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Mikl-Leitner: "Müssen an Festung Europa bauen"

Mikl-Leitner:
Klug und Mikl-Leitner in Spielfeld(c) APA/EPA/ERWIN SCHERIAU (ERWIN SCHERIAU)

Die Innenministerin besuchte Spielfeld. In den kommenden Stunden sollen dort noch bis zu 10.000 Flüchtlinge ankommen.

Innenministerin Johanna Mikl-Leitner (ÖVP) hat bei einem Besuch in Spielfeld mit drastischen Worten die bessere Absicherung der EU-Außengrenzen gefordert: "Wir müssen an einer Festung Europa bauen", sagte sie beim Lokalaugenschein mit Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ). Dazu brauche es Hotspots zur Registrierung an den Außengrenzen und die Verteilung der Flüchtlinge.

Ohne besseren Schutz der EU-Außengrenzen sei die Situation mittelfristig nicht in den Griff zu bekommen, so die Ministerin. Ihren Angaben zufolge sollen in den kommenden Stunden noch bis zu 10.000 Menschen aus Slowenien in Spielfeld ankommen. Allein in der Steiermark seien deshalb rund 900 Kräfte von Polizei und Bundesheer im Einsatz. Weitere Uniformierte werden auf Abruf gehalten. Sie betonte aber, dass tausende Migranten auf einmal sich auch nicht von polizeilichen Zwangsmaßnahmen aufhalten ließen.

Assistenzeinsatz wird wohl "noch länger" dauern

Mikl-Leitner zeigte Verständnis dafür, dass die Flüchtlinge immer schneller an ihr Ziel Deutschland wollten. Aber man müsse ihnen klar machen, dass sie auf die Weitertransporte warten müssen. Verteidigungsminister Gerald Klug (SPÖ) versicherte, den Assistenzeinsatz so lange wie nötig aufrecht zu erhalten. Er geht davon aus, dass dieser noch "länger dauern" werde.

In der Sammelstelle Spielfeld wurden bis 16.30 Uhr etwa 1000 Flüchtlinge mit Bussen weitergebracht. Weitere zumindest 2.000 warteten am Gelände. Sie wurden vom Bundesheer in Gruppen zu je 50 Personen zusammengesetzt, um die Busse leichter zu befüllen. Immer wieder kamen kleinere Gruppen von Migranten aus Slowenien beim Grenzübergang an.

Die Lage war am Abend immer noch angespannt. Immer wieder tönten aus den Lautsprechern die Anweisungen "Sit down" und "Don't push, stay cool" (auf Deutsch "Hinsetzen" bzw. "nicht drängeln, Ruhe bewahren", Anm.). Wer dem nicht nachkomme, bekomme keinen Bus, lautete die Drohung.

(APA)