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AT&S: „Wir sind noch unterbewertet“

AT&S Werk(C) AT&S.
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Der Spezialist für High-End-Leiterplatten profitiert vom Smartphone-Boom und baut die Produktion in China kräftig aus.

Wien. Eigentlich könnte sich Andreas Gerstenmayer zurücklehnen. Die AT&S hat gerade die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2015/16 erhöht, weil die Geschäfte sehr gut laufen. Außerdem profitiert der Spezialist für High-End-Leiterplatten von Währungseffekten. Und in China läuft es trotz schwächerer Wirtschaftslage hervorragend.

Aber zum einen gibt es in diesem hochinnovativen Bereich keinen Stillstand – die AT&S tüftelt schon an der nächsten Generation nach den brandneuen IC-Substraten. Und zum anderen ist Gerstenmayer mit der Aktienperformance nicht zufrieden. Das Papier hat zwar seit Jahresbeginn um 45,52 Prozent zugelegt – trotz der China geschuldeten Turbulenzen an den Finanzmärkten – und ist nach dem allgemeinen Kursrückgang nun wieder auf dem Weg zu den früheren Spitzenwerten um 16,50 Euro.

Gerstenmayer erachtet das Papier dennoch für unterbewertet. „Der Kapitalmarkt honoriert unsere Leistung noch nicht.“ Er weiß auch um die Gründe: Da die Konkurrenz der Nummer drei am Weltmarkt für Top-Leiterplatten überwiegend in Taiwan und Japan zuhause ist, fehlt den Analysten die Peer Group. Und viele erachten das Investment von 480 Mio. Euro in die zwei neuen Werke in China (Chongqing) als sehr hohes Risiko – angesichts des erwarteten Jahresumsatzes von 740 Mio. Euro.

AT&S Aktie(C) DiePresse

Aber der anhaltende Boom bei Smartphones und das erst in den Kinderschuhen steckende Internet der Dinge, das Alltagsprodukte mit dem Internet vernetzt und intelligent macht, sowie die Entwicklung selbstfahrender Autos geben Gerstenmayer recht. „Das sind die Treiber unseres Geschäfts“, sagt er und verweist auf Schätzungen, dass in zehn Jahren 30 bis 50 Millionen Dinge mit dem Internet verbunden sein werden.

Die Analysten von Kepler Cheuvreux haben vor wenigen Tagen ihre Empfehlung „Hold“ wie auch das Kursziel von 17 Euro bestätigt. Sie gehören zu den fünf der insgesamt zehn von Bloomberg angeführten Experten, die ein „Hold“ empfehlen. Ebenso viele sprechen sich für „Buy“ aus, keiner empfiehlt „Sell“. Die Kursziele liegen zwischen 16 und 20,30 Euro. Bis dorthin ist es freilich noch ein weiter Weg, während das Ziel der Umsatzmilliarde mit den neuen Werken in China in greifbarer Nähe ist. (eid)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 02.11.2015)