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OÖ-Wahl: Flüchtlingskrise wichtigstes Wahlmotiv

Manfred Haimbuchner und Heinz-Christian Strache
Manfred Haimbuchner und Heinz-Christian StracheAPA/HERBERT NEUBAUER
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Das Thema Asyl war für die meisten Wähler ausschlaggebend. Koalitionspräferenzen sind ausgewogen, deutlich indes der Gender Gap.

Das Thema Asyl war das Hauptmotiv der Wähler für ihre Entscheidung bei der oberösterreichischen Landtagswahl. Laut Wahltagsbefragung von "Public Opinions Strategies" von Peter Hajek war für 63 Prozent diese Frage sehr oder eher wichtig. Ähnlich die Umfrage von SORA für den ORF: Hier gaben 61 Prozent der Befragten an, dass sie vor der Wahl darüber "sehr" über die Flüchtlingskrise "diskutiert" hätten.

Laut Hajeks Umfrage - befragt wurden von 23. bis 27. September 800 Personen - war das Thema Asyl für 63 Prozent wichtig bei der Entscheidung, wo sie am Stimmzettel ihr Kreuzerl machen - unter den FPÖ-Wählern sogar 83 Prozent. Landeshauptmann Josef Pühringer hat laut Hajek wahrscheinlich noch größere Verluste für die ÖVP verhindert. 95 Prozent nannten ihn eher oder sehr wichtig für ihre Entscheidung für die Volkspartei. Manfred Haimbuchner kam für die FPÖ im Vergleich dazu nur auf 62 Prozent, Reinhold Entholzer für die SPÖ auf 57, Rudi Anschober für die Grünen auf 52 und Judith Raab für die Neos auf 36 Prozent.

Ähnlich das Bild bei der SORA-Umfrage: "Flüchtlinge und Asyl" war mit 61 Prozent das heißeste Thema, auf Platz zwei folgen "Sicherheit und Kriminalität" und "Wirtschaft und Arbeitsplätze". Ebenfalls von Interesse waren "Kosten des täglichen Lebens". Eher untergeordnet waren der Umfrage zufolge die Themen Verkehr, Umweltschutz sowie "Wohnen und Mieten". Überdurchschnittlich bewegt von der Flüchtlingspolitik waren die FPÖ-Wähler, von ihnen gaben 85 Prozent an, darüber im Wahlkampf viel diskutiert zu haben. Und das mit eindeutig negativen Gefühlen: 44 Prozent gaben an, mit "Ärger" zu beobachten, inwieweit die Politik der Asyl-Herausforderung gewachsen ist.

Das ist ein einsamer Spitzenwert, denn die Wähler anderer Parteien waren kaum verärgert (ÖVP und SPÖ fünf Prozent, die Grünen vier Prozent). Eher blickten sie mit "Zuversicht" auf das Wirken der Politik - zumindest 33 Prozent der schwarzen Anhänger, 35 der SPÖ-Wähler und gar 45 der Grünen Sympathisanten. Generell überwiegt aber bei allen Wählern beim Flüchtlingsthema die "Sorge": 53 Prozent aller Befragten gaben dies zu Protokoll.

Deutlicher Gender Gap

Die Koalitionspräferenzen halten sich in der Bevölkerung die Waage. 27 Prozent wünschen sich laut Hajek-Umfrage Schwarz-Blau, 26 Prozent Schwarz-Grün und 23 Prozent Schwarz-Rot. Die ÖVP-Wähler bevorzugen aber mit einer Mehrheit von 45 Prozent eine Fortsetzung der Zusammenarbeit mit den Grünen.

Sehr deutlich hervorgetreten ist bei der OÖ-Wahl der Gender Gap: Männer wählten laut SORA vor allem FPÖ, die Partei erreichte in dieser Gruppe mit 38 Prozent Platz 1. Die anderen Landtagsparteien erhielten jeweils überdurchschnittlich viele Stimmen von Frauen. Besonders traf das auf die Grünen und die ÖVP zu, wobei Frauen unter 45 überdurchschnittlich die Grünen, Frauen über 45 überdurchschnittlich die ÖVP wählten.

Nach dem Alter fällt ein starker Überhang an ÖVP-Stimmen unter WählerInnen ab 60 Jahren auf, hier erzielte die Partei mit 47 Prozent eine klare Mehrheit. Die FPÖ erreichte bei den bis 29-Jährigen 39 Prozent und bei den 30- bis 59-Jährigen 33 Prozent und lag damit vor bzw. gleichauf mit der ÖVP in diesen Gruppen. Die Grünen schnitten besonders bei älteren Personen schlechter ab als im Schnitt und erreichten in der Gruppe 60+ nur 3 Prozent der Stimmen. Der Stimmenanteil der SPÖ nahm mit dem Alter zu, ihr bestes Ergebnis erzielte sie bei den WählerInnen ab 60.

(APA)