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Nato besorgt über Russlands wachsende Militärpräsenz in Syrien

Ein russischer Sukhoi SU-24 Bomber beim Start vom Luftwaffenstützpunkt in Latakia.
Ein russischer Sukhoi SU-24 Bomber beim Start vom Luftwaffenstützpunkt in Latakia.AFP
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Russland verstärkt Luftwaffe, Flugabwehr und Bodentruppen in Syrien. 2000 Mitarbeiter des Bodenpersonals sind derzeit an der Mittelmeerküste stationiert.

Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg zeigt sich besorgt über die wachsende Militärpräsenz Russlands in Syrien. Die NATO beobachte einen beachtlichen russischen Militäraufmarsch in Syrien, sagte Stoltenberg. Dies gelte für die Luftwaffe, die Flugabwehr, aber auch die Bodentruppen am russischen Luftwaffenstützpunkt in Syrien. Auch die russische Marine sei verstärkt präsent in der Region. Russland hat inzwischen nach eigenen Angaben mehr als 50 Kampfjets und Hubschrauber in Syrien stationiert.

Er mache sich Sorgen, dass die russischen Luftangriffe nicht auf den IS, sondern auf die syrische Opposition und Zivilisten abzielten, erklärte der NATO-Generalsekretär gegenüber CNN. Moskau selbst erklärt, dass sich die Luftangriffe vor allem gegen den IS richteten. Westliche Experten und syrische Aktivisten aber meinen, dass vor allem andere gemäßigte Rebellengruppen angegriffen würden. Damit ziel Russland letztlich auf die Stärkung des syrischen Machthabers Bashar al-Assad ab.

Pentagon: Russland verstärkt Bodentruppen

Immer lauter werden die Befürchtungen, dass Russland selbst am Boden in den Konflikt eingreifen könnte. Die USA beobachte, wie Russland im Kampf gegen Rebellen seine Bodentruppen verstärke, zitiert CNN zwei Mitarbeiter des US-Verteidigungsministeriums. Moskau selbst dementiert die Gerüchte: Erst am Dienstag hat der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im russischen Parlament eine Bodenoffensive Russlands augeschlossen.

Auch die Nato schließt eine Bodenbeteiligung Russlands im Konflikt derzeit noch aus: Zwar seien bereits rund 2000 russische Soldaten, Berater und technisches Personal in Syrien stationiert, berichtet die "Welt" unter Berufung auf Nato-Quellen. Die Zahl der Russen sei jedoch noch nicht hoch genug, um eine Bodenoffensive durchführen zu können. Auf Satellitenfotos sei zu sehen, dass die Truppen insbesondere an den Stützpunkten Latakia und Tartus Landebahnen ausbauten, Hallen und Hubschrauberlandeplätze sowie neue Wohn-Container errichteten.

Russland unterstützt syrische Bodenoffensive

Zwar sind russische Soldaten derzeit noch nicht selbst in die Bodenkämpfe involviert, Moskau unterstützt aber syrische Regierungstruppen aus der Luft. Am Mittwoch hat nach Angaben der syrischen Opposition eine Bodenoffensive der Regierungstruppen mit Unterstützung der russischen Luftwaffe gegen die Rebellen begonnen. Mindestens vier Stellungen der Aufständischen seien angegriffen worden, teilte die Syrische Beobachterstelle für Menschenrechte am Mittwoch mit. Zudem fliege die russische Luftwaffe massive Angriffe in den beiden benachbarten Provinzen Hama und Idlib.

Das angegriffene Gebiet steht unter Kontrolle verschiedener moderater und radikaler Rebellen. Gegner und Verbündete des Regimes hatten in den vergangenen Tagen berichtet, dass Tausende Kämpfer aus dem Iran und der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah für eine Bodenoffensive der Armee nach Syrien verlegt worden seien.

(Reuters/maka)