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Holländische Direktbank in Österreich

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MoneYou hat nach erstem Jahr knapp 5000 Kunden.

Wien. Um jeden Preis auffallen zu wollen, kann man der Direktbank MoneYou, Onlinemarke der ABN Amro, definitiv nicht vorwerfen. Selbst ihr erster Geburtstag in Österreich war für sie kein Grund für eine größere Marketingkampagne.

„Darauf verzichten wir“, sagt Geschäftsleiterin Liesbeth Rigter. Die Streuverluste bei solchen Kampagnen seien zu groß. Kunden finde man anders: „Online, etwa in Vergleichsportalen“. MoneYou ist seit dem 18. September 2014 in Österreich präsent und hat hier laut Rigter fast 5000 Kunden. Das sei mehr, als man sich fürs erste Jahr vorgenommen habe.

Aber spüren nicht auch Direktbanken das Zinsentief? Das treffe alle, sagt Rigter. Durch die niedrigeren Kosten – so hat MoneYou grundsätzlich keine Filialen – sind die Konditionen bei Onlineanbietern aber meist besser als beim normalen Sparbuch. Beim Tagesgeld gebe es aktuell 1,20 Prozent, beim Festgeld für ein Jahr 1,45 Prozent Zinsen, sagt Rigter. Sollte man das Geld vorzeitig brauchen, sei das auch beim Festgeld ohne viel Aufwand möglich (und nicht, wie sonst oft üblich, nur ausnahmsweise aus triftigen Gründen). Auch die Zinsen gehen nicht zur Gänze verloren, sinken aber auf 0,7 Prozent.

 

Kein KESt-Abzug

Noch etwas ist ungewöhnlich: Bei MoneYou hat man sein Konto in den Niederlanden, die Zinserträge fallen dort an. Weil aber holländische Banken von Steuerausländern keine Ertragssteuern einheben, muss man die Erträge in Österreich deklarieren und versteuern. Selbst wer sonst nicht unbedingt eine Steuererklärung machen müsste, kann sich das also in diesem Fall nicht ersparen. Man begleite und unterstütze die Kunden dabei, sagt Rigter.

Die holländische Bank tut allerdings nicht nur das: Sie muss Zinserträge österreichischer Kunden dem holländischen Finanzamt melden, das die Info an das österreichische Finanzamt weitergibt. (cka)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.09.2015)