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AK fordert "Ampel-Kennzeichnung" bei Lebensmitteln

(c) AP (Martin Cleaver)
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Dickmacher oder Fitmacher? Ein Ampelsystem, das in Farbe über den Fett-, Zucker- und Salzgehalt von Lebensmitteln informiert, soll Klarheit schaffen. In England funktioniert ein solches System bereits seit Jahren gut.

Die Arbeiterkammer (AK) forderte am Freitag eine verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Lebensmitteln in Form einer verbindlichen Ernährungsampel, die in Farbe über Fett, gesättigte Fette, Zucker und Salz informiert. Ein Blick soll klar machen, ob es sich bei dem jeweiligen Produkt um einen Dick- oder Fitmacher handelt.

"Informationen über Fett, Zucker und Kalorien in einem Produkt muss man oft erst genau suchen. Oder man findet sie gleich gar nicht, weil die Nährwertkennzeichnung freiwillig ist und nur dann nötig, wenn Ernährungs- oder Gesundheitswerbung gemacht wird", sagt Harald Glatz, Leiter der AK Konsumentenpolitik. Die EU wolle die Nährwertkennzeichnung neu regeln, die politische Diskussion darüber laufe auf Hochtouren und das Europäische Parlament werde sich nach den EU-Wahlen damit befassen.

Kennzeichnung in rot, gelb, grün

Die AK tritt daher für ein Ampelsystem ein: Rot für viel, gelb für mittel, grün für wenig Zucker, Fett oder Salz. Die Ampel soll auf der Vorderseite des Produkts angebracht sein, eine ausführliche Nährwerttabelle auf der Rückseite. Studien zeigen, dass gerade farbige Symbolsysteme Konsument am Besten verstehen, so die AK-Konsumentenschützer. Die Ernährungsampel sei auf ernährungswissenschaftlichen Kriterien begründet und einfach verständlich, weil sie auf Forschungen mit Konsumenten aufbaut.

Die Ernährungswirtschaft versuche das steigende Interesse an einer gesunden Ernährung vorrangig mit Werbung zu decken. Produkte mit Angaben wie "kalorienreduziert", "fettarm" oder "mit Vitaminen" werden laut AK immer häufiger.

Fettarm - aber jede Menge Zucker

Allerdings habe die Sache einen Haken: Denn nicht selten komme es vor, dass ein fettarmes Produkt in Wahrheit jede Menge Zucker liefert. "Daher ist als realistischer Gegenpol zur marktschreierischen Werbung eine einfache und leicht verständliche Nährwertkennzeichnung auch ein Gebot der Stunde", so Glatz. In England gibt es das Ampelsystem bereits und die Erfahrungen wären sehr gut.

(APA)