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Putin ordnet Einstellung russischer Flüge nach Ägypten an

APA/EPA

Bei der Rückholung der britischen Touristen aus Ägypten greift Chaos um sich. In Sharm el-Sheikh halten sich derzeit auch 320 Österreicher auf.

Der russische Präsident Wladimir Putin hat wegen des Absturzes in Ägypten mit 224 Toten eine Einstellung russischer Flüge in das Land angeordnet. Das sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Freitag in Moskau. Der Präsident habe die Regierung angewiesen, einen entsprechenden Vorschlag des Inlandsgeheimdienstes FSB umzusetzen. Sie solle den Rücktransport russischer Reisender aus Ägypten organisieren.

Unterdessen sorgt ein Streit der Fluggesellschaft Easyjet mit der Regierung in Kairo für Chaos bei der Rückholung britischer Touristen. Der Billigflieger erklärte, Ägypten habe die Genehmigung einiger Flüge aus dem Badeort Sharm el-Sheikh verweigert. Das zuständige Ministerium wies dies zurück und teilte mit, die Kapazitäten des Flughafens reichten nicht für alle von Easyjet geplanten Flüge aus. Die Regierung in London erklärte, die Lage sei schwierig.

20.000 britische Touristen

Nach dem Absturz einer in dem Ort gestarteten russischen Maschine hatte Premierminister David Cameron reguläre Flüge von dort auf die britische Insel wegen Terrorverdacht ausgesetzt. Die Regierung will rund 20.000 Touristen nun unter verschärften Sicherheitsvorkehrungen nach Hause holen.

Laut Easyjet wurden zwei von zehn geplanten Flügen genehmigt. "Wir arbeiten auf höchster Ebene mit der britischen Regierung an einer Lösung." Das ägyptische Luftfahrtministerium erklärte dagegen, Easyjet wolle 18 Flüge gleichzeitig starten lassen und das Gepäck der Passagiere später gesondert befördern lassen. "Das ist eine große Belastung für den Flughafen, weil dafür die Kapazitäten nicht ausreichen", sagte Ressortchef Hussam Kamal. Der Flughafen sei nicht in der Lage, mehr als 120 Tonnen zurückgelassenes Gepäck unterzubringen, begründete Kamal die Einschränkung. Die Fluggesellschaft sei aufgefordert worden, nur acht Flüge für die Passagiere und einen für das Gepäck zu organisieren.

Großbritannien sieht es wie die USA als zunehmend wahrscheinlich an, dass ein Airbus A321 der russischen Gesellschaft Metrojet am Samstag über der Sinai-Halbinsel durch eine Bombe zerstört wurde. Nach dem Stopp der Flüge aus Sharm el-Sheikh sitzen Tausende Touristen fest. Bei der Rückführung der Briten dürfen die Reisenden nur Handgepäck mitnehmen. Koffer sollen separat transportiert werden.

320 Österreicher in Sharm el-Sheikh

Währenddessen bestätigte das Außenministerium in Wien, dass sich derzeit 320 Österreicher in der Stadt an der Südspitze der Sinai-Halbinsel aufhalten. Es beruft sich dabei auf Angaben von in Österreich tätigen Reiseveranstaltern und Fluggesellschaften sowie aus dem Register der ägyptischen Botschaft.

Insgesamt sind laut Reiseregistrierung des Außenministeriums derzeit rund 500 Österreicher in ganz Ägypten unterwegs.

Die Fluglinie flyniki wird wie geplant am Samstag ihren Flug nach Sharm el-Sheikh durchführen, teilte die Fluggesellschaft mit. "In Absprache mit den Behörden haben wir besondere Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet, die es unseren Gästen erlauben, wie gewohnt Handgepäck und Gepäck mitzuführen", so flyniki-Sprecherin Milene Platzer. "Die Sicherheit unserer Gäste und unserer Besatzung hat höchste Priorität", betonte die Fluglinie. Man habe sich deshalb "umgehend mit den zuständigen österreichischen Behörden in Verbindung gesetzt, um die Situation vor Ort zu evaluieren".