Porsche verhandelt bereits seit Wochen mit arabischen Investoren, um seine Schuldenlast von neun Mrd. Euro zu verringern. Katar "schaue sich immer nach Gelegenheiten in der Autobranche um", so der Finanzminister.
Das Emirat Katar hat seinen Interesse an einem Einstieg beim hoch verschuldeten Sportwagenbauer Porsche bekräftigt. "Unsere Regierung ist interessiert, einen Anteil an Porsche zu erwerben", sagte Katars Finanzminister Joussef Kamal am Donnerstag am Rande einer Konferenz im russischen St. Petersburg zu Reuters. Er wisse aber nicht, wann der Einstieg vollzogen werde und welche Anteilshöhe im Gespräch sei. "Wir schauen uns immer nach Gelegenheiten in der Autobranche um", sagte Kamal.
Porsche verhandelt bereits seit Wochen mit arabischen Investoren, um seine Schuldenlast von neun Mrd. Euro zu verringern. Katars Ministerpräsident Scheich Hamad bin Jassem Al-Thani hatte Reuters am Samstag gesagt, das Emirat erwäge einen Einstieg bei Porsche oder einem anderen deutschen Autohersteller. "Diese Angelegenheit wird derzeit geprüft", sagte Al-Thani. An der Börse wird seit Wochen auch über die Emirate Abu Dhabi und Kuwait als mögliche Interessenten für einen Anteil an Porsche spekuliert. Abu Dhabi hatte jüngst über eine Kapitalerhöhung neun Prozent der Anteile von Daimler erworben.
Parallel zu den Investoren-Gespräche verhandelt Porsche mit VW über die Grundzüge einer Fusion, in deren Rahmen Porsche die zehnte Marke im VW-Konzern bilden könnte. Die Verhandlungen sind mehrfach ins Stocken geraten, da sich VW mit Aufsichtsratschef und Porsche-Miteigentümer Ferdinand Piech an der Spitze nicht ausreichend über die komplexen finanziellen Strukturen bei den Stuttgartern informiert sieht. Porsche hält 51 Prozent der Stimmrechte an VW, Niedersachsen ist mit 20 Prozent der Stammaktien zweitgrößter Aktionär. Porsche hat sich darüber hinaus über Optionsgeschäfte noch den Zugriff auf weitere Stammaktien von VW gesichert. Denkbar ist, dass Porsche diese Anteile an einen Investor weiterreicht.
(Ag.)