Mündliche Zusage von Katar für Porsche-Einstieg

AP Photo/Eckehard Schulz
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Porsche-Chef Wiedeking war mehrmals zu Verhandlungen nach Katar geflogen, nun gibt es eine Zusage für eine Beteiligung des Staatsfonds Qatar Investment Authority.

Der Emir von Katar, Scheich Hamad bin Khalifa al-Thani, hat Porsche-Chef Wendelin Wiedking nach Informationen des deutschen Nachrichtenmagazins "Focus" eine mündliche Zusage für einen Einstieg bei dem hoch verschuldeten Sportwagenbauer gegeben. Wiedeking sei bereits mehrfach in den Golfstaat gereist und habe mit dem Scheich über ein Engagement des Staatsfonds Qatar Investment Authority (QIA) verhandelt, berichtet das Magazin. Noch sei allerdings kein Vertrag unterschrieben worden. Ein Porsche-Sprecher wollte sich am Samstag in Stuttgart nicht zu dem Bericht äußern. "Wir sagen nichts zu laufenden Gesprächen mit möglichen Investoren."

Die Stuttgarter haben sich bei der geplanten VW-Übernahme massiv verhoben und kämpfen mit einem Schuldenberg von rund neun Milliarden Euro. Seit Monaten sucht Porsche nach neuen Geldgebern und verhandelt auch mit zahlreichen Banken über einen Kredit von insgesamt 12,5 Milliarden Euro. Nach der Zusage für insgesamt 10,75 Milliarden Euro hat Porsche Ende vergangener Woche die noch fehlenden 1,75 Milliarden Euro bei der staatlichen KfW-Bank beantragt.

Verhandelt wird mit Katar laut den Angaben sowohl über einen Einstieg bei dem Sportwagenbauer als auch bei VW. Porsche besitzt knapp 51 Prozent der Anteile an VW und hält mit Hilfe der Banken Aktienoptionen über weitere rund 24 Prozent. Eine Möglichkeit wäre laut "Focus", dass das Emirat diese Mitte Juni auslaufenden Optionen erwirbt und damit neben dem Land Niedersachsen ein weiterer Anteilseigner bei Europas größtem Autobauer wird. Die Alternative wäre ein Einstieg Katars bei der Porsche-Holding, die das Sportwagengeschäft und die VW-Beteiligung kontrolliert. Dazu wären jedoch eine Kapitalerhöhung sowie eine außerordentliche Hauptversammlung notwendig.

(APA)

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