SkyEurope-Chef: „Wir brauchen 20 Millionen Euro“

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Die Billigairline verhandelt mit drei Investorengruppen. Seit Monaten hängt die Fluglinie, die seit ihrer Gründung 2001 noch nie Gewinne geschrieben hat, am Tropf ihres Großaktionärs York. Für zwei Darlehen im Volumen von 25 Mio. Euro erhielt SkyEurope mehrmals Zahlungsaufschub.

Wien/Prag (APA/eid). Bisher hat die Führung der finanziell schwer angeschlagenen österreichisch-slowakischen Billigfluglinie SkyEurope genauso hartnäckig zu Spekulationen um eine drohende Insolvenz wie um einen neuen Geldgeber geschwiegen. Jetzt hat Airlinechef Jason Bitter Stellung bezogen – offenbar, weil er selbst unter Druck ist. Die Fluglinie benötige rund 20 Mio. Euro und verhandle mit drei Investorengruppen, sagte Bitter der tschechischen Nachrichtenagentur CTK. Die Gespräche sollen bis Jahresende finalisiert sein. Zwei der möglichen Investoren sollen aus Mitteleuropa stammen, der dritte „anderswoher“, wollte Bitter keine Details nennen.

Dass SkyEurope dringend Geld braucht, ist nicht neu. Seit Monaten hängt die Fluglinie, die seit ihrer Gründung 2001 noch nie Gewinne geschrieben hat, am Tropf ihres Großaktionärs York. Für zwei Darlehen im Volumen von 25 Mio. Euro erhielt SkyEurope mehrmals Zahlungsaufschub, die nächste Frist endet am 15. Juni. Eine Kapitalerhöhung wurde schon vor einem Jahr beschlossen. Der zweite Großaktionär Alon Shklarek, der knapp zehn Prozent hält, hat mehrfach auf die Kapitalerhöhung gedrängt, sie wurde aber nie durchgeführt. Deshalb liegt er im Clinch mit dem Management.

Zahlungsplan für Gläubiger

Um den Jahreswechsel 2008/09 wollte SkyEurope mit dem Fonds Longstock Sapo einen neuen Investor gefunden haben. Longstock stellte als Soforthilfe zehn Mio. Euro in Aussicht. Der Einstieg ist bis heute nicht erfolgt.

Bitter räumt ein, dass die Gläubiger auf ihr Geld warten müssen. „Es ist nicht so, dass wir nicht zahlen. Es stimmt aber, dass wir nicht rechtzeitig zahlen.“ Die Prager Werbefirma Beyond Interactive sucht über Inserate weitere Gläubiger und droht mit einem Konkursantrag. Laut Bitter habe man mit den Gläubigern einen Zahlungsplan vereinbart.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2009)

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