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Sikh-Anschlag: Zwei Verdächtige illegal in Österreich

Eine der Tatwaffen.
(c) REUTERS (HO)
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Erst vier Tage nach dem Attentat konnten die mutmaßlichen Täter identifiziert werden. Bei einem britischen Radiosender soll ein angebliches Bekennerschreiben eingegangen sein.

Vier Tage nach dem Attentat auf die beiden Ravi Dass-Prediger in einem Wiener Gebetshaus haben Ermittler der Wiener Polizei rund 30 Zeugen der Schießerei befragt. Bisher habe man etwa 300 Tatortspuren gesichert, weitere würden noch folgen, so Polizeisprecher Michael Takacs am Donnerstag. Die sechs mutmaßlichen Attentäter stammen laut der Polizei direkt aus dem Punjab in Indien oder benachbarten Bundesstaaten im Norden des Landes. Zwei der Männer halten sich seit 2001 bzw. 2008 illegal in Österreich auf, die restlichen stellten Asylanträge. Die mutmaßlichen Täter hätten mehrere Identitäten angegeben, endgültig identifiziert worden konnten die Männer daher erst vier Tage nach dem Attentat.

Derzeit geht man einem angeblichen Bekennerschreiben nach, in dem die Khalistan Zindabad Force (KZF) die Verantwortung für den Anschlag übernimmt. Die KZF setzt sich für einen unanhängigen Sikh-Staat Khalistan auf dem Gebiet des nordindischen Bundesstaats Punjab ein. Adressat der Botschaft war der Radio-Sender im Südlondoner Stadtteil Southhall, in dem eine starke Sikh-Gemeinde ansässig ist.

Derzeit wird laut Polizei geprüft, ob das Schreiben echt ist oder ob es sich um Trittbrettfahrer handelt. In der Bekennerbotschaft wird laut Radio Akash das nicht dem Sikh-Glauben entsprechende Verhalten der Ravi Dass-Gemeinschaft genannt. Da die Ravi Dassi trotz Warnungen weiter "Sünden begangen" hätte, sei das Attentat unvermeidlich gewesen.

In der am Freitag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "profil" kritisiert der britische Anwalt Lekh Raj Birdy, der Sant Niranjan Dass und den getöteten Rama Anand (Nand) vertreten hat, die Untätigkeit der österreichischen Behörden. In Großbritannien habe es Drohungen gegen die Gurus der Ravi-Dass-Sekte gegeben, und dort "wurden die Drohungen ernst genommen" und "Schritte unternommen, um die Gefahr zu minimieren". In Österreich hingegen taten die österreichischen Behörden "nach meinen Informationen absolut nichts, um die heiligen Männer zu schützen", wird der Anwalt in einer Vorausmeldung zitiert.