Opel-Übernahme: "Man sollte nicht zu hoch pokern"

Opel-Standort Ruesselsheim
Opel-Standort Ruesselsheim(c) Reuters (Johannes Eisele)
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Der deutsche Automobilexperte Willi Diez warnt die Politik. Standort- und Beschäftigungsgarantien seien nicht erfüllbar. "Wer sagt, ich garantiere die Arbeitsplätze für die nächsten Jahre, ist nicht seriös", so Diez.

Der deutsche Automobilexperte Willi Diez hat vor leeren Versprechungen für den Erhalt der Arbeitsplätze bei Opel gewarnt. Politik und Gewerkschaften sähen die Lage von Opel zu rosig und forderten von den Investoren Standort- und Beschäftigungsgarantien, die nicht erfüllbar seien. "Wer sagt, ich garantiere die Arbeitsplätze für die nächsten Jahre, ist nicht seriös", sagte der Chef des Geislinger Instituts für Automobilwirtschaft am Donnerstag.

"Diskussion ist geradezu gespenstisch"

Zum Überleben brauche Opel schnell einen industriellen Investor mit einem langfristig tragfähigen Konzept und keine unhaltbaren Zusagen. "Die Diskussion ist geradezu gespenstisch", kritisierte der Professor. Wenn General Motors insgesamt noch einen Börsenwert von 500 Mio. Euro habe, könne man von einem Investor nicht erwarten, bis zu 5 Mrd. Euro für die GM-Tochter Opel zu zahlen.

"Man sollte vom hohen Ross herunterkommen und nicht zu hoch pokern." Allein sei Opel nicht überlebensfähig. Entscheidend sei, "wer bietet die industrielle Kompetenz, um mit Opel in die Zukunft zu gehen", sagte Diez. Das sei am ehesten Fiat. "Wenn die Braut nicht schön ist, muss man sich vielleicht auch mit einem nicht so schönen Bräutigam zufriedengeben", sagte er.

(Ag.)

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