STUDIE: EU: 2,8Millionen Jobs durch Ökoenergien

Bleiben die EU-Länder bei ihrem ehrgeizigen Klimaziel, würde das BIP in Summe um 1,1 Prozent steigen.

Brüssel (pö). Die EU-Kommission macht Stimmung für die ehrgeizigen Klimaziele der 27 EU-Länder – und erhielt am Dienstag Rückendeckung durch die Wissenschaft. Einer neuen Studie zufolge soll es in der EU im Jahr 2020 rund 2,8 Millionen Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energie geben. Aber nur, wenn die Länder bei ihrem Plan bleiben, den Anteil der erneuerbaren Energien am Energiemix bis 2020 auf 20 Prozent zu steigern – also zum Beispiel durch mehr Wasser-, Wind- oder Solarenergie.

Von den 2,8 Millionen Arbeitsplätzen würden 410.000 neue Jobs oder ein BIP-Plus von 0,24 Prozent auf das strenge Klimaziel zurückzuführen sein. Insgesamt würde der positive Effekt durch den Ökoboom im Jahr 2020 rund 1,1 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) ausmachen – in absoluten Zahlen wären das knapp 130 Mrd. Euro. Das meldete die EU-Kommission gestern, Dienstag, unter Berufung auf eine Studie, welche eine Gruppe von Experten für die Brüsseler Behörde erstellt hat (ec.europa.eu/energy/renewables/studies/renewablesen.htm).

Allerdings würde die Förderung der erneuerbaren Energien auch die Kosten für die europäische Stromproduktion erhöhen. Jährlich würde dies Mehrkosten von rund 18 Mrd. Euro bedeuten.

Neue Jobs vor allem im Osten

Im Jahr 2005 waren im Bereich der erneuerbaren Energien laut Kommission EU-weit rund 1,4 Millionen Menschen beschäftigt, die Bruttowertschöpfung betrug 58 Mrd. Euro. Biomasse, Wind- und Wassertechnologien tragen derzeit am meisten zur Beschäftigung in dem Bereich bei. Vor allem für die zwölf neuen EU-Länder im Osten, die 2004 und 2007 beigetreten sind, erwartet die Kommission, dass die Ökoenergien viele neue Jobs bringen.

Um das Maximum herauszuholen, müssten neue Techniken wie Fotovoltaik noch stärker gefördert werden, so die Behörde.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.06.2009)

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