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Burkina Faso: Armee setzt Putschisten Ultimatum

Brigadegeneral Gilbert Diendere
Putschisten geben offenbar in letzter Minute auf(c) APA/EPA/AHMED YEMPABOU (AHMED YEMPABOU)

Mit der Elitetruppe, die vergangene Woche die Macht an sich gerissen hat, wird über ein Niederlegen der Waffen verhandelt.

Nach dem Putsch im westafrikanischen Burkina Faso ist die Armee in die Hauptstadt Ouagadougou einmarschiert. Die Truppen seien in der Nacht auf Dienstag eingetroffen, ohne auf Widerstand zu treffen. Regierungstreue Truppen in Burkina Faso haben den Putschisten in dem westafrikanischen Land ein Ultimatum gestellt: Die Rebellen hätten bis Mittag (MESZ) Zeit, die Waffen niederzulegen, erklärte ein hochrangiger Offizier am Dienstag. Ansonsten müssten sie mit einem Angriff rechnen.

Der Militärputsch vor einer Woche schmälert Hoffnungen auf eine friedliche Regierungsübergabe in der ehemaligen französischen Kolonie, in der in weniger als einem Monat gewählt werden sollte. Nun müsse die Elitetruppe RSP nach ihrem Putsch gegen die Übergangsregierung "ohne einen Schuss, ohne Blutvergießen" zum Aufgeben bewegt werden, hieß es.

Die Armeeführung hatte die Putschisten zuvor bereits aufgefordert, ihre Waffen niederzulegen. Seit dem Staatsstreich in der vergangenen Woche hatte sich die Armee zunächst zurückgehalten. Am Montag hieß es dann in einer von den Chefs mehrerer Armeeverbände unterzeichneten Erklärung, alle Armee-Einheiten seien auf dem Weg nach Ouagadougou, um die Putschisten zu entwaffnen.

Putschisten stehen gestürztem Machthaber nahe

Die Putschisten von der Elitetruppe RSP hatten am vergangenen Mittwoch eine Kabinettssitzung im Präsidentenpalast gestürmt und Regierungschef Isaac Zida sowie Interimspräsident Kafando festgenommen. Als neuen Machthaber setzten sie mit General Gilbert Diendéré einen engen Vertrauten des vor knapp einem Jahr vom Volk gestürzten langjährigen Machthabers Blaise Compaorés ein.

Die Krise in Burkina Faso hatte zuletzt die Westafrikanische Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS) auf den Plan gerufen. Der von den Vermittlern ausgearbeitete Vorschlag sieht Straffreiheit für die Putschisten und die Wiedereinsetzung von Interimspräsident Kafando vor. Geplant ist außerdem, dass die bisher für den 11. Oktober angekündigten Parlaments- und Präsidentschaftswahlen auf den 22. November verschoben werden. Auch eine Regelung, wonach Anhänger des im Oktober 2014 gestürzten langjährigen Präsidenten Blaise Compaoré bei den Wahlen nicht kandidieren dürfen, soll aufgehoben werden.

Die Protestbewegung Balai Citoyen nannte den Ecowas-Vorschlag "beschämend". Der inzwischen freigelassene Kafando sagte am Montag dem französischen Radiosender RFI, er stehe dem Vermittlungsvorschlag "sehr reserviert" gegenüber.

(APA/dpa/EFE/AFP)