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Erste Testfotos mit Leicas SL

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Leica verspricht mit seiner neuen spiegellosen 24-MP-Kamera "ein neues Zeitalter professioneller Fotografie". Ist die SL wirklich so gut, wie Leica behauptet?

Es mag eine spiegellose Kamera sein, ein Leichtgewicht ist Leicas neue SL (Typ 601) aber keineswegs. Sinnbildlich und wörtlich: Mit dem neuen 24-90mm /f2.8-4 Objektiv wiegt die Kamera fast zwei Kilogramm. Die Kamera allein kommt auf 847 Gramm (inklusive Akku), das Objektiv wiegt noch einmal 1,1 Kilogramm. Zum Vergleich: Die digitale Spiegelreflex 5D III von Canon ist mit dem 24-70/2.8 ein paar Gramm leichter. 

Sinnbildlich deswegen nicht, weil das neueste "Kind" aus Wetzlar tatsächlich beeindruckende Spezifikationen aufweisen kann:

  • Ein elektronischer Sucher mit einer bisher nicht gekannten Auflösung von 4,4 Millionen Pixel. Die Vergrößerung erinnert eher an den Blick durch eine Mittelformatkamera. Bilder werden so schnell aufgebaut, dass man keine Schlieren und Streifen bei schnellen Schwenkbewegungen sieht. Ein weiterer Vorteil: Das "fertige" Bild ist bereits vor dem Auslösen zu sehen und erlaubt Kontrolle über die Aufnahmesituation (zu hell, zu dunkel)
  • Ein neuer Hochleistungsprozessor (Maestro II) zusammen mit einem 2-GB-Speicher erlaubt Serienaufnahmen bis zu elf Bildern pro Sekunde und Videos mit 4k-Auflösung bis zu 30 Bilder pro Sekunde.

  • Die Vollformatkamera kommt mit einem 24 MP-Sensor. Mehr habe man nicht hineinpacken wollen, weil man Wert auf eine hohe Aufnahmegeschwindigkeit gelegt habe, sagen Leica-Techniker.

  • Wer den Sensor herstellt, wollte Leica nicht sagen. Er werde aber nach Vorgaben von Leica gebaut, sei also von Leica entwickelt und nicht "eine Kopie".

  • Die Empfindlichkeit reicht von ISO 50 bis zu ISO 50.000 - auch das kein Weltrekord, aber "ein vernünftiger Kompromiss in Hinblick auf das Rauschen".

  • Neben 4k-Video bietet die neue SL Full-HD-Aufnahmen bis zu 120 Bilder pro Sekunde.

Das Ganze steckt in einem aus vollem Aluminium gefrästen Gehäuseteil mit nur wenigen Bedienelementen auf der Rückseite muss man die vier Schalter neben dem Monitor erst finden). Reduziert eben auf "das Wesentlich", wie der neue Slogan bei Leica lautet. Die SL ist gegen Staub und Spritzwasser geschützt.

Der Autofokus ist ein Kontrast-AF. Bei schlechten Lichtverhältnissen und manchen Objekten ist der Phasen-AF von digitalen Spiegelreflexkameras hier eine Nasenlänge voraus.

Die Kamera speichert auf SD-Karten, wobei der zweite Slot nur mit 30 MB/Sekunde schreibt.

Eine Kamera ist freilich nur so gut wie die Objektive. Und auf diesem Gebiet war Leica schon immer führend. Die Techniker meinten im Gespräch, dass die neu vorgestellten, bildstabilisierten Zoom-Objektive (neben dem 24-90 kommt im zweiten Quartal 2016 auch ein 90-280mm /f2.8-4) so gut seien, "wie die Festbrennweiten der Konkurrenz". Man wird sehen.

Auf der SL kann man auch alle Objektive mit T-Anschluss verwenden (die Kamera schaltet dann automatisch von Vollformat auf APS-C mit zehn MP) sowie mit einem Adapter alle M- und S-Objektive und selbst die Kinofilm-Objektive von Leica. Das macht die Kamera für viele Profis interessant, die schon eine breite Palette an Leica-Objektiven besitzen.

Wir konnten die Leica SL mit 24-90 und einem Prototypen des 90-280 für einige Zeit testen. Der Autofokus arbeitete schnell und präzise, es gibt 49 Messpunkten, die in einer Raute um die Bildmitte konzentriert sind. Man kann einen Punkt, Feld-, Zonen-AF (neun Felder), 37 und 49 Felder wählen.

Beim 90-280 tat sich der AF etwas schwerer, vor allem auf nahe Entfernungen und bei schwachem Licht. Die Techniker wiesen darauf hin, dass das Objektiv noch im Prototypen-Stadium sei und noch nicht über die endgültige Firmware verfüge. Ein Fotograf, der mit dem Objektv bei Formel-1- und Motorradrennen arbeitete (bei Sonnenschein und klaren Kontrasten), konnte einige beeindruckende Aufnahmen zeigen.

Wie gut ist der Sensor, wie gering das Rauschen? Unten ein paar Testaufnahmen bei hoher ISO-Zahl. Wir finden, dass sich die Ergebnisse durchaus sehen lassen können.

Aufnahme mit 3200 ISO
Aufnahme mit 3200 ISO
100 Prozent Ausschnitt vom Bild mit 3200 ISO
100 Prozent Ausschnitt vom Bild mit 3200 ISO
Aufnahme mit 6400 ISO
Aufnahme mit 6400 ISO
100 Prozent Ausschnitt vom Bild mit 6400 ISO
100 Prozent Ausschnitt vom Bild mit 6400 ISO

Leica-typisch ist der Preis der neuen SL: 6900 Euro kostet nur das Gehäuse, das 24-90 kostet 4300 Euro.

Die technische Daten der LEICA SL (Typ 601) im Detail

Objektive
Objektivanschluss: Leica L-Bajonett
Verwendbare Objektive: Leica Vario-Elmarit-SL 1:2,8–4/24–90 mm ASPH.
Leica APO-Vario-Elmarit-SL 1:2,8–4/90–280 mm
Leica Summilux-SL 1:1,4/50 mm ASPH.
Objektive des Kamerasystems Leica T, Leica M-
Objektive mit Leica M-Adapter T, Leica S-Objektive
mit Leica S-Adapter L, Leica R-Objektive mit Leica
R-Adapter L und Leica Cine-Objektive mit Leica PL-Adapter L.

Sensor
Typ: 24-MP-CMOS-Sensor, 24 x 36 mm
Auflösung: Vollformat (24 MP): 6000 x 4000 Pixel,
Filter: Ohne Tiefpassfilter, mit IR-Filter
ISO-Empfindlichkeit: ISO 50 bis ISO 50000
Sensorreinigung: Ja

Prozessor
Typ: Leica Maestro II Serie
Puffergröße: 2 GB: DNG: 33 Bilder; JPEG und DNG: 30 Bilder

Bild
Dateiformat: JPEG, DNG
Farbtiefe: 14 bit (DNG), 8 bit (JPEG)
JPEG-Farbraum: Adobe RGB, ECI RGB, sRGB

Video
Dateiformat: MP4, MOV
Auflösung: 4K (4096 x 2160) @ 24 Bilder/s; 4K (3840 x 2160)
APS-C (10 MP): 3936 x 2624 Pixel
Bitrate: 8 bit (während der Aufnahme);
Farbabtastung: 4:2:2/10 bit (HDMI Ausgabe), 4:2:0/8 bit
Video-Gamma: L-Log wählbar
25 und 30 Bilder/s; 1080 @ 24, 25, 30, 50, 60,100
und 120 Bilder/s; 720 @ 24, 25, 30, 50, 60, 100 und
120 Bilder/s
10 bit (HDMI nur Ausgabe)
(Aufnahme auf SD- Karte)
Audio: Manuell/Auto; Stereomikrofon, 48 kHz, 16 bit;
Optionale Audio-Anschlüsse: Audio-In (3,5 mm), Audio-Out (3,5 mm)
Videolänge: Max. 29 min, max. Dateigröße: 4 GB

EVF
Auflösung: SXAG, 4,4 MP
Größe: 0,66"
Austrittspupille: 20 mm
Sichtfeld: 37 °
Vergrößerung: x 0,80 (bei einem 50-mm-Objektiv,
Rahmenabdeckung: 100 %
Dioptrien-Korrektur: − 4 bis +2
Augensensor: Ja

Speichermedien: SD-Karte Slot 1 (UHS II) mit max.
Speichergeschwindigkeit von 100 MB/s, SD- Karte
Slot 2 (UHS I) mit max. Speichergeschwindigkeit von 30 MB/s

Fokussierung
Typ: Kontrast-Autofokus
Schärfeeinstellung: AF-S (Schärfe-Priorität), AF-C (Auslöse-Priorität),
AF-Modus: Statisch, dynamisch (Verfolgung),
AF-Feld-Größe: 1 Punkt, Feld, Zone (9 Felder)
AF-Schritte: 37 oder 49 Felder
AF-Hilfslicht: Eingebaut

Belichtungssteuerung
Belichtungs-Betriebsarten: Programmautomatik (P), Zeitautomatik (T),
Belichtungs-Messmethoden: Mittenbetonte, Mehrfeld- oder Spot-Messung
Belichtungskorrektur: ±3 EV in 1/3 oder 1/2 EV-Stufen
Belichtungsreihen: 3/5/7 Bilder in 1/2/3 Blendenschritten
MF, Touch-AF
Auto (Gesichtserkennung)
Blendenautomatik (A) und manuelle Einstellung (M)
zusätzlich als JPEG-HDR

Verschluss
Typ: Schlitzverschluss
Betriebsarten: Einfach, Serienbilder (S) mit geringer
Geschwindigkeit (4 Bilder/s), Serienbilder (M) mit
mittlerer Geschwindigkeit (7 Bilder/s), Serienbilder
(F) mit hoher Geschwindigkeit (11 Bilder/s),
Selbstauslöser 2 s, Selbstauslöser 12 s, Intervall,
Belichtungsreihe, Langzeitbelichtung bis 30 min
max. Bildrate von 11 Bildern/s
Verschlusszeit: 1/8000 s bis 60 s, im Bulb-Modus bis zu 30 min,
Garantie: 2 Jahre bis max. 200.000 Auslöser

Blitz
Anschluss: Blitzsynchronanschluss, Anschluss über
X-Synchronisation: 1/250 s
Wi-Fi: Erfüllt Norm IEEE 802.11 b/g/n (2,5 GHz)
GPS: Eingebaut

Energieversorgung: Wiederaufladbarer Lithium-Ionen-Akku;

Nennspannung 8,4 V; Kapazität mind. 1860 mAh

(nach CIPA-Standard): ca. 400 Aufnahmen;

Ladezeit: ca. 180 min .; Akku-Ladegerät: 100–240 V

Monitor: 2,95"-LED-Touchscreen mit Kratz- und
Schmutzschutzbeschichtung; 1,04 Mio. Pixel;

Gehäuse
Material: Gefrästes Aluminium
Staub- und Spritzwasserschutz: Ja
Anschlüsse: Micro-USB-Buchse (3.0 High Speed); HDMI Typ A;
Mehrfach-Adapterstecker für Audio-Out 3,5 mm,
Audio-In 3,5 mm; Anschluss für Drahtauslöser; ISO-
Zubehörschuh mit Mitten- und Steuerungskontakten
zum Anschluss von Blitzgeräten;

Abmessungen/Gewicht: 147 x 104 x 39 mm (B x H x T)
ca. 771/847 g (ohne/mit Akku)

Software: Remote Control (USB): Leica Image Shuttle SL;
Remote Control (Wi-Fi): Leica SL-App (Android/iOS)