Religiöse Debatte um Ex-Austrianer Barazite

FUSSBALL - BL, RBS vs A.Wien
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Ein verweigerter Handschlag des Ex-Austrianers Nacer Barazite hat in den sozialen Netzwerken für Aufregung gesorgt.

Der gläubige Muslim hatte am Sonntag nach dem 4:2-Sieg seines Clubs FC Utrecht in der niederländischen Fußball-Meisterschaft gegen Twente Enschede einer Reporterin des Senders Fox Sports den Handschlag verwehrt. Ihrem männlichen Kollegen dagegen reichte der 25-Jährige die Hand.

Barazite hatte seinem Verein bereits vor mehr als einem Jahr mitgeteilt, dass er Frauen aus religiösen Gründen nicht die Hand schüttle. Darüber hatte der Club auch die Medien informiert. Die betroffene Reporterin Helene Hendriks hatte laut eigenen Angaben lediglich darauf vergessen.

Vom Verein gab es am Donnerstag keine Stellungnahme, um die Debatte nicht anzuheizen, erklärte ein Sprecher. "Ich persönlich habe kein Problem damit, wenn mir ein Spieler aus religiösen Gründen nicht die Hand geben möchte", erklärte Hendriks. Im Kurznachrichtendienst Twitter hingegen äußerten sich zahlreiche Menschen entsetzt. Das Verhalten sei zutiefst frauenfeindlich und nicht hinnehmbar.

Auf dem Vereinsgelände des FC Utrecht steht Barazite und seinem ebenfalls strenggläubigen Teamkameraden Yassin Ayoub ein Gebetsraum zur Verfügung. Barazite ist in den Niederlanden geboren und aufgewachsen, seine Familie stammt aus Marokko. Bei der Wiener Austria war der Angreifer von Jänner 2011 bis Jänner 2012 und für ein zweites Intermezzo im Frühjahr 2013 tätig.