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Dänemark: Links vorne, jedoch Gewinne für Rechts

DENMARK ELECTIONS
(c) EPA (Henning Bagger)
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Die ursprünglich von den Meinungsforschern favorisierten Sozialdemokraten dürften hinter den Erwartungen bleiben, die rechte Volkspartei gewinnen. Ihr Spitzenkandidat steht Neonazi-Kreisen nahe.

In Dänemark gewann die notorisch einwanderungsfeindliche Dänische Volkspartei vor allem Dank des bereits wegen einer rassistischen Aussage verurteilten und wegen des angeblichen öffentlichen Absingen des Deutschlandliedes aufgefallenen 28-jährigen Morten Messerschmidt stark dazu. Der Spitzenkandidat der rechtspopulistischen Partei steht Neonazi-Kreien nahe und konnte Umfragen zufolge besonders viele Vorzugsstimmen einheimsen. Er hatte seinen Wahlkampf unter anderem auf Islam-feindliche Inhalte gestützt.

Grüne überraschen

Als weitere markante Entwicklung im Norden fällt das gute Abschneiden der Grünen auf: In Dänemark zählte die links-grüne "Sozialistische Volkspartei" mit ihrer Spitzenkandidatin Margrete Auken zu den Hauptgewinnern: Sie konnten ihre Wählerschaft von bisher 7,9 auf 17,9 Prozent beträchtlich ausweiten.

Die oppositionellen Sozialdemokraten bleiben mit 25,7 Prozent der dänischen Stimmen demnach größte Einzelfraktion, sie müssen aber herbe Verluste hinnehmen. 2004 erlangten sie fast ein Drittel der dänischen EU-Stimmen. Dänemark erhält im neuen EU-Parlament 13 Sitze, einen weniger als bisher.

Gleichberechtigte Thronfolge angenommen

Am selben Tag fanden in dem skandinavischen Staat auch eine Volksbefragung statt, ob künftig auch Prinzessinnen gleiches Anrecht auf den Thron haben wie ihre männlichen Verwandten. Sowohl Zustimmung als auch Abstimmungsbeteiligung dürften Ausreichen, um die Neuregelung der Thronfolge in Kraft treten zu lassen. Laut Hochrechnung stimmten 85 Prozent der Wähler für die Umstellung. Dänemark ist damit nach Schweden, Norwegen, Belgien und den Niederlanden die fünfte Monarchie in Europa, die eine völlig gleichberechtigte Thronfolgeregelung für Prinzen und Prinzessinnen einführt.

(APA/Red.)