Erfolg ohne Glanz: Austria erstmals seit Meisterjahr voran

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Auf die Austria wartet eine englische Woche mit ÖFB-Cup und dem Liga-Hit gegen Salzburg. Der Trainer ist von der Tabellenführung überrascht.

Die Austria steht erstmals seit dem 26. Mai 2013 wieder alleine an der Spitze der Fußball-Bundesliga. An jenem Tag feierten die Violetten in Salzburg mit der eine Runde zuvor eroberten Meistertrophäe, national hatten sie in den folgenden zwei Saisonen danach wenig zu lachen. Ohne große Eleganz zu versprühen haben die Wiener die Titelfavoriten aber nun vorerst hinter sich gelassen.

Seit dem 0:2 bei Sturm Graz stehen für die Austria fünf Liga-Siege in Folge zu Buche. 1:0, 2:1, 2:1, 2:1, 2:1 lauten die jüngsten Ergebnisse. Torfestivals wie Meister Salzburg feiert die Austria keine, ihre Konstanz gibt den Favoritnern um Trainer Thorsten Fink aber recht. Am Samstag steht für die Austria nun der Schlager gegen Verfolger Salzburg auf dem Programm. Zuvor geht es für die "Veilchen" im Cup-Achtelfinale ebenfalls zu Hause noch gegen Altach.

Fink scheint der Blick auf die 30-Punkte-Ausbeute in der Tabelle selbst nicht ganz geheuer zu sein. "Nach 14 Runden an der Tabellenspitze zu liegen, das hätte ich nicht erwartet", meinte der Deutsche nach dem jüngsten Erfolg in Mattersburg am Sonntag. Der seit kurzem 48-Jährige hatte wie alle Beteiligten auf Fragen nach einem neuerlichen Höhenflug wie 2012/13 mit dem Verweis auf den Umbau der Mannschaft bisher beständig den Kopf geschüttelt.

Neue Ziele?

Dies änderte sich auch im Pappelstadion nicht. Von einer Momentaufnahme war wieder die Rede. Jedoch ließ Fink durchblicken, dass sich die Ambitionen bei weiter beständigem Punktezuwachs im neuen Jahr verändern könnten. "Wir müssen bis zur Winterpause so weiterspielen, dann können wir die Ziele neu definieren", erklärte er. Er warnte Fans und Spieler erneut: "Wir dürfen jetzt nicht überheblich oder zu euphorisch werden."

Bei einem Sieg gegen Salzburg vor voraussichtlich vollem Haus würde die Austria den Vorsprung in der Tabelle jedenfalls weiter ausbauen. Drei Zähler liegt man derzeit vor dem Titelverteidiger, der Dritte Rapid hat fünf Punkte Rückstand auf den Erzrivalen. Fink ließ durchklingen, für den anstehenden Liga-Hit im Cupspiel am Mittwoch vielleicht Spieler zu schonen. Gegner Altach setzte sich gegen Salzburg am Wochenende mit 1:0 durch.

In Mattersburg steigerte sich die Austria wieder einmal mit Fortdauer der Partie. "Ein Unentschieden wäre für uns zu wenig gewesen. Die Austria hat den Anspruch, in jedem Match als Sieger vom Platz zu gehen", begründete Verteidiger Richard Windbichler die Leistungssteigerung nach der Pause. Nach Toren von Olarenwaju Kayode (81.) und Lukas Rotpuller (84.) bzw. Florian Templ (85.) musste die Austria am Ende aber noch einmal zittern.

Dicke Luft bei Wohlfahrt

Der vermeidbar scheinende Gegentreffer war es auch, der Fink noch am meisten zu ärgern schien. Gerne hätte er wieder einmal zu null gespielt, meinte der Austria-Coach. Dass nach dem Derby-Erfolg gegen Rapid vor über 30.000 Zuschauern im Happel-Oval auch im beschaulichen Pappelstadion der Einsatzwille bei seinem Team vollends vorhanden war, freute Fink umso mehr: "Das war das Wichtigste."

Dicke Luft herrschte im Austria-Lager kurzfristig nur bei Sportdirektor Franz Wohlfahrt. Der junge Osman Hadzikic, Ersatzmann für den verletzten ÖFB-Teamgoalie und Austria-Kapitän Robert Almer, wurde in Mattersburg selten geprüft. Dass in der Pause in der ORF-Analyse kleine Unsicherheiten des 19-Jährigen angesprochen wurden, brachte Wohlfahrt ("Hier wird nur das Schlechte gezeigt") gehörig auf die Palme. Hadzikic wird gegen Salzburg wohl häufiger unter Beschuss stehen.

Mattersburgs Heimbilanz bekam indes einen nächsten Kratzer. In den jüngsten drei Spielen vor eigener Kulisse kassierte der Aufsteiger die zweite Niederlage. "Ich bin zufrieden, die Mannschaft hat alles gegeben", wollte Trainer Ivica Vastic jedoch keinesfalls Schwarzmalen. Als Fünfter liegt seine Mannschaft nach wie vor auf Schlagdistanz zu Rang drei. Weiter geht es für den SVM nun auswärts bei Schlusslicht WAC.

(APA)