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Hadsch-Unglück: Khamenei fordert Entschuldigung Saudi Arabiens

Ayatollah Khamenei kritisiert Saudi Arabien.
Ayatollah Khamenei kritisiert Saudi Arabien.APA/EPA/SUPREME LEADER OFFICE/HA
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Irans geistliches Oberhaupt gibt Saudi-Arabien die Mitverantwortung an der Massenpanik. Die Beziehung zwischen den Ländern ist wegen des Jemen-Konflikts angespannt.

Nach der tödlichen Massenpanik bei der islamischen Pilgerfahrt Hadsch hat Irans geistliches Oberhaupt Ayatollah Ali Khamenei von Saudi-Arabien eine Entschuldigung gefordert. "Die saudi-arabische Führung muss sich, statt den Ball zurückzuwerfen, bei der muslimischen Gemeinschaft und den trauernden Familien entschuldigen, ihre Verantwortung für dieses furchtbare Unglück akzeptieren und ihre Aufgaben erfüllen", sagte Khamenei laut der am Sonntag. Der Vorfall werde nicht vergessen, mahnte er. Die islamische Welt habe viele Fragen.

Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte am Samstag bei einer Rede vor der UNO in New York von Saudi-Arabien eine rasche Aufklärung des Unglücks gefordert. Saudi-Arabiens Außenminister Adel al-Jubeir hatte daraufhin dem Iran vorgeworfen, das Unglück politisch auszuschlachten. "Ich denke, dass die Iraner Besseres tun sollten als eine Tragödie, die Menschen bei der Ausübung ihrer heiligsten religiösen Pflicht traf, politisch auszuschlachten", sagte Außenminister Adel al-Jubeir am Samstag in New York. Zugleich versicherte er, alles Nötige zur Aufklärung des Unglücks zu tun und die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Das Verhältnis des schiitischen Iran und des wahhabitischen Königreichs ist angespannt, da beide im Irak, Syrien und dem Jemen um regionale Vorherrschaft ringen.

Opferzahl auf mindestens 769 gestiegen

Bei der Massenpanik in Mina nahe Mekka waren am Donnerstag nach neuesten Angaben mindestens 769 Menschen ums Leben gekommen - zuvor hatte die offizielle Zahl bei 717 gelegen. Die Zahl der Verletzten stieg nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Riad auf 934. Unter den Todesopfern sind mindestens 136 Iraner. Nach iranischen Angaben werden zudem noch 344 iranische Pilger vermisst.

Der Iran wirft Saudi-Arabien zu lasche Sicherheitsvorkehrungen am Rande der Hadsch vor. Zwischen den rivalisierenden Nachbarländern herrschen bereits wegen des Konflikts im Jemen Spannungen. Riad wirft Teheran die Unterstützung der schiitischen Houthi-Rebellen vor, gegen die eine Militärkoalition unter saudi-arabischer Führung Luftangriffe fliegt.

Das Massengedränge hatte sich während der symbolischen Teufelssteinigung in Mina ereignet, bei der Pilger Kieselsteine auf drei Säulen werfen, die den Teufel symbolisieren. Am Samstag, dem letzten Tag der Hadsch, war eine erhöhte Zahl an Sicherheitskräften in Mina und Mekka im Einsatz, um die Pilger bei ihren letzten Ritualen zu schützen. Die Hadsch ist das weltweit größte muslimische Pilgerereignis. Gemäß dem Koran muss jeder Muslim, der gesund ist und es sich leisten kann, einmal im Leben zur heiligsten Stätte des Islam in Mekka pilgern.

(APA/AFP/Reuters)

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