Österreichs BIP schrumpfte zwar im ersten Quartal 2009 stark, verschiedene Konjunktur-Indikatoren stabilisierten sich jedoch im April und Mai. Es kehrt auch wieder Optimismus ein. Die Null-Inflation kurbelt den Konsum an.
Die österreichische Wirtschaft schrumpfte im ersten Quartal 2009 stark, die Arbeitsmarktlage verschlechterte sich deutlich. Von Jänner bis April 2009 ging das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber den letzten drei Monaten 2008 der Vorperiode real um 2,6 Prozent zurück. Im Vorjahresvergleich schrumpfte die österreichische Wirtschaft im ersten Quartal 2009 real um 3,5 Prozent.
Mit einer Verzögerung von einem Quartal folgte die österreichische Wirtschaft damit dem internationalen Abwärtssog. Das geht aus dem aktuellen Konjunkturbericht des Wirtschaftsforschungsinstituts (WIFO) hervor.
Das Brutto-Inlands-Produkt ist die Summe aller Wertschöpfungen innerhalb einer Volkswirtschaft. Es entsteht aus der Summe aller produzierten Waren und Dienstleistungen abzüglich der Vorleistungen der einzelnen Betriebe. Steuern werden addiert, Subventionen abgezogen. Ein stark vereinfachtes Beispiel: Ein Importeur kauft eine Ware X um 15 Euro. Er verkauft sie um 18 Euro an einen Großhändler. Dieser verkauft sie um 21 Euro an einen Einzelhändler. Dort kauft sie ein Konsument um 26 Euro. Hier wurden 3+3+5 = 11 Euro Wertschöpfung erzielt, das BIP stieg dadurch um elf Euro.
Exporte und Industrie brachen ein
Besonders hart traf es die Industrie: Deutlich weniger Exporte und Investitionen führten zu weniger Produktion. Die kleinen und mittelständischen Unternehmen, die für den Inlandsmarkt produzieren, und die privaten Haushalte hat die Krise noch nicht voll erfasst. Privater und öffentlicher Konsum hielten annähernd das Niveau des Vorquartals.
Optimismus kehrt zurück
Nach dem Absturz der Auftragsbestände im Winterhalbjahr besserten sich die Erwartungen der Unternehmen in der Sachgüterproduktion in den letzten Monaten etwas. Das gilt nicht nur für Österreich, sondern auch für die USA und den Euro-Raum insgesamt. Wie in vergangenen Rezessionen wirkt der private Konsum derzeit stabilisierend.
Null-Inflation hilft
Die Teuerungsrate sinkt immer mehr gegen Null. Im April betrug sie in Österreich 0,7 Prozent. Für diese Entwicklung war vornehmlich der Rückgang der Treibstoffpreise maßgebend. Obwohl die Rohölpreise kräftig anzogen, liegen sie noch immer unter dem Vorjahresniveau. Mit einem weiteren Nachlassen der Inflation ist zu rechnen: Eurostat schätzt die Inflationsrate im Euro-Raum für den Monat Mai auf 0,0 Prozent.
(Red.)