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Tschad: Mehr als 40 Tote bei Selbstmordanschlägen

Die Regierung macht die Islamisten von Boko Haram für die Attentate verantwortlich.

Bei Selbstmordanschlägen auf einen Markt im zentralafrikanischen Tschad sind nach offiziellen Angaben mindestens 41 Menschen ums Leben gekommen. Unter den Toten in der Stadt Baga Sola seien auch die fünf Attentäter - ein Mann, zwei Frauen und zwei Kinder, teilte der Kommunikationsminister des Landes, Hassan Sylla Bakari, am Samstag mit. "Die Lage ist komplett unter Kontrolle."

Den Angaben zufolge wurde der erste Anschlag am Nachmittag auf dem belebten Fischmarkt von Baga Sola verübt. Kurz darauf wurden zwei weitere Explosionen in dem Stadtrandviertel Kousseri gemeldet, in dem tausende Nigerianer leben, die vor Boko Haram in die bisher friedliche Stadt geflüchtet waren.

Für die Regierung des Tschad ist die Terrormiliz Boko Haram verantwortlich, auch wenn sich die Islamisten bisher nicht zu dem Anschlag bekannt haben. Die aus dem westlichen Nachbarland Nigeria stammende Jihadistentruppe hatte zuletzt auch mehrfach Ziele im Tschad angegriffen. Tschadische Streitkräfte beteiligen sich seit dem Frühjahr an einer internationalen Truppe zur Niederschlagung der sunnitischen Fundamentalisten.

Boko Haram will in der Region einen sogenannten Gottesstaat mit strengster Auslegung des islamischen Rechts gründen. Bei Anschlägen und Angriffen der Gruppe sind im Nordosten Nigerias seit 2009 mindestens 17.000 Menschen getötet worden.

Baga Sola ist die größte Stadt am Tschadsee in der Region der Grenze zu Nigeria. Etwa 6.000 Flüchtlinge aus Nigeria und Niger leben in Lagern in Baga Sola.

Neben Nigeria und Tschad grenzen auch Kamerun und Niger an den Tschadsee. Boko Haram verübt seit vergangenem Jahr vermehrt auch Anschläge in den Nachbarländern, deren Armeen inzwischen gemeinsam mit den nigerianischen Truppen gegen die Extremisten kämpfen.

(APA/dpa/AFP)