Die Bestverdienenden verfügen über ein 3,8-mal höheres Einkommen als die Geringstverdienenden. In Portugal liegt der Wert bei 6,5, im EU-Schnitt bei 4,8. Die soziale Hängematte erweist sich als tragfähig, Österreich gibt 28,5 Prozent des BIP für den Sozialschutz aus (EU-Schnitt: 26,9%).
Die Diskriminierung von Ausländern auf dem Arbeitsmarkt ist jedoch hoch (Platz 16) und die Chancen von Migrantenkindern im Bildungswesen sind schlecht (Platz 17). Auch beim Geschlechterverhältnis schneidet Österreich schlecht ab und landet in allen Kategorien nicht vor Platz 20.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.05.2009)