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Sikh-Attentat: Verwirrung um Bekennerschreiben

(c) EPA (ROLAND SCHLAGER)
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Eine radikale Sikh-Organisation hatte am Donnerstag per E-Mail die Verantwortung für den Anschlag übernommen. Nun soll ein angebliches Dementi aufgetaucht sein.

Nach dem Attentat auf zwei Ravi Dass-Prediger am Sonntag in einem Wiener Gebetshaus mit einem Toten und rund einem Dutzend Verletzten (mehr...) herrscht Verwirrung um Bekennerschreiben.

Nachdem beim Londoner Radio-Sender ein Mail eingegangen war ("Die Presse" berichtete...), in dem die radikale Sikh-Organisation Khalistan Zindabad Force (KZF) die Verantwortung übernahm, erhielt die Redaktion ein weiteres E-Mail, in dem die Gründe für den Anschlag erläutert wurden. Ein drittes Schreiben enthielt ein angebliches Dementi der KZF, die für einen eigenen Sikh-Staat auf dem Gebiet des Punjab kämpft.

Verwirrung um Bekennerschreiben

Der betreffende Sender, Radio Akash, wies auf Ungereimtheiten bezüglich der E-Mails hin. Die beiden ersten stammen von der selben IP-Adresse und waren unter dem Namen des Führers der Bewegung, Ranjit Singh, verfasst, allerdings enthielt nur das erste den Briefkopf der Bewegung. Die erste Botschaft traf am Montag ein, die folgende gestern, Donnerstag. Im dritten E-Mail weist die KZF die Verantwortung für den Anschlag zurück und drückt ihr Bedauern darüber aus.

Zugleich werden indische Geheimdienste und die Regierung des Punjab für das Attentat verantwortlich gemacht. Dieses dritte Mail enthält laut dem Sender wieder den Briefkopf der Khalistan Zindabad Forces, jedoch in einer gescannten Version, das Datum sei händisch verändert wurde. Abgeschickt wurde es von einer anderen IP-Adresse als die beiden ersten.

"Problem-Gurus" standen unter Schutz

In einer von Radio Akash veröffentlichten Aussendung drückt auch die britische Sikh-Gemeinde ihr Bedauern über den Anschlag aus. Aufgegriffen wird darin der von Ewald Stadler, Spitzenkandidat des rechtspopulistischen BZÖ für die EU-Wahl, geprägte Ausdruck "Problem-Gurus" in Bezug auf die Ziele des Anschlags im Rudolfsheimer Gebetshaus, Sant Rama Anand (Nand) und Sant Niranjan Dass. Diese seien sowohl in Indien als auch im Ausland unter dem bewaffnetem Schutz der indischen Regierung gestanden.

(APA)