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Tschechen rittern mit Novomatic um Casinos-Austria-Anteile

Gluecksspiel
Tschechen rittern mit Novomatic um Casinos-Austria-Anteile(c) Fabry
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Ein tschechisches Konsortium machte als Casinos-Aktionär vom Vorkaufsrecht bei den MTB-Anteilen Gebrauch. Die MTB hatte ihre Casinos-Aktien aber bereits Novomatic zugesagt.

Das tschechische Konsortium um die Milliardäre Jiri Smejc und Karel Komarek ist zuversichtlich, im Poker um die teilstaatlichen Casinos Austria zum Zug zu kommen. Dass Finanzminister Hans Jörg Schelling (ÖVP) die Übernahme der CAME Holding, die elf Prozent an den Casinos hält, als unfreundlichen Akt bezeichnet haben soll, sei nicht mehr als ein Gerücht.

"Wir haben das nur als Gerücht in den Medien gehört, nicht von ihm", so ein Sprecher des tschechischen Konsortiums am Sonntagnachmittag zur APA. "Wir glauben auch nicht, dass das in einem EU-Land passieren würde." Zumal die Tschechen vorhätten, sich als langfristiger Investor an den Casinos Austria zu beteiligen, das Geschäft auszubauen und Arbeitsplätze zu schaffen.

Was die morgige Hauptversammlung bei den Casinos betrifft, sind Smejc und Komarek guter Dinge, den 16,8-prozentigen Casinos-Anteil der Privatstiftung MTB dem Rivalen Novomatic wegzuschnappen. "Wir können uns nicht vorstellen, dass der Antrag der CAME Holding abgelehnt wird, denn dafür gibt es keinen Grund", so der Sprecher.

Vorkaufsrecht für Tschechen

Die CAME Holding hat von ihrem Vorkaufsrecht Gebrauch gemacht. Aufgrund komplizierter Syndikatsverträge haben die Casinos-Aktionäre das Recht, Anteile, die von bestehenden Eignern wie der MTB zum Verkauf gestellt werden, zum gleichen Preis aufzugreifen.

MTB hat ihre Casinos-Aktien Novomatic zugesagt, ebenso wie der Mühlenkonzern LLI und die UNIQA-Versicherung. Da die Tschechen aber gleich die ganze CAME (von der Vienna Insurance Group) gekauft haben, gehören sie nun zum Aktionärskreis und können um die Anteile mitpokern.

Suche nach lokalen Investoren

Der Sprecher des tschechischen Konsortiums betonte auch, dass der griechische Reeder Dimitris Melissanidis, der in seinem Heimatland ein Verfahren wegen Kraftstoffschmuggels und außerdem Geldwäscheermittlungen am Hals hat, nicht Teil des Casag-Konsortiums sei. "Es gibt auch keine Pläne, das zu ändern." Melissanidis sei außerhalb Griechenlands kein Partner von Smejc und Komarek.

Die beiden Milliardäre aus Tschechien sind indes weiter auf der Suche nach österreichischen Investoren, "die auch lokales Know-how einbringen". Ob man mit den Familien Dichand und Soravia im Gespräch ist, wollte der Sprecher nicht sagen.

(APA)