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"Wir werden alle gegrillt": IWF-Chefin warnt vor Klimawandel

PERU MACRO ECONOMICS IMF WBG
APA/EPA/STEPHEN JAFFE/IMF / HAND
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Christine Lagarde warnte in Lima eindringlich vor den Folgen des Klimawandels. Beim Hilfsfonds für die von der Erderwärmung betroffenen Länder klafft eine 40-Milliarden-Dollar-Lücke.

Beim Treffen von IWF und Weltbank in Lima geht es auch ums Klima: Es klafft noch eine 40-Milliarden-Dollar-Lücke beim Hilfsfonds für die von der Erderwärmung betroffenen Länder. Christine Lagarde hat keine Lust auf diplomatische Floskeln. Wenn sich alle wegducken, "werden wir alle gebraten, gegrillt, getoastet und geröstet", mahnt die Chefin des Internationalen Währungsfonds im Beisein von Weltbank-Präsident Jim Yong Kim und UN-Klimachefin Christiana Figueres. Selten hat das Klimathema eine so dominante Rolle bei dem Jahrestreffen der globalen Finanzelite gespielt.

"CO2-Steuer muss eingeführt werden"

"Das ist jetzt der richtige Moment, eine CO2-Steuer einzuführen - und es ist der richtige Moment, Subventionen zu streichen", fordert Lagarde. Früher wären solche Töne undenkbar gewesen. Durch einen Preis für die Klimaverschmutzung sieht Lagarde eine Chance, das Ziel zu schaffen, dass die Erde sich nicht um mehr als zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter erwärmt.

Nach einer in Lima vorgestellten OECD-Analyse sind inzwischen immerhin schon 61,8 Milliarden US-Dollar eingesammelt, die ab 2020 jährlich gerade Entwicklungs- und Schwellenländern bei der Anpassung an den Klimawandel helfen sollen. Zudem soll mit den Hilfen der Umstieg auf erneuerbare Energien gefördert werden.

Grüne: "Österreichs Beitrag peinlich"

Davon kommen 16,7 Milliarden aus privaten Mitteln - das Ziel lautet aber, dass ab 2020 insgesamt 100 Milliarden Dollar mobilisiert werden sollen. Pro Jahr. Allein Deutschland will rund 4,5 Milliarden Dollar beisteuern. Österreichs will sich seitens des Bundes mit 25 Millionen Dollar beteiligen, Bundesländer und Wirtschaft sollen noch einmal 25 Millionen Dollar beisteuern. Für die Grüne Umweltsprecherin Christiane Brunner viel zu wenig: "Der Beitrag Österreichs ist leider äußerst peinlich. Ein fairer Beitrag Österreichs läge bei 100 Millionen Dollar".

In der peruanischen Hauptstadt Lima, wo IWF und Weltbank bis Sonntag den Kurs der nächsten Monate abstecken, wird wieder der Klingelbeutel herumgereicht. Denn alle wissen, die aktuelle Flüchtlingswelle aus Syrien kann erst der Anfang sein. Was, wenn Millionen Menschen wegen Dürren, Überschwemmungen und unerträglicher Hitze ihre Länder verlassen, etwa in Afrika? 

Ohne Finanzzusagen kein Weltklimavertrag

Finanzzusagen gelten als Schlüssel für einen Erfolg beim Klimagipfel im Dezember in Paris. Ohne großzügige Hilfen gibt es keine Einigung auf einen erstmaligen Weltklimavertrag, in dem 195 Staaten sich zu Treibhausgasminderungen verpflichten. Wobei auch hier das Prinzip Klingelbeutel dominiert - jeder gibt, was er zu geben gedenkt. Die EU will bis 2030 40 Prozent weniger CO2 im Vergleich zu 1990 ausstoßen, während China und Indien eine Reduzierung beim CO2-Ausstoß nur vage in Aussicht stellen.

 

Die V20

Als Gegenstück zu den G20 haben sich in Lima 20 Staaten zu den V20 zusammengeschlossen - 20 besonders verwundbare Staaten, darunter die Philippinen. "Diese Gruppe wird eine wichtige Rolle spielen, um den Druck für Klimaschutzinvestitionen und eine Verringerung der fossilen Energieträger zu erhöhen", sagt Weltbank-Präsident Jim Yong Kim.

(APA/dpa)

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